Euthal-Formation

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Darstellung und Status

Index
e2-3
Farbe CMYK
(0%,39%,73%,4%)
Farbe RGB
R: 245 G: 150 B: 65
Rang
lithostratigraphische Formation
Gebrauch
Element ist in Gebrauch
Status
gültiger formeller Begriff

Nomenklatur

Deutsch
Euthal-Formation
Français
Formation d'Euthal
Italiano
Formazione di Euthal
English
Euthal Formation
Herkunft des Namens

Euthal (SZ), am Sihlsee

Historische Varianten

Euthal-Formation (Menkveld-Gfeller in Funk et al. 2013) ; Fliegenspitz-Schichten und Einsiedler-Fm. (Herb 1988), Einsiedler Nummulitenkalke (Leupold 1964, Decrouez & Menkveld 2003), Nummulitikum von Einsiedeln (Jeannet et al. 1935), Fliegenspitz Formation + Nummulitic Formation (Lihou 1995), Fliegenspitz-Beds + Einsiedeln-Fm. (Kempf & Pfiffner 2004)

Nomenklatorische Bemerkungen

+ Unterer Flysch (Kaufmann 1872), Einsiedlerschichten (Heim 1908)

Links

Beschreibung

Beschreibung

Das basale Fliegenspitz-Mb. ist wie die beiden darauffolgenden Member (Chruteren- bzw. Batöni-Mb.) als Relikt nur sehr lokal erhalten geblieben. Es ist als sandiger Mergel ausgebildet und kommt paläogeographisch isoliert vor. Es entspricht einer ersten Transgressionsphase.

Das Chruteren-Mb. variiert in der Fazies von glaukonitischem Sandstein über Echinodermenbrekzie zu Lithothamnienkalk. Hingegen ist das gleichalte Batöni-Mb. hauptsächlich sandig ausgebildet und nur im NW gehen die Sande nach oben in eine kalkig dominierte Fazies über. Die beiden Member wurden während einer zweiten Transgressionsphase gebildet.

Das dominierende Element der Euthal-Formation ist typischerweise eine  Abfolge von Nummuliten-reichen Kalken, über einem basalen Grünsand: das Einsiedeln-Mb.(ca. 30m mächtig, "Hauptmasse des Nummulitenkalks", "Einsiedler Riffe"). Diese Ablagerungen entsprechen einer dritten Transgression, der darauffolgenden Regression sowie einer weiteren transgressiven Phase.

Das abschliessende Steinbach-Member ist nur sehr geringmächtig und lokal erhalten, es gehört mit kondensierter Sedimentation und lokaler Aufarbeitung zu einer Absenkungsphase im basalen Lutétien und ist in etwa gleich alt wie das Dach des Einsiedeln-Mb. und das Einsetzen der Bürgen-Fm. beides paläogeographisch nordnordwestlich an das Verbreitungsgebiet des Steinbach-Mb. anschliessend.

Mächtigkeit
ca. 30 m

Komponenten

Fossilien
  • Nummuliten

Hierarchie und Abfolge

Obergrenze

Bürgen-Formation oder Stad-Formation

Untergrenze

Transgressiv (Hiatus) über Wang-Formation oder Amden-Mergel.

Alter

Alter Top
  • frühestes Lutétien
Alter Basis
  • Sélandien
Datierungsmethode

Biostratigraphie: Grossforaminiferen, planktonische Foraminiferen.

Geografie

Geographische Verbreitung
Westschweiz (Les Violettes/VS), Zentralschweiz (Stoos-Fronalpstock-Gebiet, Einsiedeln-Gebiet, Sihlsee/Sihltal) und Ostschweiz (Gebiet Weesen-Amden, Alpstein, Fänerenspitz, Weisstannental).
Typusregion
Sihlsee (SZ).
Typlokalität
Typusprofil
  • Steinbach (SZ)
    Merkmale des Ortes
    • Untergrenze
    • typische Fazies
    Zugänglichkeit des Ortes
    • geschützter Geotop
    Koordinaten
    • (2702740 / 1217370)
    Notizen
    • <p>Profil "Fluh" bei Fluhhof-Steinbach, entlang der Strasse am Sihlsee (Jeannet et al. 1935 Profil 2, Letsch 2012, Menkveld-Gfeller et al. 2016): Typusprofil der Euthal-Formation, sowie des Chruteren- und Einsiedeln-Members</p>

Paläogeografie und Tektonik

  • Paläogen des Helvetikums
Paläogeografie
Distal NHS (S-Helv.)
Tektonische Einheit (bzw. Überbegriff)
Herkunftstyp
  • sedimentär
Bildungsbedingungen

Neritisch: mehrphasige Transgression mit glaukonitischen Sandsteinen (Grünsand), Nummuliten-, Discocyclinen- und Lithothamnienkalken.

