«Untere Bunte Molasse» (subjurassiche USM-I)

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Représentation et statut

Index
o3u
Couleur CMYK
(0%,26%,51%,24%)
Couleur RGB
R: 195 G: 145 B: 95
Rang
Formation lithostratigraphique
Usage
Ce terme est en usage.
Status
terme informel

Nomenclature

Deutsch
«Untere Bunte Molasse» (subjurassiche USM-I)
Français
«Molasse bariolée inférieure»
Italiano
«Molassa multicolore inferiore»
English
«Lower variegated molasse»
Variantes historiques

Untere bunte Molasse (Heim & Hartmann 1919, Bitterli et al. 2011, Jordan et al. 2011, Graf et al. 2012), Untere bunte Molasse-Serie (Staub 1939), Untere Bunte Molasse (Habicht 1945a, Gerber & Wanner 1984), Untere Bunte Molasse = Oberes Chatt (Füchtbauer 1964), Marnes et grès bariolés

Description

Description

Schwermineralien: Apatit + Epidot (+/- Staurolith, Turmalin, Zirkon, Spinell).

„Die in dieser Bohrung angetroffenen Sedimente umfassen vorherrschend Mergel, der meist bunt gefleckt (ocker, rostrot bis grün) und teilweise sandig ist. Er wechsellagert mit mässig zementiertem und bis 5m mächtigem, teilweise rippelgeschichtetem Mittel- bis Grobsandstein mit z.T. erosiver Basis. Weiter sind Siltsteinlagen, feine Kohlesplitter und typische pedogene Horizonte mit Karbonatkonkretionen (Caliche) anzutreffen. Im oberen Abschnitt (178 - 25 m) treten vermehrt Sandsteinbänke auf, die sich mit bunt geflecktem, sandigem Mergel, Silt- und Feinsandsteinlagen sowie schwarzem Tonmergel abwechseln. Im untersten gekernten Abschnitt (231 - 212 m) wurden ölimprägnierte Sandstein­bänke angetroffen, darunter folgen grösstenteils bunt gefleckter Mergel und Tonstein mit Silt- und Feinsandsteinbänken sowie wenige, bis 5 m mächtige Grobsandsteinbänke.“ [Graf et al. 2012 S.12]

„Allgemein wird die Grenze dort gezogen, wo die typischen konglomeratischen, fossilreichen Linsen und Lagen der Aarwanger Molasse aussetzen und fossilarmer Knauersandstein sowie bunte Mergel und Sandstein beginnen. Nach oben werden rote und bunt gefleckte, oft auch dunkle sandige Lagen häufiger. Entlang des Aarelaufes von Murgenthal bis unterhalb der Aarentränki sind im mittleren Teil dieser Abfolge Ölsandsteine zwischengelagert. Das Bitumen in den Sandsteinen ist wahrscheinlich entlang einer vermuteten transversalen Störungszone aus der Tiefe einmigriert.“ [Jordi in Bitterli et al. 2011 S.26]

Épaisseur
EWS-Bohrung Oftringen: ca. 340 m, Tiefbohrung Altishofen: ca. 270 m ; 150 m im Norden bis ca. 300 m im SW (Gerber & Wanner 1984, Bitterli et al. 2011).

Composants

Fossiles
  • gastéropodes
  • mollusques
  • végétaux : Plantae
  • mammifères

An Fossilien ist die «Untere bunte Molasse» arm. Im oberen Abschnitt der «Unteren bunten Molasse» wurde schon von Kehrer (1922) eine reiche Mollusken- und Säugetierfauna gefunden (Fundstelle Rickenbach). Erni & Kelterborn (1948) erwähnen eine Fundstelle, die neben Plebecula ramondi Brong. (= eine Landschnecke) auch Säugetierreste enthielt. Feine Kohlesplitter sowie bituminöse Sandsteinbänke (Ölsandstein) konnten zudem beobachtet werden.

Hiérarchie et succession

Unité hiérarchiquement supérieure
Limite supérieure

Die obere Grenze der «Unteren bunten Molasse» zur Kalksandsteinserie im Hangenden ist unscharf und fliessend.

