Berglikehle-Bank

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Darstellung und Status

Farbe CMYK
(0%,18%,63%,0%)
Farbe RGB
R: 255 G: 210 B: 95
Rang
lithostratigraphische Einheit
Gebrauch
Element ist in Gebrauch
Status
lokaler Begriff (informell)
Diskussion des Status

Nomenklatur

Deutsch
Berglikehle-Bank
Français
Banc de la Berglikehle
English
Berglikehle Bed
Herkunft des Namens

Berglikehle = Chäle / Underbärgli (BE) am Sigriswilergrat

Historische Varianten
bituminösen Mergelschiefer (Studer 1834a), Dépôts charbonneux et couches saumâtres de la Berglikehle (Douvillé 1903), Brackwasserkalk der Berglikehle = Brackwasserschichten der Berglikehle (Beck 1911, Rutsch et al. 1966), Marnes de la Berglikehle (Boussac 1912)
Nomenklatorische Bemerkungen
Hohlkehle = Combe

Beschreibung

Geomorphologie
Hohlkehle (Combe)
Mächtigkeit
Ca. 10 m (Rutsch et al. 1966).

Komponenten

Fossilien
  • Cerithoideen
  • Gastropoden
Cyrena rouyana d'Orb. spec., Neritina fischeri Brunner (Typuslokalität), Melania alpina Mayer in Sandberger (Typuslokalität), Melanopsis carinata Sowerby, Cerithium ligatum Brunner (Typuslokalität), Cerithium cf. scalaroides Desh., Cerithium Lugeoni Boussac (Boussac 1912)

Alter

Alter Top
  • spätes Eozän

Alter Basis
  • spätes Eozän

Geografie

Typusregion
Sigriswilergrat (BE)

Referenzen

Erstdefinition
Beck (1922) : Gliederung der diluvialen Ablagerungen bei Thun. Eclogae geol. Heiv. 17/3.
Neubearbeitung
Rutsch R. F., ... (1966) : Alpes suisses et Tessin méridional. Lexique stratigraphique international, vol. 1 Europe, fasc. 7c