Sequenz

paläogene Transgression

Metamorphose
unmetamorph
  • Einsiedeln-Member

    Name Origin

    Einsiedeln (SZ)

    Rang
    lithostratigraphisches Member (Subformation)
    Status
    gültiger formeller Begriff
    Kurzbeschreibung

    Nummulitenkalk-Abfolge, die das dominierende Element der Euthal-Formation bildet. Einzelne Lithothamnienkalk-Einschaltungen. An der Basis tritt den «Mittleren Grünsand» und - lokal - ein geringmächtiger Kalkkonglomerat vor.

    Age
    mittleres Yprésien
    • «Grauer Nummulitenkalk»

      Rang
      lithostratigraphische Einheit
      Status
      inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)
      Age
      spätes Yprésien
      • «Gallensis-Kalk»

        Name Origin

        Namengebendes Fossil: Foraminiferenart Nummulites gallensis.

        Rang
        lithostratigraphische Einheit
        Status
        inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)
        Kurzbeschreibung

        Grauer Kalk mit kleinen, granulierten Nummuliten der Gruppe N. gallensis im oberen Teil des «Grauen Nummulitenkalkes».

        Age
        frühestes Lutétien
      • «Obsoletus-Kalk»

        Name Origin

        Foraminiferenart Nummulites obsoletus de la Harpe 1877

        Rang
        lithostratigraphische Einheit
        Status
        informeller Begriff
      • «Distans-Kalk»

        Name Origin

        Foraminiferenart Nummulites distans Deshayes 1838

        Status
        informeller Begriff
      • «Kaufmanni-Kalk»

        Name Origin

        Namengebendes Fossil: Foraminiferenart Nummulites kaufmanni.

        Rang
        lithostratigraphische Einheit
        Status
        inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)
        Kurzbeschreibung

        Hauptmasse des «grauen Nummulitenkalkes» (Einsiedeln-Mb.), charakterisiert durch Nummulites kaufmanni, N. pratti und Assilina granulosa. Sandigere Basis mit Glaukonit, sowie riesigen Austern und Terebrateln.

        Age
        spätes Yprésien
        • «Alveolinenkalk»

          Rang
          petrographische Fazies
          Status
          informeller Begriff
          Kurzbeschreibung

          Lokale Fazies des «Kaufmanni-Kalkes» (Einsiedeln-Mb.), besonders reich an Alveoliniden.

          Age
          frühes Eozän
    • «Granulosa-Kalk»

      Name Origin

      Namengebendes Fossil: Foraminiferenart Assilina granulosa. Diese Art ist jedoch bis ins Dach des Einsiedeln-Members vorhanden.

      Rang
      lithostratigraphische Einheit
      Status
      inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)
      Kurzbeschreibung

      Blaugrauer Kalk und roter, hämatitischer Kalk mit Assilina granulosa.

      Age
      mittleres Yprésien
    • «Murchisoni-Kalk»

      Name Origin

      Namengebendes Fossil: Foraminiferenart Nummulites murchisoni. Diese Art ist jedoch bis im unteren Teil des «Grauen Nummulitenkalks» vorhanden.

      Rang
      lithostratigraphische Einheit
      Status
      inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)
      Kurzbeschreibung

      Rötlich und grünlich gefleckter Kalk mit grossen Glaukonitkörnern und Nummuliten (fast ausschliesslich N. murchisoni).

      Age
      mittleres Yprésien
    • «Mittlerer Grünsand»

      Rang
      lithostratigraphische Bank
      Status
      inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)
      Gültiger Begriff
      Einsiedeln-Member
      Kurzbeschreibung

      Glaukonitischer Sandstein bis Sandkalk an der Basis des Einsiedeln-Members, lokal mit Pecten (oben) und kleinen Austern (unten), sowie einer basalen Phosphoritschicht mit Geröllen und ein Hartgrund im Dach.

