Helvetischer Kieselkalk

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Darstellung und Status

Index
c3 (c2-3)
Farbe CMYK
(0%,5%,62%,24%)
Farbe RGB
R: 195 G: 185 B: 75
Rang
lithostratigraphische Formation
Gebrauch
Element ist in Gebrauch
Status
informeller Begriff
SKS-Notiz

Angenommen. Informell, da kein Lokalname und "Helvetisch" adjektivisch benutzt wird. Die bei Funk 1969 ebenfalls erwähnten Formationsglieder Unterer und Oberer Kieselkalk sind nicht erlaubt und nicht notwendig.

SKS-Datum
18.10.2007
Diskussion des Status

Nomenklatur

Deutsch
Helvetischer Kieselkalk
Français
Kieselkalk Helvétique
Italiano
Kieselkalk Elvetico
English
Helvetian Kieselkalk
Historische Varianten

calcaire siliceux hauterivien auct., helvetischer Kieselkalk (Beck 1911), Kieselschiefer und Kieselkalk (Alexander et al. 1965), Helvetischer Kieselkalk (Funk 1969, Heitzmann & Auf der Maur 1989), Helvetischer Kieselkalk = Kieselkalk des Hauteriviens (Mojon 1982), Hauterivien-Kieselkalk (Stalder & Touray 1970, Herb et al. 1978), Mäuerchenkalk (Funk in: Bayer et al. 1982), Kieselkalk (Tollmann 1985), Kieselkalk = Calcaires siliceux (Linder 2002), Helvetischer Kieselkalk = Kieselkalk-Gruppe (Jordi 2012), Siliceous Limestone, HKK

Beschreibung

Beschreibung

Fein-grobspätige, meist leicht kieselige Kalke und Kalkmergel, bioklastische Wacke- Packstones, meist siltig bis feinsandig, fast immer Glaukonit und Pyrit führend. Gelegentlich Knollen und Lagen von Chert (schichtparallel). Im nördlichen Faziesbereich häufig kleinräumige Schrägschichtung, meist stark bioturbiert. Regional im oberen Teil sehr grobspätig (Kieselkalk-Echinodermenbrekzie).

Geomorphologie
Braune Felswand
Mächtigkeit
15 - 600 m, ca. 100 m (Linder 2002)

Komponenten

Mineralien
  • Glaukonit
Fossilien
  • Schwämme
  • Crinoideen
  • Brachiopoden
  • Echinoideen
  • Bryozoan

Neocomites neocomiensis (d'Orbigny) + Aptychus didayi Coquand (Vacek 1879); Terebratula acuta Quenstedt + Rhynchonella multiformis Roemer (Schaad 1926); Toxaster complanatus

Hierarchie und Abfolge

Obergrenze

Altmann-Schichten bzw. Schrattenkalk (mit Winkeldiskordanz) oder Wang-Fm. (transgressiv)

Untergrenze

Betlis-Fm., Sichel-Kalk oder Diphyoides-Kalk

Alter

Alter Top
  • Spätes Hauterivien

Alter Basis
  • Frühes Valanginien

Bermerkungen zu Basis

Ende des frühen Valanginian

Datierungsmethode

Biostratigraphie: Ammoniten in den liegenden und den hangenden Schichten.

Geografie

Geographische Verbreitung
Vorarlberg (A) bis Westschweiz, Autochthon (keilt gegen Norden) bis Südhelvetikum (wird mergeliger gegen Süden).
Typusregion
Pilatus (LU, OW, NW)
Typlokalität
  • Lopperberg (LU)
    Merkmale des Ortes
    • Obergrenze
    • typische Fazies
    Zugänglichkeit des Ortes
    • Grat
    Koordinaten
    • (2667750 / 1203550)
    Notizen
    • Rutsch et al. 1966
Typusprofil

Paläogeografie und Tektonik

  • «Neokom»
  • Kreide des Helvetikums
Paläogeografie
North Tethyan Shelf (Helv.) :
marge continentale européenne , Distal NHS (S-Helv.) , Central Helvetic Domain
Tektonische Einheit (bzw. Überbegriff)
Herkunftstyp
  • sedimentär
Bildungsbedingungen

Der schiefrige Kalkmergel und der Kieselkalk wurden unter offenmarinen

Bedingungen unterhalb der Wellenbasis abgelagert, während das Auftreten von

sparitischem Kalk in der Echinodermenbrekzie auf Umlagerung durch bewegtes

Wasser, vermutlich im Bereich der Wellenbasis, hindeutet (Jordi 2012).

Sequenz

Der Helvetische Kieselkalk setzt sich aus zwei genetisch analogen

Sequenzen zusammen. Diese beginnen an der Basis mit schiefrigem Kalkmergel,

der in mächtigen Kieselkalk übergeht, und enden mit einer Echinodermenbrekzie (Jordi 2012).