BERGLIKEHLE, Brackwasserschichten der... (Älteres Obereocaen ; Helvetikum) P. Beck (1911) in: Beiträge zur Geologie der Thunerseegebirge, mit besonderer Berücksichtigung des Sigriswilergrates, des Beatenbergs und des Harders. Beitr. geol. K. Schweiz, (N.F.), 59: 26. (Vgl. zur Übersicht die Art. >>> «Hohgantsandstein» und -» «Hohgantserie»). Es handelt sich um eine nur rund 10 m mächtige, auffallende Einschaltung innerhalb des «Hohgantsandsteins» (>>>), welche aber schon sehr früh wegen ihres Gehaltes an z.T. gut erhaltenen Makrofossilien das Interesse auf sich gezogen hat. Diese Fossilfundstelle hat ausserdem auch deshalb frühzeitig Beachtung gefunden, weil sie im Bereich der leicht zugänglichen Alpenrandkette des Sigriswilergrates («Ralligstöcke» der älteren Literatur) N des Thunersees gelegen ist, über deren, für die damalige Zeit schwer verständliche Verhältnisse in den frühesten Entwicklungsphasen der Stratigraphie der Schweizeralpen eine langwierige Diskussion geherrscht hat. Der Fundhorizont liegt auf der NW-Flanke der genannten Kette (LK. BL Interlaken, Nr. 254, Koord. 623800/174200 bis 624600/175300), an einem Weg, der von Sigriswil-Wilerallmend über die Alpen Unterbergli und Oberbergli auf das Sigriswiler-Rothorn, P. 2050, führt. (Man vgl. zu der Situation das geol. Profil in Arn. Heim, 1908b, Fig. 4, p. 33, wieder reproduziert in P. Beck, 1911, als Fig. 7, p. 31, sowie in J. Boussac, 1912, als Fig. 138, p. 434). Zuerst überwindet dieser Weg zwsichen den Kurven 1570 und 1600 eine erste niedrige Wandstufe, welche unten aus Schrattenkalk ,oben aus einer 25 m mächtigen ersten Abteilung von «Hohgantsandstein» besteht, die mit scharfer Grenze auf den Schrattenkalk transgrediert. Oberhalb mündet der Weg darauf in eine über 1 km lange auffallende Hohlkehle oder Combe ein, welche über dieser untersten Wandstufe parallel zur Richtung des Abhanges gegen NE zu P. 1727 ansteigt und schliesslich in der NW-Flanke der «Mähre >, P. 1953, ausläuft. Diese Hohlform entspricht morphologisch dem Ausbissband der weichen Brackwasserschichten, die eingeschaltet sind zwischen dem genannten unteren und einem noch etwa 60 m mächtigen oberen Teil des Hohgantsandsteins, der seinerseits schliesslich gegen oben in Lithothamnienkalk = «Ralligmarmor» ( >>>) übergeht. Diese höheren Schichten bilden die nächstfolgende Wandstufe an der SW-Seite der Hohlkehle und den Gipfel der «Mähre». Schon B. Studer (1834a: 106) hat die hier interessierenden fossilhaltigen Zwischenschichten zwischen den beiden Sandsteinmassen mit folgenden Worten erwähnt: «Bevor man aber, von Sigriswil aus, auf die Berglialp, auf der oberen Fläche der Ralligstöcke, gelangt, findet man auf der letzten Gebirgsstufe, im Kännel, einen bituminösen Mergelschiefer, auf Sandstein gelagert und gegen die höher liegenden Kalk- und Nummulitenbänke einschiessend, ausgezeichnet durch viele, z.T. mit calcinierter Schale erhaltene Petrefacten.» Sämtliche Erwähnungen und Beschreibungen der nachstehend zusammengestellten Literaturstellen beziehen sich auf die fossilhaltigen Schichten in der genannten Rinne, welch letztere in der geologischen Literatur später meistens, auch als Fossilfundort, mit dem (in der LK allerdings nicht figurierenden Namen) «Berglikehle» bezeichnet worden ist. Berglikehle C. Brunner, 1848 » » L. Rütimeyer, 1850: 30-31 » » B. Studer, 1853: 102 (Einzelne Foss. der dortigen Liste stammen aus der Berglikehle) » » W.A. Ooster, 1870-71 » » B. Studer, 1872 Berglikehle E. Favre, 1872: 6 Brackwasserkalk der Ralligstöcke F. Sandberger, 1870-75: 247 I. Bachmann, 1876 Brackwasserschichten der Ralligstöcke K. Mayer-Eymar, 1876: 10 Berglikehle FJ. Kaufmann, 1886: 245, 251, 253, 540, 541 Brackwasserkalk der Berglikehle K. Mayer-Eymar, 1887: V Brackwasserkalk von Merligen » » ibid.: XXVII Brackwasserkalk der Ralligstöcke P. Oppenheim, 1896: 152 