Gastern-Granit

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Darstellung und Status

Index
gamma-G
Farbe CMYK
(0%,43%,52%,14%)
Farbe RGB
R: 220 G: 125 B: 105
Rang
lithostratigraphische Formation
Gebrauch
Element ist in Gebrauch
Status
informeller Begriff
Diskussion des Status

Gastern = lieu-dit/hameau figurant sur les cartes jusque dans les années 1990, aujourd'hui disparu (environs de Selden). Turnau 1906 ?

Nomenklatur

Deutsch
Gastern-Granit
Français
Granite de Gastern
Italiano
Granito di Gastern
English
Gastern Granite
Herkunft des Namens

Oberes Gasterntal (BE)(= Gasteretal, Gasterental)

Historische Varianten

Gasterengranit (Studer 1872, Koenig 1972), Gasteren-Lakkolith (Turnau 1906), Gasterngranit (Trüninger 1911, von Tavel 1936, Collet 1947, Hügi 1956, Rutsch et al. 1966, de Quervain 1969, Labhart), Granit de Gastern (Swiderski 1919), granite du massif de Gastern (Collet 1921), granite du Gastern (Krummenacher 1959), Granite de Gastern (Labhart), Gastern Granite (Berger et al 2017)

Beschreibung

Beschreibung

Mineralbestand: Plagioklas, K-Feldspat, Quarz, Biotit, akz. Minerale (Apatit, Titanit, Zirkon, Rutil, Pyrit, Kalzit, Serizit); rich in hornfels and calc-silicate inclusions (Trümpy et al. 1980)

Hierarchie und Abfolge

Obergrenze

Der Gasterngranit wird diskordant durch nicht metamorphe, postvariszische Sedimente überlagert.

Alter

Alter Top
  • Assélien
Alter Basis
  • Gzhélien
Datierungsmethode

303 +/-4 Ma (Schaltegger 1993)

Geografie

Geographische Verbreitung
Nordwestlichster Teil des Aarmassivs (oberes Gasteretal, Lötschenpass, Petersgrat). Gegen Osten bis im Inners Tal am SW-Fuss des Breithorns.
Typusregion
Oberen Gasterntal (= Gasteretal, Gasterental), insbesondere die südliche Seite unterhalb des Gasterngrats.

Paläogeografie und Tektonik

Tektonische Einheit (bzw. Überbegriff)
Herkunftstyp
  • plutonisch
Metamorphose
monozyklisch

Referenzen

Erstdefinition
Studer B. (1872) : Index der Petrographie und Stratigraphie der Schweiz und ihrer Umgebungen. Dalp (Bern)

S.91: Klein- bis mittelkörniges Gemeng von vorherrschendem Feldspath, wenig graulichem Quarz und nicht wenig dunkel graulich grünem Glimmer, in z.Th. sechsseitigen Blättchen, ohne Talk oder Chlorit. Der eine Feldspath mit Perlmutterglanz weiss, der andere, enge damit verwachsen, beinahe matt, weiss oder blassgrün. Nesterweise, ohne Trennung von diesem weissem Granit, ist der Orthoklas fleischroth, ziemlich dunkel; der andere Feldspath fehlt und scheint ersetzt durch Quarz. Der Granit wird durch weisse Felsitgänge, ohne Glimmer, durchsetzt, die aber nur als Aussonderungen betrachtet werden können und, ohne Trennung, mit dem Feldspath und Quarz des Granits. als inniges Gemeng desselben, im Zusammenhang stehen. - Aus diesem Granit besteht die Kette zwischen dem Tschingelgletscher und dem Hintergrund des Gasterenthales und dem Lötchthale, und auch in dem Gletscherschlucht, im Hintergrund von Lauterbrunnen und in Grindelwald, findet man nur denselben, der Alpen- oder Protogingranit fehlt. Die rothe Abänderung des Gasterengranits bleibt jedoch beschränkt auf den Hintergrund von Gastern und ist, so viel bis jetzt bekannt, das einzige Vorkommen von in grösseren Massen anstehenden rothem Granit in der Schweiz.

