Betlis-Formation

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Darstellung und Status

Index
c2B
Farbe CMYK
(24%,0%,43%,18%)
Farbe RGB
R: 160 G: 210 B: 120
Rang
lithostratigraphische Formation
Gebrauch
Element ist in Gebrauch
Status
gültiger formeller Begriff
SKS-Notiz

Angenommen

SKS-Datum
19.10.2006

Nomenklatur

Deutsch
Betlis-Formation
Français
Formation de Betlis
Italiano
Formazione di Betlis
English
Betlis Formation
Herkunft des Namens

Betlis (SG), am Walensee

Historische Varianten

Betlis-Kalk (Heim & Baumberger 1933, Strasser 1979, Strasser 1982), Onkoidische Kalke (Haus 1937), Calcaire de Betlis, Betliskalk-Formation (Funk 1971), Betlis-Kalk-Formation (Ischi 1978, Mojon 1982), Betlis-Formation (Strasser 1979), Oolithkalke und Fossilschuttkalke = Betliskalke (Tollmann 1985)

Nomenklatorische Bemerkungen

Valanginien-Kalk (Arn. Heim 1905), Valanginien calcaire, Calcaire subrécifal

Beschreibung

Beschreibung

Der Betliskalk ist mittel- bis grobgebankt. Unten 25 - 30 m braun anwitternd, wohlgeschichteter Kalk, oben 50 - 60 m blaugrau anwitternder, schrattenkalkähnlicher Kalk, meist arm an Makrofossilien. (Beschreibung aus Heim 1916). Enthält regional grobsandige («Pygurus-Schichten») Lagen im Dach und Kondensationshorizonte (Büls-Bank), gelblich anwitternde Kalke und Mergel an der Basis (Spitzern-Member). Hell- bis dunkelgelbbraun in der Anwitterung hebt sich der Betlis-Kalk meist deutlich vom hellgrauen Öhrli-Kalk oder vom schmutziggelbschwarzen Kieselkalk ab.

Mächtigkeit
50 - 90 m, oder sogar bis 100 - 150 m (Linder 2002)

Komponenten

Fossilien
  • Rudisten
  • Korallen
  • Gastropoden
  • Echinoideen

Hierarchie und Abfolge

Stratigraphische Diskussion

Gegen Süden Übergang in Sichel-Kalk (Ischi 1978) in der Zentral- und Ostschweiz oder direkt übergehend in den Diphyoides-Kalk.

Alter

Alter Top
  • Frühes Valanginien

Alter Basis
  • Frühes Valanginien

Datierungsmethode

Biostratigraphie: Ammoniten der Büls-Bank (= Obersäss-Bank) und der Gemsmättli-Bank.

Geografie

Geographische Verbreitung
Vorarlberg (A) bis Berner Oberland (im nördlichen und mittleren Helvetikum): z.B. am Urmiberg. [Pilatus, Bärenstock, Hochflue] Auch in der Westschweiz vorhanden (St-Maurice). Im südlichen Helvetikum wird die Betlis-Formation durch den Diphyoides-Kalk ersetzt.
Typusregion
Westliche Churfirsten (SG)
Typusprofil

Paläogeografie und Tektonik

  • «Neokom»
  • Kreide des Helvetikums
Paläogeografie
North Tethyan Shelf (Helv.) :
marge continentale européenne
Tektonische Einheit (bzw. Überbegriff)
Herkunftstyp
  • sedimentär
Bildungsbedingungen

Flachneritischer, heterozoarischer Kalk.

Referenzen

Erstdefinition
Heim Arn., Baumberger E. (1933) : Jura und Unterkreide in den helvetischen Alpen beiderseits des Rheins (Vorarlberg und Ostschweiz). Denkschr. schweiz. natf. Ges. 68/2, 155-

Betliskalik nach Betlis am Walensee, wo dieser Kalk als Basis der Säntisdecke in typischer, schrattenkalkähnlicher Ausbildung in Felswänden an der Strasse entlang zutage tritt und eine maximale Mächtigkeit von 80 m erreicht. S.166

Neubearbeitung
Strasser André (1982) : Fazielle und sedimentologische Entwicklung des Betlis-Kalkes (Valanginian) im Helvetikum der Zentral- und Ostschweiz. Eclogae geol. Helv. 75/1, 1-21

Der gelbliche Betlis-Kalk ist eine gut gebankte Echinodermenbrekzie. Bis 1 dm dicke

Silexlagen unterstreichen die Bankung. Je nach Ausbildung können die Biosparite 30-90 % Trochiten, bis 5 % schlecht sortierten Fein- bis Mittelsand, Peloide, Ooide, Textulariden, Muschelbruchstücke, Phosphoritkörner und Limonit enthalten. (Zwahlen 1993)

Wichtige Publikationen
Strasser Andreas (1979) : Betlis-Kalk und Diphyoideskalk (+/- Valanginian) in der Zentral- und Ostschweiz: Stratigraphie, Mikrofazies und sedimentologische Entwicklung. Mitt. Geol. Inst. ETH und Univ. Zürich (N.F.) 225, 201 Seiten
  • Pygurus-Member

    Name Origin

    Namengebendes Fossil: Echinoidengattung Pygurus (insb. P. rostratus Agassiz).

    Rang
    lithostratigraphisches Member (Subformation)
    Status
    inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)
    Kurzbeschreibung

     

    Oberstes, bräunlich anwitterndes, grobsandiges Member der Betlis-Formation, bestehend aus einem pelletführenden, neritischen, eisenhaltigen Echinodermenkalk mit charakteristischem Gehalt an grobdetritischem Quarzsand.

     

    Age
    Frühes Valanginien
  • Oberer Betliskalk

    Rang
    lithostratigraphische Einheit
    Status
    inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)
    Age
    Frühes Valanginien
  • Büls-Bank

    Name Origin

    Hinterbüls (SG), Churfristen

    Rang
    lithostratigraphische Bank
    Status
    lokaler Begriff (informell)
    Kurzbeschreibung

     

    Kondenstationshorizont (Phopsphorit) das die Betlis-Formation trennt bzw. das die Basis des "Oberen Betliskalk" markiert.

     

    Age
    Frühes Valanginien
  • Unterer Betliskalk

    Rang
    lithostratigraphische Einheit
    Status
    inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)
    Kurzbeschreibung

     

    Sandiger, bioklastischer Kalk (Grain- und Packstone), reich an Echinodermen, Bryozoen, Bivalven, Brachiopoden, benthische Foraminiferen und Kalkalgen.

     

    Age
    Frühes Valanginien
  • Spitzern-Member

    Name Origin

    Spitzern = Spitzeren (SZ), SE Rigi-Hochfluh

    Rang
    lithostratigraphisches Member (Subformation)
    Status
    gültiger formeller Begriff
    Kurzbeschreibung

     

    Wechsellagerung von gelblich anwitternden Kalken und Mergeln, wobei im unteren Teil des Members eher Kalkbänke («Spitzernkalk») und im oberen Teil eher die Mergellagen («Spitzernmergel») dominieren.

     

    Age
    Frühes Valanginien
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