Referenzen

Erstdefinition
Funk Hanspeter (1969) : Typusprofile der helvetischen Kieselkalk-Formation und der Altmann-Schichten. Eclogae geol. Helv. 62/1, 191-203

Der eigentliche Kieselkalk ist charakterisiert durch fein im mergeligen, sandigen Kalk verteilte, authigene Kieselsäure (Chalcedon und Quarz). Beim Anätzen mit verdünnter HCl bleibt ein weisses, feinmaschiges Gitterwerk zurück. Wechsellagerung von bankigen, kalkigeren und mergeligeren Abschnitten von 10-100 cm Mächtigkeit bauen das Gestein auf.

Material und Varia

schwarzblau, rotbraun anwitternd

  • Oberer Teil des Helvetischen Kieselkalkes (s.l.)

    Rang
    lithostratigraphische Einheit
    Status
    inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)
    Gültiger Begriff
    Helvetischer-Kieselkalk
    Kurzbeschreibung

     

    Gemeint ist der obere Teil des Helvetischen Kieselkalkes. Umfasst die «Oberer Kieselkalkschiefer», den «Oberen Kieselkalk» (s.s.), sowie die «Obere Echinodermenbrekzie».

     

    • «Kieselkalk-Echinodermenbrekzie»

      Rang
      lithostratigraphische Bank
      Status
      informeller Begriff
      Nomenclatorial Remarks
      <p>Vorschlag: Chriesiloch-Echinodermenkalk</p>
      Kurzbeschreibung

       

      Echinodermenkalk im Dach des Helvetischen Kieselkalkes.

       

      Age
      Hauterivien
    • Gebankte Abteilung des Oberen Kieselkalkes

      Rang
      lithostratigraphische Einheit
      Status
      inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)
      Kurzbeschreibung

       

      Monotone Wechselfolge von mittelgebanktem Kieselkalk und dünnen, schieferigen Zwischenlagen im oberen Teil des Helvetischen Kieselkalkes.

       

      Age
      Spätes Hauterivien
    • Schyniges Band (oberes ...)

      Name Origin

      schynig = scheinig, hell

      Rang
      lithostratigraphische Einheit
      Status
      obsoleter Begriff (nicht mehr verwendet)
      Kurzbeschreibung

       

      Lokale helle glaukonithaltige Mergelzwischenlage an der Basis des Oberen Kieselkalkes.

       

      Age
      Hauterivien
  • Lidernen-Member

    Name Origin

    Liderner Plänggeli (SZ), am Chaiserstock

     

    Rang
    lithostratigraphisches Member (Subformation)
    Status
    gültiger formeller Begriff
    Nomenclatorial Remarks
    die Lidernen-Alp
    Kurzbeschreibung

     

    Bräunlicher, glaukonitisch-sandiger Kalk und Mergel, fossilführend und zudem oft grobe Quarzkörner führend. Vorkommen in der Mitte oder in der oberen Hälfte des Helvetischen Kieselkalkes.

     

    Age
    Frühes Hauterivien
  • Unterer Teil des Helvetischen Kieselkalkes (s.l.)

    Rang
    lithostratigraphische Einheit
    Status
    inkorrekter Begriff (nicht mehr verwendet)
    Gültiger Begriff
    Helvetischer-Kieselkalk
    Kurzbeschreibung

     

    Gemeint ist der untere Teil des Helvetischen Kieselkalkes. Umfasst die «Kieselkalkschiefer» und den «Unteren Kieselkalk» (s.s.), d.h. die Anteile unterhalb des Lidernen-Members. Stellenweise folgt noch eine geringmächtige Echinodermenbrekzie darüber.

     

    Age
    Valanginien
    • Echinodermenbrekzie des Unteren Kieselkalkes

      Rang
      lithostratigraphische Einheit
      Status
      inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)
      Gültiger Begriff
      Helvetischer-Kieselkalk
      Kurzbeschreibung

       

      Spätige, meist mittel- bis dickgebankte Abfolge von braun bis ockerbraun anwitternden Kalken im Dach des «Unteren Kieselkalkes».

       

    • Gebankte Abteilung des Unteren Kieselkalkes

      Rang
      lithostratigraphische Einheit
      Status
      inkorrekter Begriff (nicht mehr verwendet)
      Kurzbeschreibung

       

      Sehr eintönig, feinkörnige, regelmässig gebankte verkieselte Kalke (arenitischer Echinodermen-Spongien-Biomikrit mit «Mäuerchenkalkestruktur») im unteren Teil des Helvetischen Kieselkalkes.

