Oberaquitane Mergelzone

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Darstellung und Status

Index
m1m (OAM)
Farbe CMYK
(0%,13%,17%,10%)
Farbe RGB
R: 230 G: 200 B: 190
Rang
lithostratigraphisches Member (Subformation)
Gebrauch
Element ist in Gebrauch
Status
inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)

Nomenklatur

Deutsch
Oberaquitane Mergelzone
Français
Oberaquitane Mergelzone
Italiano
Oberaquitane Mergelzone
English
Oberaquitane Mergelzone
Historische Varianten
Oberaquitane Mergelzone (Renz 1937, Tanner 1944, Büchi 1950, Büchi et al. 1965, Müller 1971, Hammer 1984, Habicht 1987, Blaser et al. 1994, Schlunegger 1995, Hantke et al. 2009), Mergelzone Brendenbach-Hofgut-Gais / oberaquitane Mergelzone St. Gallen-Hiden-Rheineck (Eugster et al. 1960)
Nomenklatorische Bemerkungen
Obwohl beim Begriff der «Oberaquitanen Mergelzone» eine Vermengung von Chrono-, Bio- und Lithostratigraphie vorliegt, wird er gemäss Vorschlag von Müller (1971) dem Status der eingebürgerten Namen unterstellt und somit weiterverwendet. Der Begriff darf aber nur im streng lithologischen Sinn gebraucht werden.

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Beschreibung

Beschreibung

„Als lithostratigraphischer Begriff wird die Bezeichnung «Oberaquitane Mergelzone» erstmals von Renz (1937) verwendet. Er bezeichnet damit die Wechsellagerung gelbgrauer, teils violettroter, gefleckter Mergel und Mergelsandsteine, feinkörniger Kalksandsteine und knollig anwitternder Mergelkalke. Die genaue Alterszuweisung steht mangels Fossilien noch offen. Das Verhältnis Sandstein:Mergel schwankt zwischen 1:2 und 1:3. Charakteristisch ist der bis 55 % hohe Karbonatgehalt bei einem Calcit/Dolomit-Verhältnis von 2.“ [Hantke 2006 S.34]

Komponenten

Fossilien
  • Gastropoden
Landschnecken

Hierarchie und Abfolge

Obergrenze
OMM: Luzern-Formation
Untergrenze
Der Übergang von der Formation der Granitischen Molasse im Liegenden in die «Oberaquitane Mergelzone» ist fliessend.

Alter

Alter Top
  • spätes Aquitanien

Alter Basis
  • spätes Aquitanien

Datierungsmethode

Die genaue Alterszuweisung steht mangels Fossilien noch offen.

Es stellt sich die Frage nach dem Leitwert der Landschneckenfaunen. Es finden sich nämlich nichtmarine, zum Aquitan gestellte Schneckenfaunen auch im Burdigalen Basiskonglomerat und direkt darüber, obwohl innerhalb derselben Konglomerat-Schüttung etwas weiter östlich bereits marine Mollusken gefunden wurden, die zum Burdigalien gerechnet werden (Büchi, 1950).

Geografie

Geographische Verbreitung
Von Udligenswil (LU) über Robmatt (LU) gegen Meierskappel (LU). Östlich St. Gallen bis ins Rheintal. Bei Brendenbach (W Altstätten) und Gais schaltet sich diese Mergelzone zwischen Gäbris- und Forstzone.
Typusregion
Ostschweiz.

Paläogeografie und Tektonik

  • USM-II
Paläogeografie
Nordalpines Vorlandbecken
Herkunftstyp
  • sedimentär
Bildungsbedingungen
Als Ablagerungsmilieu der «Oberaquitanen Mergelzone» werden warmzeitliche, periodisch überflutete Schwemmlandebenen eines trägen Flusses in einem relativ warmen Klima in Betracht gezogen.
Metamorphose
unmetamorph

Referenzen

Neubearbeitung
Hammer Bernhard (1984) : Sedimentologie der Oberen Meeresmolasse im Raum St. Gallen. Lizentiatsarbeit Univ. Bern, 96 S.

Diese Zone setzt sich zur Hauptsache aus einer Wechselfolge von braun-grauen oft violett-gelblichen, sandigen, teils knolligen Mergeln und Mergelsandsteinen zusammen. Zwischen diese mergelig-sandige Abfolge schalten sich gelegentlich geringmächtige, grünlich-graue, stark glimmerführende Feinsansteinbänke und Konglomerathorizonte ein. Die Konglomeratbänke keilen lateral rasch aus und müssen demzufolge als starke Schüttungsvorstösse lokaler Stromrinnen in die mergeligen, kalkigen Sedimente der Schwemmebene gedeutet werden. (S.11)

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