      • «Pectenschicht» (des Einsiedeln-Mb.)

        Rang
        lithostratigraphische Einheit
        Status
        inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)
        Gültiger Begriff
        Einsiedeln-Member
        Kurzbeschreibung

        Grüner glaukonitischer Sandkalk mit vielen Pecten im Dach des «Mittleren Grünsandes».

      • «Austernschicht» (des Einsiedeln-Mb.)

        Rang
        lithostratigraphische Einheit
        Status
        inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)
        Gültiger Begriff
        Einsiedeln-Member
        Kurzbeschreibung

        Grüner glaukonitischer Sandkalk mit kleinen Austern an der Basis des «Mittleren Sandsteins» (Basis des Einsiedeln-Members).

  • Chruteren-Member

    Name Origin

    Chruteren (SZ) - Morschach

    Rang
    lithostratigraphisches Member (Subformation)
    Status
    gültiger formeller Begriff
    Kurzbeschreibung

    Zweite Transgressionsphase der Euthal-Formation mit variierenden Lithologien. Von unten nach oben: glaukonitische Quarzsandsteine, Echinodermenbrekzie-Spatkalke, Lithothamnienkalke.

    Age
    spätes Thanétien
    • «Lithothamnienkalk» (des Chruteren-Mb.)

      Rang
      petrographische Fazies
      Status
      inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)
      Kurzbeschreibung

      Weisser oder hellgrauer Rotalgenkalk mit kleinen Austern und Discocyclinen.

    • «Spatkalk» (des Chruteren-Mb.)

      Rang
      lithostratigraphische Bank
      Status
      inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)
      Kurzbeschreibung

      Dunkelgrauer, spätiger, glaukonitischer Kalk im mittleren Teil des Chruteren-Members, mit Phosphoritknollen, kleinen Fischzähnen, Austern und Discocyclinen.

    • «Unterer Grünsand»

      Rang
      lithostratigraphische Bank
      Status
      inkorrekter Begriff (nicht mehr verwendet)
      Gültiger Begriff
      Chruteren-Member
      Kurzbeschreibung

      Heller, quarzreicher Glaukonitsandstein an der Basis des Chruteren-Members, mit Lithothamnienkalkeinschaltungen. Lokal mit basalen transgressiven Geröllhorizont (Fidisberg).

  • Batöni-Member

    Name Origin

    Alp Batöni (SG), Val Lavtina

    Rang
    lithostratigraphisches Member (Subformation)
    Status
    gültiger formeller Begriff
    Nomenclatorial Remarks
    <p>Grober Quarzsandstein mit Nummuliten (Oberholzer 193-), unterste Einsiedler Formation (Herb 1988)</p>
    Kurzbeschreibung

    Zweite Transgressionsphase der Euthal-Formation. Das Member besteht hauptsächlich aus orange-braunem, bioturbiertem, grobem Quarzsandstein (im NW nach oben in eine kalkig dominierte Fazies übergehend).

    Age
    Thanétien
    • «Oberer Batöni-Sandstein»

      Rang
      lithostratigraphische Einheit
      Status
      lokaler Begriff (informell)
      Kurzbeschreibung

      Karbonat-dominiert im oberen Teil.

    • «Unterer Batöni-Sandstein»

      Rang
      lithostratigraphische Einheit
      Status
      lokaler Begriff (informell)
      Kurzbeschreibung

      Wird grober gegen oben, mit ein Kondensationshorizont im Dach.

  • Fliegenspitz-Member

    Name Origin

    Fliegenspitz = Flügespitz (SG), 4 km ENE Amden

    Rang
    lithostratigraphisches Member (Subformation)
    Status
    gültiger formeller Begriff
    Nomenclatorial Remarks
    der Spitz
    Kurzbeschreibung
    Erste Transgressionsphase an der Basis der Euthal-Formation, nur sehr lokal als dunkelbrauner bis grauschwarzer, sandiger Mergel mit kalkigen Zwischenlagen reliktisch erhalten.
    Age
    Sélandien
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