Tonilöchli-Juranagelfluh

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Darstellung und Status

Farbe CMYK
(0%,10%,31%,4%)
Farbe RGB
R: 245 G: 220 B: 170
Rang
lithostratigraphische Einheit
Gebrauch
Element ist in Gebrauch
Status
lokaler Begriff (informell)

Nomenklatur

Deutsch
Tonilöchli-Juranagelfluh
Français
Gompholithe du Tonilöchli
Herkunft des Namens

Käselbach nördlich von Tonilöchli (SO)

Historische Varianten

Juranagelfluh des Tonilöchli (Waibel 1925, Waibel & Burri 1961), Gompholite à galets jurassiens

Geografie

Typlokalität
  • Tönilöchli (SO)
    Merkmale des Ortes
    • typische Fazies
    • Untergrenze
    Zugänglichkeit des Ortes
    • Bachprofil
    Koordinaten
    • (2610400 / 1246550)
    Notizen
    • <p>Typuslokaliät der Tonilöchli-Juranagelfluh (Waibel 1925, Buxtorf &amp; Christ 1936, Waibel &amp; Burri 1961, Kälin 1993):&nbsp;vom Käsel südwärts gegen Tonilöchli herunter ziehende Bachrunse</p>
Typusprofil
  • Tönilöchli (SO)
    Merkmale des Ortes
    • typische Fazies
    • Untergrenze
    Zugänglichkeit des Ortes
    • Bachprofil
    Koordinaten
    • (2610400 / 1246550)
    Notizen
    • <p>Typuslokaliät der Tonilöchli-Juranagelfluh (Waibel 1925, Buxtorf &amp; Christ 1936, Waibel &amp; Burri 1961, Kälin 1993):&nbsp;vom Käsel südwärts gegen Tonilöchli herunter ziehende Bachrunse</p>

Referenzen

Neubearbeitung
Waibel A., Burri F. (1961) : Jura et fossé rhénan - Juragebirge und Rheintalgraben Internat. Strati. Lexikon - Lexique Strati. Internat. I/7a, 314

Juranagelfluh des Tonilöchli (Miocän-Tortonien)

A. WAIBEL (1925): Geologie der Umgebung von Erschwil (Gebiet der Hohen Winde). Beitr. geol. Karte Schweiz, N.F. 55, II. Abt.: 9-10.

In der vom Käsel südwärts gegen Tonilöchli (Koord. 610.400 / 246.550) herunter ziehenden Bachrunse, ca. 8 km SE von Laufen, ist ein ziemlich vollständiges Profil von Juranagelfluh (JN) erschlossen, die transgressiv auf Delsbergerkalk (Chattien) aufliegt. Von unten nach oben sind folgende Ablagerungen zu erkennen: 1. 1.15 m gut geschichtete Geröllagen, entweder gar nicht oder nur leicht verkittet; 2. 0.35 m graue Mergel und Mergelbruchstücke (schlecht erschlossen); 3. 0.15 m gelbliche, sandige Mergel; 4. 0.11 m graue Sandsteinbank; 5. 0.15 m gelbliche, sandige Mergel, ähnlich no. 3; 6. 0.17 m gelbliche Sandsteinbank, im hangenden Teil Gerölle einschliessend; 7. 4.90 m gelbliche, tonige, allmählich sandiger werdende Mergel, die schliesslich durch reinen Sand ersetzt werden. Hand in Hand mit dieser Versandung Zunahme der freien Gerölle, die sogar die Zwischenlagen fast verdrängen, während am Kontakt mit 6 beinahe keine Gerölle vorhanden sind. Es handelt sich ausschliesslich um jurassisches Material (Sequan-Kimeridge); 8. 1.80 m Nagelfluh mit sandigem Zement, zum Teil mit 1-2 cm mächtigen vereinzelten hellgrauen Sandsteinlamellen. Die dunkelgrauen, dichten Kalke entstammen dem Muschelkalk 9. 0.75 m graue, sandige, geröllfreie Mergel (zum Teil Sandstein am Kontakt mit 8), die allmählich eine dunkelgelbe bis braungelbe Färbung annehmen; 10. 0.30 m lose Gerölle ziemlich dicht aufeinanderliegend, mit hellgelben Sandzwischenlagen; 11. 0.35 m Nagelfluh mit hellgelbem, ziemlich hartem, sandigem Zement. Keine scharfe Grenze gegen 10; 12. 0.30 m hellgrauer Sandstein mit Gerölleinlagerungen. 13. 0.15 m wenig stark verkittete Nagelfluh; 14. 15.0 m breite Combe, mit Schutt bedeckt; geröllfrei; 15. 0.60 m dünnplattige, hellgraue Sandsteine. Plattendicke 2-4 mm; 16. 13.00 m dunkel anwitternde, gelbe Sande und Sandsteine, eine Combe bildend; 17. Terrainkante aus Nagelfluh mit hellgrauem Sandstein wie 8; 18. 17.00 m hellgelbe Sande und Sandsteine, eine Combe bildend; 19. Terrainkante aus Nagelfluh wie 8; 20. Schutt. Aus Originalnotizen von F. MÜHLBERG ergeben sich folgende Angaben über die Zusammensetzung dieser Nagelfluh: Von 100 Geröllen entfallen auf Muschelkalk 40, auf Buntsandstein 25, auf Quarzite 15, auf Feuerstein 2, auf Porphyr 1; dann folgen Sequan 10, Rauracien 2, Argovien 5. Die Gerölle von Porphyr, Buntsandstein, Quarzit (und Muschelkalk) weisen auf Herkunft aus dem Schwarzwald oder den Vogesen. Bemerkenswert ist ferner das starke Zurücktreten des sicher einheimischen Materials und das Fehlen oder jedenfalls seltene Vorkommen von Lias und Hauptrogenstein. In dieser Beziehung besteht ein grosser Unterschied zur JN des Basler und Aargauer Jura, in welcher nach E. SCHAAD (1908) der Dogger die meisten Gerölle liefert und ältere Sedimente selten sind oder ganz fehlen. Die JN ist in der Tonilöchlimulde recht verschiedenen Gesteinen aufgelagert: An der Lüssel bei Sonnenhalb ruht sie auf Helvétien, im Bachanriss N. von Tonilöchli auf Delémontien und im E, beim Langägertenwald, greift sie am S- und N-Rand der Mulde direkt auf Obersequan über. Die Nagelfluh von Tonilöchli wird ins Tortonien gestellt. Als Typ-Lokalität gilt der Anriss des Käselbaches nördlich von Tonilöchli (Koord. 610.400/246.550), von welchem das oben angeführte Profil stammt. Das Verbreitungsgebiet beschränkt sich auf die Mulde von Girlend (= Girlang) — Tonilöchli. Die Aufschlüsse beginnen ca. 2 km SE von Erschwil und verlaufen auf eine Länge von 2.5 km vom nördlichen Ufer der Lüssel bei Sonnenhalb in ENE-Richtung über Tonilöchli — Langägerterwald bis Bolang, wo sie am Scheltenmühle-Joggenhaus-Bruch aufhören. Es ist das einzige JN-Vorkommen innerhalb des Kettenjuras. Literatur: A. BUXTORF & P. CHRIST (1936: 17), R. KOCH (1923), L. ROLLUR (1898: 129), A. WAIBEL (1925).

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