Gegen oben ist die «Untere bunte Molasse» der EWS-Bohrung Oftringen (Albert & Bläsi 2008) von quartären Sedimenten bedeckt.

Limite inférieure

Die Abgrenzung der «Unteren bunten Molasse» zur darunter liegenden Aarwanger Molasse ist wegen der lithologischen Ähnlichkeit beider Schichtfolgen unscharf und oft fraglich. Allgemein wird die Grenze dort gezogen, wo die typischen konglomeratischen, fossilreichen Linsen und Lagen der Aarwanger Molasse aussetzen und fossilarmer Knauersandstein mit reichlichen Zwischenlagen von buntem Mergel beginnt.

Die «Untere bunte Molasse» der EWS-Bohrung Oftringen (Albert & Bläsi 2008) wird von einer geringmächtigen Lage roten Tonsteins (Boluston des eozänen Siderolithikums) unterlagert. Am Westschenkel der Born-Antiklinale bei Kappel liegt die «Unteren bunten Molasse» ebenfalls diskordant auf verkarsteten Malmkalken mit meist geringmächtigen siderolithischen Bildungen.

Discussion stratigraphique

Das Bitumen in den Sandsteinen der «Unteren bunten Molasse» im Gebiet von Atlasblatt 113 Murgenthal ist wahrscheinlich entlang einer vermuteten transversalen Störungszone aus der Tiefe einmigriert.

Die Sandsteinschichten der «Unteren bunten Molasse» am Westschenkel der Born-Antiklinale enthalten bemerkenswerte, bis zu 10 cm grosse Malmkalkgerölle, was zeigt, dass die Borngegend während der Ablagerung der oligozänen Molasse eine Hochzone war, in der Erosionsvorgänge stattfanden.

Âge

Âge au sommet
  • Chattien tardif
Âge à la base
  • Chattien tardif
Méthode de datation

Im oberen Abschnitt der «Unteren bunten Molasse» wurde schon von Kehrer (1922) eine reiche Mollusken- und Säugetierfauna gefunden (Fundstelle Rickenbach), die als europäische Referenzfauna für MP29 (spätes Chattien) Eingang in die Literatur fand (Schmidt-Kittler 1987).

Erni & Kelterborn (1948) erwähnen eine Fundstelle, die neben Plebecula ramondi Brong. (= eine Landschnecke) auch Säugetierreste enthielt, die H.G. Stehlin mit Sicherheit dem «Stampien», d.h. dem heutigen Rupélien bis Chattien, zuordnete.

Géographie

Extension géographique
Subjurassische Molasse zwischen Solothurn und Aarau.
Région-type
Westschweiz

Paléogéographie et tectonique

  • USM-I
Paléogéographie
Bassin d'avant-pays nord-alpin
Termes génériques
Type de protolithe
  • sédimentaire
Métamorphisme
non métamorphique

Références

Révision
Habicht J. K. A. (1987) : Schweizerisches Mittelland (Molasse). Internationales Stratigraphisches Lexikon Vol.1 Fasc.7b