Dépôts charbonneux et couches saumâtres de la Berglikehle H. Douvillé, 1903: 200 Brackwasserschichten Arn. Heim, 1908b: 37 Brack- und Süsswasserschichten (Sigriswilergrat) » » ibidem: Tab. p. 140 Couches littorales et saumâtres J. Boussac, 1909b: 183 Couches fossilifères à Cerithes du Sigriswyl-Grat » » ibidem; pl. VI, Fig. l Couches saumâtres du Sigriswylergrat » » ibidem: pl. VI, Fig. 4 Brackwasserschichten P. Beck, 1911: 28, 35 Brackwasserschichten der Berglikehle » » ibidem.: 26 Marnes de la Berglikehle J. Boussac, 1912: 437 Couches marneuses et ligniteuses, saumâtres, à Neritina, Melania, Cerithium, etc. » » ibidem: 436 Brackwasserschichten L. Wehrli, 1919 Brackwasserschichten H W. Schneeberger, 1927: 61-63, 71 Wie man sieht, ist für diesen altbekannten stratigraphischen Horizont die volle Bezeichnung «Brackwasserschichten der Berglikehle», wie sie hier als Stichwort verwendet wurde, einzig von P. Beck, 1911, einmal angewendet worden und zwar nur als wörtliche Übersetzung des von H. Douvillé, 1903, gebrauchten Ausdrucks «Couches saumâtres de la Berglikehle». Eine solche exakte Bezeichnung ist aber notwendig; denn es gibt im helvetischen Alttertiär noch weitere Brackwasserhorizonte abweichenden Alters, wie z.B. die unten noch erwähnten, von H. Adrian (1915) «Brackwasserschichten des Priabonien» genannten Horizonte der Wildhorn-Decke im Kandertal ( >>> «Brackwasserschichten der Wildhorn-Decke (sensu H. Adrian, 1915)»), oder die ebenfalls jüngeren «Cerithienschichten» (>>>; s. auch >>> «Couches à Cerithes») der Mordes- und Diablerets-Decke und des zentralschweizerischen Autochthonen. L. Rütimeyer (1850, I.e.), ebenso später F.J. Kaufmann (1886: 253-54) haben den lithologischen Charakter der «Brackwasserschichten der Berglikehle» bereits deutlich beschrieben. Nach dem oben schon angeführten und auch von P. Beck und J. Boussac in extenso wieder zitierten Detailprofil, das Arn. Heim an der «Mähre» durch die ganze «Hohgantserie» aufgenommen hat und auf welches hier für die Einzelheiten verwiesen werden kann, lassen sich innerhalb der Brackwasserschichten eine grössere Zahl von rasch abwechselnden Einzelbänklein unterscheiden, die zur Hauptsache aus dichtem schwarzem Stinkkalk, aus ± dunkeln bituminösen Mergeln mit Übergängen in Kohlemergel bis Kohle, aber auch bunten Mergeln bestehen. Die Untergrenze gegen den liegenden Sandstein ist scharf, ebenso die Obergrenze, an welcher der nachfolgende Quarzit, der ein höheres Zyklothem des «Höhgantsandsteins» einleitet, mit einer gröberklastischen Bank mit Malchquarzgeröllchen einsetzt. C. Brunner (1848) und später K. Mayer-Eymar (1887) haben aus dem Brackwasserhorizont speziell dafür charakteristische neue Gastropodenarten beschrieben und der Letztgenannte hat daneben unter der Ueberschrift «Brackwasserkalk und Lignite der Ralligstöcke und des Niederhorns» eine längere Faunenliste gegeben (I.e.: 81). Unter der Fundortangabe «Ralligstöcke» wurden die Makrofossilien der Berglikehle vielfach von denjenigen des «Ralligholzes» ( >>> «Ralligmarmor») in den alten Aufsammlungen nicht genügend getrennt gehalten. J. Boussac (1912: 438-39) zitiert nach seiner Revision neben den endemischen Arten nur noch wenige weitere Spezies als sicher aus der Berglikehle stammend: Cyrena rouyana d'Orb. spec., Neritina fischeri Brunner (Typuslokalität), Melania alpina Mayer in Sandberger (Typuslokalität), Melanopsis carinata Sowerby, Cerithium ligatum Brunner (Typuslokalität), Cerithium cf. scalaroides Desh., Cerithium Lugeoni Boussac. Arn. Heim (1908b: 35) hatte schon darauf aufmerksam gemacht, dass Mayer-Eymars Zitat von Cerithium diaboli aus diesem Horizont unrichtig ist; von den weiteren, durch Mayer-Eymar aufgeführten Gastropoden erwähnt auch Arn. Heim wiederum Planorbis pseudammonius (Sem.), die verschiedenen, von Mayer-Eymar aufgeführten Limnaeen-Spezies