Karneolhorizont (Dinkelberg-Fm.)

Darstellung und Status

Farbe CMYK
(0%,33%,60%,22%)
Farbe RGB
R: 200 G: 135 B: 80
Rang
lithostratigraphische Einheit
Gebrauch
Element ist in Gebrauch
Status
inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)

Nomenklatur

Deutsch
Karneolhorizont (Dinkelberg-Fm.)
Français
Horizon à cornaline (Fm. du Dinkelberg)
English
Carnelian horizon (Dinkelberg Fm.)
Herkunft des Namens

Karneol: blutrote Adern und Scherben in der unteren Hälfte der Einheit

Historische Varianten

Carneolbank (Tobler 1905 Tab.11), Karneolhorizont (Disler 1914, Müller et al. 1984, Jordan & Deplazes 2018, Pfirter et al. 2019), Karneol-Dolomit-Horizont = Violetter Horizont 2 = VH2

Beschreibung

Beschreibung

karmin- bis purpurrot oder weisslicher, anhydritischer Karneol-Horizont (Paläoboden)

Geomorphologie
Waldbewachsenes Steilbord
Mächtigkeit
Max. 9 m (Disler 1914) ; bis 1,5 m in Süddeutschland/Nordschweiz

Hierarchie und Abfolge

Alter

Alter Top
  • Olénékien

Alter Basis
  • Olénékien

Geografie

Geographische Verbreitung
Rheinufer und südlich des Rheines bei Zeiningen und Maisprach. Nur spärlich am Dinkelberg.

Paläogeografie und Tektonik

  • Trias
Paläogeografie
Germanisches Becken
Tektonische Einheit (bzw. Überbegriff)
Herkunftstyp
  • sedimentär
Metamorphose
unmetamorph

Referenzen

Erstdefinition
Disler Carl (1914) : Stratigraphie und Tektonik des Rotliegenden und der Trias beiderseits des Rheins zwischen Rheinfelden und Augst. Verhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft in Basel 25, 1-96

S.29: Der Karneolhorizont erreicht im Maximum eine Mächitgkeit von 9 m und bildet wohl den auffälligsten Horizont des Buntsandsteins. Der meist weisse oder violette, stellenweise auch braune bis schwarze Sandstein zeigt eine massige Beschaffenheit ohne Schichtfugen. Zahlreiche verkieselte eckige und runde, äusserst harte Knollen verleihen dem Horizont, namentlich in seinem untern Teil, ein knolliges, knorriges Aussehen. Oft sind nahe über der untern Grenze ganze Lagen des weissen Sandsteins verkieselt und so hart, dass es beim Anschlagen mit dem Hammer Funken gibt (von Brombach und Pfäff Kieselsandstein genannt). Im obern Teil des Karneolhorizonts treten durch Munganoxyd braun oder schwarz gefärbte Knollen und Streifen auf. Während die weichern Partien des Sandsteins leicht verwittern, zeigen die vorkiescllen Knollen zufolge ihrer Härte grosse Widerstandsfähigkeit und verursachen das Auftreten typischer, höckeriger Stirnflächen. Gelegentlich finden sich Nester von faserigem Gyps (Profil II, Schicht 15) und Krusten von Malachit (Profil III, Schicht 6). Da, wo über den knorrigen massigen Sandsteinen noch harte, gebankte, helle Sandsteinbänke (siehe Profil IV) auftreten, empfiehlt es sich, diese auch noch zum Karneolhorizont zu rechnen und die Grenze gegen das Roth immer erst da zu legen, wo rote Tone zu dominieren beginnen. Der dem ganzen Horizont den Namen gebende Karneol tritt meist in der untern Hälfte auf, wo er in Form blutroter Adern und Scherben die verkieselten Knollen und Bänke durchzieht. Gelegentlich bildet der Karneol den Hauptbestandteil des Gesteines. Dann zeigt er in drusigen Höhlungen Einschlüsse von braunen Dolomitrhomboëdern und von auskristallisiertem Quarz (siehe Schlussbemerkung bei Profil III). Nicht in allen Aufschlüssen zeigt sich Karneol. Nur spärlich findet er sich im Gebiete des Dinkelbergs, reichlicher am Rheinufer und südlich des Rheines bei Zeiningen und Maisprach.

Neubearbeitung
Pfirter Urs, Jordan Peter., Graf H. R ., Burger H., Pietsch J., Huber M., Kiefer S., Grezet C., Maise C. & Burkhalter R. (2019) : Blatt 1068 Sissach, mit Südteil von Blatt 1048 Rheinfelden. Geol. Atlas Schweiz 1:25'000, Erläut. 161

S.23: Beim «Karneolhorizont» – Karneol-Dolomit-Horizont VH 2 (VH 2 = Violetter Horizont 2) nach deutscher stratigraphischer Gliederung (z. B. Nitsch et al. 2017) – handelt sich um einen fein- bis mittelkörnigen Sandstein mit wenig oder ohne Feldspat und Glimmer sowie Lagen von rotbraunem Silt- bis Feinsandstein. Lagenweise treten Karbonatkrusten auf. Vom Liegenden unterscheidet er sich nur durch die für Paläoböden typische pedogenetische Farbveränderung (violett, weissgrau, rotbraun) und die stärkere Quarzzementierung (Nitsch et al. 2017).

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