Blapbach-Kohleflöz

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Darstellung und Status

Farbe CMYK
(0%,17%,33%,41%)
Farbe RGB
R: 150 G: 125 B: 100
Rang
lithostratigraphische Bank
Gebrauch
Element ist in Gebrauch
Status
lokaler Begriff (informell)

Nomenklatur

Deutsch
Blapbach-Kohleflöz
Français
Niveau charbonneux du Blapbach
Italiano
Livello carbonifero del Blapbach
English
Blapbach Coal Seam
Herkunft des Namens

Blapbach (BE)

Historische Varianten
Kohlengrube von Blapbach (Kaufmann 1886), --- (Kissling 1902), Kohlehorizont an der Basis des Tortons = Kohle von Blapbach (Liechti 1928), --- (Fröhlicher 1933), coal seam of Blapbach (Kälin & Kempf 2009), Kohlehorizont von Blapbach (della Valle et al. 2019, Schlüchter et al. 2019)

Beschreibung

Beschreibung
Regionaler kohlenführender Leithorizont an der Basis der OSM des Napfgebietes. Tritt mit Mergel und Süsswasserkalk in der nagelfluh-reichen Abfolge vor.
Mächtigkeit
Der Kohlehorizont von Blapbach besteht in der Regel aus einem 7–15 cm mächtigen Hauptflöz und zwei bis drei 1– 4 cm dünnen Nebenflözen (Rutsch 1945).

Alter

Alter Top
  • Burdigalien

Alter Basis
  • Burdigalien

Geografie

Geographische Verbreitung
W-Teil des Napf-Schuttfächers.
Typusregion
W Napfgebiet (BE)
Point of interest
  • Pulverhüsli (LU)
    Merkmale des Ortes
    • typische Fazies
    • Fossilfundstelle
    Koordinaten
    • (2642815 / 1203610)
    Notizen
    • Habicht 1987

Paläogeografie und Tektonik

  • Obere Süsswassermolasse
  • Molasse
Paläogeografie
Nordalpines Vorlandbecken
Herkunftstyp
  • sedimentär

Referenzen

Neubearbeitung
Habicht J. K. A. (1987) : Schweizerisches Mittelland (Molasse). Internationales Stratigraphisches Lexikon Vol.1 Fasc.7b

KOHLEHORIZONT VON BLAPBACH (OSM ; «Tortonien») Fröhlicher, H. (1933): Geologische Beschreibung der Gegend von Escholzmatt im Entlebuch (Kt. Luzern). - Beitr. geol. Karte Schweiz [N.F.] 67, p.11. Originalzitat (Kaufmann, 1886: 442): «Die Kohlengrube von Blapbach liegt cirka 100 m westwärts von der Hütte Unter-Blapbach (1004 m) unter einem Waldstreifen ... Es ist ein kleiner Stollenbau mit Einfahrt von Osten nach Westen. Die Sohle ist Nagelfluh; dann folgt: a) Pechkohle, 8 cm; b) grauschwarzer Mergel, 6-10 cm ...; c) Pechkohle, 20-25 cm; d) grauer Mergel.» Synonyma: Kohlehorizont an der Basis des Tortons (Kohle von Blapbach) Liechti 1928:28. Typlokalität: Siehe Originalzitat und LK-Blatt 1188 Eggiwil (Koord. ca. 629.460/193.600 ?) Typusprofil und Referenzprofile: Liechti 1928: Tf.II. Verbreitung und Paläogeographie: Regionaler Leithorizont. Nach Norden festgestellt bis in die Gegend Grünen-Sumiswald (LK-Blatt 1148 Sumiswald, Gerber 1928), nach Osten Fortsetzung in die Basismergelzone der Napf-Schichten, LK-Blatt 1169 Schüpfheim, Fröhlicher 1933: 12; Matter 1964: 332 und LK-Blatt 1149 Wolhusen, von Salis 1967: 34. Auf LK-Blatt 1169 Schüpfheim und 1149 Wolhusen unterlagert von der >>> Schüpferegg-Nagelfluh, dem limnoterrestrischen Äquivalent der zum Helvétien gestellten teilweise marinen >>> Rotsee-Schichten bei Luzern. Auf LK-Blatt 1168 Langnau i. E. unterlagert von den ebenfalls zum Helvétien gestellten marinen Sedimenten des Goolgrabengebietes bei Langnau i. E. (Kissling 1902). Durch die Funde mariner Fossilien des Helvétien bei Langnau (vgl. Rutsch 1928a) und die im darüber anschliessenden Kohlehorizont von Blapbach gefundenen Land- und Süsswassermollusken wird dieser zum Ausgangspunkt für die Abgrenzung von «Helvétien» und «Tortonien» in den nagelfluhreicheren Gebieten weiter im S und SE, wo das Liegende der oberen Süsswassermolasse keine marinen Fossilien mehr zu führen scheint. Fossilien: a) Blapbach (zitiert nach Liechti): Hyalina subnitens Klein, Cepaea silvana Klein, Ericia consobrina Sandbg., Gonyodiscus euglyphoides Sandbg., Planorbis declivis A. Braun, b) Pulverhüsli (Basismergelzone der Napf-Schichten), nach Matter 1964: Dryomys hamadryas Major, Cricetodon brevis Schaub, Insectivoren indet. div.; Tropidomphalus (Pseudochloritis) zelli (Kurr), Zonites (Aegopsis) costatus (Sandbg.), Cepaea eversa larteti (Boissv). Sowohl Säugetiere wie Gastropoden der Fundstelle Pulverhüsli sprechen eindeutig für ein «tortones» Alter (im Sinne der in der Schweiz bisher gebräuchlichen Terminologie). Nach neuen Erkenntnissen sind diese Schichten älter als Tortonien (vgl. >>> Napf-Schichten). Literatur: Fröhlicher 1933: 11, 12; Haldemann 1948: 21, 40, 52, 54; Kaufmann 1886: 442, 561; Kissling 1902, 1903: 56-58; Liechti 1928: 28-31, 33, 36; Matter 1964: 332; von Salis 1967:34.

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