dagegen sind nie revidiert worden. Unter diesen Formen ist Cerithium scalaroides bekannt als eine Spezies der «Sables moyens» des Pariser Beckens. Zu der Rolle, welche die «Brackwasserschichten der Berglikehle» innerhalb dem «Hohgantsandstein» als Ganzem spielen, ist noch folgendes anzumerken. In der südlich benachbarten Niederhornkette findet sich innerhalb des letzteren lokal eine ebenfalls altbekannte, schon von B. Studer (1834: 108) beschriebene Kohlebank entwickelt, immerhin von solcher Dicke, dass sie im vergangenen Jahrhundert zeitweilig ausgebeutet worden ist. (vgl. L. Wehrli, 1919). Es ist von allen Autoren stets als gegeben angenommen worden, dass die «Brackwasserschichten der Berglikehle» mit ihren Kohlespuren genau dasselbe Regressionsniveau innerhalb des im übrigen marinen Hohgantsandsteins darstellten, wie die Kohlebank des Niederhorns. Es war ausserdem naheliegend, die Brackwasserschichten des Sigriswilergrates und die Kohleschicht des Niederhorns mit den lithologisch ähnlichen, ebenfalls schon sehr früh bekannten «Couches à Cerithes» der Diablerets und dem dortigen Kohlevorkommen in Verbindung zu bringen (vgl. z.B. K. Mayer-Eymar, 1876: 10; P. Oppenheim, 1896). J. Boussac (1909a, b, 1912) hat aber dann endgültig nachgewiesen, dass sowohl nach den Faunen, wie nach den geometrisch stratigraphischen Zusammenhängen, wie sie sich entlang der Front der Wildhorndecke von SW- nach NE verfolgen lassen, die «Hohgantserie», - für Boussac das Paradigma des alpinen «Auversien» -, älter sein muss, als die Diablerets-Schichten. Wenn auch heute die Bezeichnung «Auversien» wegfallen muss und wenn auch nicht sicher feststeht, dass im Profil des Klein Hörnli (westlichste Wildhorndecke, vgl. Boussac, 1909b: 186-87; 1912: 327), auf welches sich die Argumentation Boussacs teilweise stützt, Aequivalente der echten «Cerithienschichten» noch im Dach der «Hohgantserie» zu beobachten sind (vgl. H. P. Schaub, 1937: 378), so wird doch das prinzipielle Resultat, dass die «Hohgantserie» älter ist als die «Cerithienschichten» mit Cerithium diaboli, seither allgemein anerkannt. Die sehr spezielle Makrofauna der eingeschlossenen «Brackwasserschichten» der Berglikehle kann zu dieser Altersfrage nicht viel beitragen; wichtiger ist die von C. Colombi neuerdings wieder in Untersuchung genommene Grossforaminiferenfauna der umgebenden marinen Horizonte der «Hohgantserie». Zu der Diskussion über die Einstufung derselben als «älteres Obereocaen» s. das letztere Stichwort. Die bituminöse Einschaltung der «Brackwasserschichten der Berglikehle» und der Kohle der Niederhorn-Gemmenalphornkette war für verschiedene Autoren Veranlassung, mit Hilfe dieses vermeintlich einheitlichen Trennhorizontes einen darunterliegenden «Unteren Hohgantsandstein» und einen dar überliegenden «Oberen Hohgantsandstein» unterscheiden zu wollen (vgl. Arn. Heim, 1908b: 33, 37, Tabelle S. 140; P. Beck, 1911: 28, 35-36; W. Schneeberger, 1927: 61). Neuerdings konnte nun C. Colombi (1960, unpubliziert, >>> «Hohgantsandstein» und >>> «Hohgantserie», Korrelationstabelle) zeigen, dass die Masse des Hohgantsandsteins aus drei übereinanderliegenden Zyklothemen besteht, von denen jedes unten mit einer charakteristischen, weithin aushaltenden eigentlichen Quarzitbank beginnt und dann in den gewöhnlichen kalkreichen Sandsteintypus mit vielen kleinen Nummuliten übergeht. Es zeigte sich nun, dass die Kohle des Niederhorns an der verlandenden Obergrenze des tiefsten Zyklothems gelegen ist, die «Brackwasserschichten der Berglikehle» jedoch die Regressionsschicht an der Obergrenze des zweiten, mittleren Zyklothems darstellen. Es ergibt sich an Stelle der vermeintlichen Zweiteilung des Hohgantsandsteins somit eine Dreiteilung, wie sie eigentlich schon aus dem von W. Schneeberger (l.c.: 62, Fig. 19) gegebenen stratigraphischen Detailprofil (Sigriswilergrat 