UNTERE BUNTE MOLASSE (USM) (Westschweiz: «Mittleres und oberes Stampien»,«Unteres und oberes Chattien») (Gegend von Biel: «Chattien» und ?«Aquitanien») Heim, Arn. & Hartmann, ad. (1919): Untersuchungen über die petrolführende Molasse der Schweiz. - Beitr. Geol. Schweiz, geotech. Ser. 6, p.70 und Tf. VI. Ein Originalzitat wird nicht gegeben. Aus Tafel VI ist ersichtlich, dass darunter die zwischen Molassebasis und der >>> Serie der Süsswasserkalke und Dolomite liegende Folge bunter Mergel verstanden wird. Der Ausdruck «Untere bunte Molasse» ist also synonym mit >>> Marnes bariolées und mit >>> Molasse rouge. Der Begriff ist in der Westschweiz mithin etwas weiter gefasst als Jordi's >>> Serie der unteren bunten Mergel, da zur «Unteren bunten Molasse» auch die basalen sandsteinreichen Schichten der subjurassischen Waadtländer Molasse gerechnet werden, also >>> Grès de Suscévaz, Grès de Chavornay und die >>> Marnes rouges. Anderseits beschreiben Heim & Hartmann die >>> Aarwanger Molasse in der Typ-Region von Aarwangen als eine separate Einheit im Liegenden der Bunten Molasse. Die Veranlassung zu dieser Abtrennung der Aarwanger Molasse war jedenfalls die schon von Martin (1906) hervorgehobene besonders mächtige Entwicklung der Aarwanger Molasse im Gebiet von Aarwangen sowie auch die Tatsache, dass zur Zeit der Veröffentlichung von Heim & Hartmann die Aarwanger Molasse der Gegend von Aarwangen aufgrund von Säugerfunden dem Stampien zugewiesen worden war, während mangels beweisender Fossilfunde die Untere bunte Molasse noch ins Aquitanien gestellt wurde (vgl. Tabelle p.70). Der Begriff «Untere bunte Molasse» im Sinne von Heim & Hartmann wird auch in der neueren Literatur für das bernisch-solothurnische Gebiet gebraucht und auf das oberaargauische Gebiet ausgedehnt (vgl. Staub W. 1939, Erni† & Kelterborn 1948, Schuppli 1950 und Schlanke et al. 1978). Im Oberaargau enthält die Untere bunte Molasse Einlagerungen von mit Rest-Öl imprägnierten Sanden (>>> Murgenthaler Ölsande). Alter: In der Westschweiz ist stampisches Alter erwiesen. Die Abfolge wird dort meistens dem «Chattien inférieur» zugeteilt (vgl. >>> Marnes rouges, >>> Suscévaz, Grès de, >>> Mathod, Grès de, >>> Serie der unteren bunten Mergel). In der Gegend des Bielersees reicht die Folge vielleicht ins Aquitanien hinauf (Säugerzone von Paulhiac, Stehlin in W. Staub 1939: 19). In der Bohrung Ruppoldsried l wird sie dem «Chattien» zugewiesen (Schlanke et al. 1978). Bekannt sind die Funde von Pflanzen- und Säugetierresten vom Bahneinschnitt zwischen Murgenthal und Station Roggwil im obersten Teil der Unteren bunten Molasse. Sie waren lange Zeit unter der irrtümlichen Bezeichnung «Kalte Herberge» bekannt. Fischer-Ooster (l 856:76) zitiert Camphora polymorpha st., Salix Lavateri st. und Quercus elaena ung.; Kaufmann (1872: 244) erwähnt Apeibopsis gaudini hr. und Acer angustifolium hr.; Erni† & Kelterborn (1948: 20) Cinna-momum polymorphum A. br., Apeibopsis laharpi hr., Apeibopsis gaudini hr., Salix elongata O.W. und Acer angustilobum hr. An Säugern erwähnt Erni† & Kelterborn kleine Spezies von Rhinoceros. Nach diesen Autoren liegt die Fundstelle im obersten Teil des Ober-Stampien. Literatur: Erni† & Kelterborn 1948: 6, 9-21, 32, 34; füchtbauer 1964: 200; Heim & Hartmann 1919: 17, 31, 33, 34, 36, 37, 39, 42, 49, 70; Jordi 1955: 30-36; Schlanke et al. 1978: 415-517; Schuppli 1950: 4, 5, 25, 1958: 603; staub, W. 1939: 19; vonderschmitt & TscHOPP 1953: 23, 24.

  • «Kalksandstein-Serie» (von Aarwangen)

    Name Origin

    Murgtal (BE) NE Aarwangen

    Rang
    Formation lithostratigraphique
    Statut
    terme informel
    En bref

    Trennende, glimmerreiche Abfolge zwischen der Unteren und Oberen Bunten Molasse, bestehend aus gelbgrauem Kalksandstein mit zwischengelagertem, grauem und buntem, geschichtetem, oft schieferigem Mergel. Charakteristisch für diese Abfolge sind dunkle, sandige Mergellagen.

    Age
    Chattien tardif
  • Murgenthaler Ölsande

    Name Origin

    Aareufer bei Murgenthal (AG)

    Rang
    unité lithostratigraphique
    Statut
    terme local (informel)
    En bref
    Ölimprägnierter Sandstein der mittleren Unteren Bunten Molasse, ca. 100 - 200 m über der Aarwanger Molasse.
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