Th. Hügi in: Rutsch et al. 1966: GASTERNGRANIT (Palaeozoikum ; Gasternmassiv)

Der von B. Studer (1872: 91) erwähnte Name war den Geologen schon länger bekannt, wie ein im Naturhistorischen Museum Bern aufbewahrtes Handstück aus dem Jahre 1802 beweist, das die Bezeichnung «Gasterngranit» trägt (Truninger E., 1911: 4).

Der Gasterngranit bildet den westlichsten Teil der Gastern-Lauterbrunner-Innertkirchner-Granitzone des Aarmassiv (siehe Th. Hügi, 1956, Tafel V). Der Gasterngranit steht im Einzugsgebiet der Kander (= Gasterntal), sowie südöstlich der Kammlinie des Gasterngrates [Definition in Collet (1947)] an und zwar in und oberhalb der nördlichen Seitentäler des Lötschentales. Der Gasterngranit wird diskordant durch nicht metamorphe, posthercynische Sedimente überlagert und gehört zu den hercynischen Graniten. Der Normaltypus des Gasterngranites, ein Alkali-Biotitgranit, ist bereits von E. Truninger (1911) als ein hypidiomorphes, richtungslos-körniges Gestein beschrieben worden; er besteht aus den Mineralien Plagioklas (ca. 48% Albit-Oligoklasalbit), Alkalifeldspat (ca. 24% Perthit, stellenweise auch Mikroklin), Quarz (ca. 17%), braunem Biotit, z.T. zersetzt und ausgebleicht, sowie Nebenbestandteilen, wie Apatit, Titanit, Zirkon, Rutil, Pyrit, Kalzit und Serizit (Biotit und Nebenbestandteile ca. 11%). Biotite zeigen gelegentlich deutliche pleochroitische Höfe. Ausser diesem arealmässig dominierenden Normaltypus sind verschiedene Abarten von untergeordneter Bedeutung beschrieben worden. Es sind dies vor allem biotitreiche, porphyrartige, rote und grüne sowie muskovitführende und mylonitische Gasterngranite (siehe hierzu ausser E. Truninger 1911 auch M. Gysin 1952 und Th. Hügi 1956). Die petrochemischen und geochemischen Verhältnisse sind zusammenfassend behandelt in Th. Hügi (1956). Der Grad der Durchsetzung mit Fremdschollenmaterial aus der angrenzenden «Schieferhülle» ist im Gasterngranit am schwächsten, nimmt aber gegen Osten, d.h. im Lauterbrunnen- und Innertkirchnergranit, deutlich zu.

Neubearbeitung
Berger Alfons, Mercolli Ivan, Herwegh Marco, Gnos Edwin (2017) : Geological Map of the Aar Massif, Tavetsch and Gotthard Nappes. Geological Special Map 1:100'000, Explanatory Notes 129

p.52: The Gastern Granite is a homogeneous, medium-grained biotite granite. Its U/Pb zircon age of 303±4 Ma overlaps within the error range of that of the Central Aar Granite; also its geochemical characteristics fit the composition of the Central Aar Granite (SCHALTEGGER 1993). RUTISHAUSER & HÜGI (1978) described in detail the intrusive nature of the contact between the Gastern Granite and the migmatite of the Innertkirchen-Lauterbrunnen Zone. They also suggested that anatexis of these metasedimentary rocks is the source of the melt generating the Gastern Granite. Based on more recent geochemical and geochronological data, this interpretation is debated (OLSEN et al. 2000, HETTMANN et al. 2009). A pronounced Permian–Early Triassic surface alteration (“regolith”) of the Gastern Granite occurs just below its Triassic autochthonous cover (LABHART 1977). A thin band of Mesozoic sedimentary rocks separates the Gastern Granite (Gastern Submassif) along its southern boundary from the main body of the Aar Massif (external Aar Massif).

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