1km NE von dem Profil der Mähre) ersichtlich ist, wo im Sandstein zwei bituminöse Horizonte übereinander gezeichnet sind. Der untere derselben, dort nur noch durch 10m Sandstein vom Schrattenkalk getrennt und ausserdem von einem Konglomerat aus aufgearbeiteten Schrattenkalkgeröllen begleitet, entspricht der Kohlenschicht, welche am Niederhorn nach dem ebenfalls von W. Schneeberger (l.c.: 60, Fig. 18) gegebenen Profil noch 50m über der Schrattenkalkoberfläche gelegen ist. Es ergeben sich somit von S nach N grosse Mächtigkeitsschwankungen im untersten Zyklothem und Andeutungen, dass die oberen Zyklotheme gegen N über das untere übergreifen. Früher wurden diese Verhältnisse durch P. Beck und W. Schneeberger als Schwankungen der Gesamtmächtigkeit des Hohgantsandsteins und als ein Argument für dessen seitlichen faziellen Ersatz durch den hangenden Lithothamnienkalk interpretiert (vgl. hiezu Art. >>> «Ralligmarmor»). NE vom Sigriswilergrat und vom Gemmenalphorn sind bereits keine bituminösen Abschlussschichten als Trennung der 3 Zyklotheme mehr vorhanden. Auf beiden Seiten des unteren Kandertals bei Kandergrund sind Kohlenlager seit dem 18. Jahrhundert bekannt und periodisch ausgebeutet worden, das letzte Mal während des II. Welt krieges. Schon B. Studer (1834a: 97-98) hat diese Vorkommen beschrieben. Sie liegen ebenfalls im Verband von geringmächtigen eocaenen Brackwasserschichten, die aber hier überall unmittelbar dem Schrattenkalk auflagern. Man befindet sich innerhalb von Schuppen an der Stirn der Wildhorn-Decke, welche, wenigstens dem darin vertretenen Ablagerungsraum nach, der Randkette N des Thunersees entsprechen. Wie J. Boussac (vgl. 1912: 346, Fig. 115) bemerkt hat, weichen die isopischen Zonen des Eocaens vom Faltenstreichen der Wildhorn-Decke in dem Sinne ab, dass man in relativ nördlichere Fazieszonen gelangt, wenn man in derselben tektonischen Zone gegen SW fortschreitet. In Zusammenhang mit dieser Anordnung befindet man sich in der Stirnrégion der Wildhorn-Decke im unteren Kandertal bereits in jener Ablagerungszone, wo der Hohgantsandstein gegen NW auskeilt, indem der hangende Lithothamnienkalk = «Ralligmarmor» ( >>>) darüber hinweg direkt auf die Schrattenkalkunterlage übergreift. H. Adrian (1915, Fig. 9, p. 276) hat diese faziellen Verhältnisse in einem Faziesquerprofil des Eocaens in der nördlichen Wildhorndecke des Kandertales zusammengestellt. Er unterscheidet zwischen Brackwasserschichten, die sich noch zwischen Hohgantsandstein («Auversien») und Schrattenkalkunterlage einschalten und den nördlich anschliessenden Vorkommen von «Brackwasserschichten des Priabonien», welche als Basisbildungen zwischen den «Ralligmarmor» und den Schrattenkalk eingeschaltet sind. (1. c.: 276, 282; >>> «Brackwasserschichten der Wildhorn-Decke (sensu H. Adrian 1815)»). Diese zur Hauptsache aus Stinkkalk mit ± Sandbeimischung und Molluskenschalentrümmern bestehenden Brack- und Süsswasserablagerungen mit ihren eingelagerten Kohleflözchen stellen hier eine spezielle Basisausbildung des auf den Schrattenkalk-Abtragungsfläche vorrückenden Eocaens dar, von offenbar beträchtlich heterochroner Natur. Höchstens die ältesten südlichsten Vorkommen im Liegenden des Hohgantsandsteins können noch einigermassen altersmässig mit den «Brackwasserschichten der Berglikehle» verglichen werden, die nördlicheren in der Unterlage des «Ralligmarmors» werden offenbar allmählich jünger, bleiben aber vermutlich immer noch älter als die eigentlichen «Cerithienschichten» der Diabierets-Decke. R. Beck (1948) hat diese Brackwasser schichten des Kandertales in Zusammenhang mit der neuerlichen Ausbeutung der Kohlevorkommen wiederum beschrieben. Literatur: S. die im Eingang des Art. gegebene chronologische Liste, ausserdem: H. Adrian (1915), R. Beck (1948).
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