       

      Age
      Frühes Hauterivien
    • «Basisschiefer» des unteren Helvetischen Kieselkalkes

      Rang
      lithostratigraphische Einheit
      Status
      inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)
      Kurzbeschreibung

       

      Ausgeprägte mergelig-schieferige Abfolge im basalen Bereich des «Unteren Kieselkalkes».

       

      Age
      Valanginien
      • Untere Kieselkalkschiefer (s.s.)

        Rang
        lithostratigraphische Einheit
        Status
        inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)
        Gültiger Begriff
        Helvetischer-Kieselkalk
        Kurzbeschreibung

         

        Die «Kieselkalkschiefer» machen den grössten Teil der mergelig-schiefrig ausgebildeten Basis der Helv. Kieselkalk-Fm. aus.

         

        Age
        Valanginien
      • Goldswiler-Platten

        Name Origin

        Goldswil bei Interlaken (BE)

         

        Rang
        lithostratigraphische Einheit
        Status
        lokaler Begriff (informell)
        Gültiger Begriff
        Helvetischer-Kieselkalk
        Kurzbeschreibung

         

        Ton- und Quarz-reicherer, biodetritischer Teil des unteren Kieselkalk-Schiefers, mit Karbonatdissolution (Stylolithen).

         

      • «Ringgenberg-Schichten»

        Name Origin

        Ringgenberg (BE)

        Rang
        lithostratigraphische Einheit
        Status
        lokaler Begriff (informell)
        Gültiger Begriff
        Helvetischer-Kieselkalk
        Kurzbeschreibung

         

        Dieser informelle Begriff bezeichnet grau-gelblicher, plattiger bis schiefriger, leicht spikulitischer Mikrit im Hangenden der Gemsmättli-Bank (Helvetischer-Kieselkalk).

         

        Age
        Valanginien
  • Rahberg-Bank

    Name Origin

    Rahberg = Raaberg (SG), NE Ende des Mattstock

     

    Rang
    lithostratigraphische Bank
    Status
    gültiger formeller Begriff
    Gültiger Begriff
    Gemsmaettli-Bank
    Kurzbeschreibung

     

    Dunkler, feinkörniger, inwendig dunkel grünlichgrauer Kalk mit vielen glasigen Quarzkörnern und feinen, dunkelgrünen Glaukonitkörnchen. Verwittert sandig und enthält schwarzgraue, phosphoritartige Knollen und massenhaft Versteinerungen, namentlich Discoideen.

     

    Age
    Frühes Hauterivien
  • Palis-Bank

    Name Origin

    Alp Palis = Paliis (SG), Churfirsten

    Rang
    lithostratigraphische Bank
    Status
    gültiger formeller Begriff
    Nomenclatorial Remarks
    <p>non: Pygurus-Schichten (Heim 1907, Funk 1971)</p>
    Kurzbeschreibung

     

    Echinodermenbiomikrit, oft verkieselt (Unterschied zu Pygurus-Member) mit bimodalem Quarzsand, an der Basis des Helvetischen Kieselkalkes.

     

    Age
    Valanginien
  • Gemsmättli-Bank

    Name Origin

    Bergrücken Gemsmättli (OW), am Pilatus

    Rang
    lithostratigraphische Bank
    Status
    gültiger formeller Begriff
    Kurzbeschreibung

     

    Basale Abfolge des Helvetischen Kieselkalkes, bestehend aus einem Hartgrund mit Phosphoritbildungen, einer Fossilschicht (Kondensationshorizont, u.a. mit Crioceraten) und einer knolliger glaukonitischer Kalkbank.

     

    Age
    Frühes Valanginien
    • Horizont C der Gemsmättli-Bank

      Rang
      lithostratigraphische Einheit
      Status
      inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)
      Kurzbeschreibung

       

      Oberer Teil (Hauptmasse) der Gemsmättli-Bank, bestehend aus grobsiltigem bis grobsandigem, echinodermenfürendem, glaukonitischem Biomikrit.

       

    • Horizont B der Gemsmättli-Bank

      Rang
      lithostratigraphische Einheit
      Status
      inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)
      Kurzbeschreibung

       

      Lokaler, fossilreicher Kondensationshorizont (glaukonitischer Biomikrit, z.T. phophoritisiert) des mittleren Teil der Gemsmättli-Schicht.

       

      Age
      Spätes Valanginien
    • Horizont A der Gemsmättli-Bank

      Rang
      lithostratigraphische Einheit
      Status
      inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)
      Kurzbeschreibung

       

      Phosphoritisch-limonitische Kruste (Hardground) im angebohrten Dach der Betlis-Formation, die als Basis der Gemsmättli-Bank betrachtet wird. Lokal durch eine Omissionsfläche ersetzt.

       

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