Chnebelburg-Schichten

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Representation and status

Color CMYK
(2%,0%,34%,20%)
Color RGB
R: 200 G: 205 B: 135
Rank
lithostratigraphic Formation
Validity
Unit is in Use
Status
local name (informal)

Nomenclature

Deutsch
Chnebelburg-Schichten
Français
Couches de la Chnebelburg
English
Chnebelburg Beds
Origin of the Name

Knebelburg = Chnebelburg (BE) am Jäissberg, S Biel

Historical Variants
Molasse grise (Gerber 1913), Graue Molasse (Antenen 1936, Burri 1951), Burdigalien-Sande (Oertli 1951), Serie massiger, grauer Sandsteine (Schwab 1960), Chnebelburg-Schichten (Schär 1967b, Rutsch & Schlüchter 1973, Gruner et al. 2013), «Burdigalien» (Kellerhals & Tröhler 1981)
Nomenclatorial Remarks
Die Chnebelburg ist eine historische Burg auf dem Jäissberg (BE).

Description

Description

 „Die graugrünen, zum Teil glaukonitischen Sandsteine sind auf den Höhenzügen des Frienisbergs, des Jäissbergs und am südlichen Bucheggberg nördlich des Limpachtals zu finden; sie sind auf der Nebenkarte «Geologisch-tektonische Übersicht 1:200000» von Blatt Lyss als «Burdigalien» bezeichnet.“ [Gruner 2012 S.16]

Es handelt sich um eine Abfolge aus hell­grauem bis graugelbem, z.T. nur schwach verfestigtem Sandstein, der keine oder eine nur sehr undeutliche Bankung, oft jedoch schöne Schrägschichtung zeigt. Gelegentlich treten Einlagerungen von Mergelschnüren von 2 bis 10 cm Mäch­tigkeit auf; Knauerbil­dungen sind eher selten. Der Sandstein besteht aus angerun­deten Quarzen, Feld­späten, dunkelgrünem Glaukonit, Gesteinstrümmern und z.T. ge­häuft auftretenden Glimmerblättchen. Eigentliche Nagelfluhbänke fehlen innerhalb die­ser Abfolge; hingegen treten, vor allem gegen Süden, vereinzelt Geröll­schnüre oder -nester sowie gut gerundete Einzelgerölle auf. Im Südosten des Jäissber­gs ist eine Fossilien führende Sandsteinbank aufgeschlossen (Koord. 589.230/ 217.490, vgl. Burri 1951).“ [Gruner 2012 S.18]

Thickness
Ca. 80 m am Büttenberg, 150 m am Jäissberg, Bucheggberg und Frienisberg (Gruner et al. 2013). 65 bis 170 m (Rutsch & Schlüchter 1973).

Components

Mineral Content
  • mica
  • feldspar
  • quartz
  • glauconite
Der Sandstein der Chnebelburg-Schichten besteht aus angerundeten Quarzen, Feldspäten, dunkelgrünem Glaukonit, Gesteinstrümmern und z.T. gehäuft auftretenden Glimmerblättchen.
Fossil Content
  • echinoids
  • pectinids
  • bivalves
Die Sandsteinabfolge der Chnebelburg-Schichten ist sehr fossilarm. Es finden sich lediglich Seeigelstacheln und Pelecypoden (Tapes, Pecten, Venus). Im Südosten des Jäissbergs (589230/217490) ist eine Fossilien führende Sandsteinbank aufgeschlossen.

Hierarchy and sequence

Units at roof
Upper boundary
Im Dach des Meinisberg-Muschelsandsteins. Allerdings fehlt oft die Obergrenze infolge Erosion.
Lower boundary
An der Basis der Brüttelen-Muschelnagelfluh (= «unterer Sandstein»/«Konglomeratbank») oder mit dem Aussetzen des bunten Mergels der liegenden Zinshölzli-/Gümmenen-Schichten bzw. dem Einsetzen von Glaukonit-führendem Sandstein.
Stratigraphic discussion
Mariner Sandsteinkomplex: Glaukonit ist ein Indiz für marine Ablagerungsbedingungen.

Age

Age at top
  • Burdigalian
Age at base
  • Burdigalian
Dating Method
Sphyrna prisca Agassiz im Dach (Burri 1951)

Geography

Geographical extent
Berner Mittelland und Seeland: Bellmundrain, Willerberg, Kräjenberg, Brittenberg, Vully, Dotzigenberg, Jäissberg (BE), nördlichen Teil des Bucheggbergs (SO), südlichen Teil des Büttenbergs, Frienisberg (BE), Surenhorn, Brüttelen-Fluh.
Type area
Jäissberg (Berner Seeland)
Type locality
  • Chnebelburg (BE) am Jäissberg
    Site particularities
    • Obergrenze
    • Untergrenze
    • typische Fazies
    Coordinates
    • (2587400 / 1217335)
    Note
    • Gerber 1913, Schuppli 1950, Burri 1951, Schaer 1967b, Gruner et al. 2013

Palaenography and tectonic

Kind of protolith
  • sedimentary
Conditions of formation
Marin bis brackisch.
Metamorphism
non metamorphic

References

Definition
Schär Ulrich (1967) : Geologische und sedimentpetrographische Untersuchungen im Mesozoikum und Tertiär des Bielerseegebiets (Kt. Bern) Beitr. Geol. Karte Schweiz N.F. 133, 87

Chnebelburg-Schichten ("Burdigalien") Burdigalien (GERBER 1913: 453), Burdigalien (BAUMBERGER 1915: 118), Burdigalien (BuRRI 1951: 43), Burdigalien (SCHWAB 1960: 27) Typuslokalität: Chnebelburg (Jensberg) (vgl. BURRI 1951: 43). Untergrenze: Basisfläche der Konglomeratbank (Jensberg), Koord. siehe oben. Obergrenze: Dach des Muschelsandsteins( Chnebelburg, Koord. 587.400/217.335). Lithologie: Konglomerate, graue und gelbliche Sandsteine und Sande, Muschelsandstein. Altersfrage: Nach BURRI (1951: 37) ist das Alter des Muschelsandsteins (Dachhorizont der Chnebelburg-Schichten) durch ein burdigales Leitfossil (Sph yrna prisca AGASSIz) bestimmt. Andere Datierungen fehlen, so dass über die chronostratigraphische Stellung dieses Horizontes keine absolute Sicherheit besteht. Vermutlich repräsentieren die Chnebelburg-Schichten in ihrem ganzen Umfang Burdigalien.
Definition
Gruner Ueli, Aufranc Jürg, Antenen M., Schürch R. (2013) : Blatt 1126 Büren a.A. Geol. Atlas Schweiz 1:25'000, Erläut. 109

Obere Meeresmolasse (OMM) m2 Chnebelburg-Schichten - Burdigalien Für die ganze Abfolge des unteren Teils der Oberen Meeresmolasse («Burdigalien» auct., OMM I ) wird auf Blatt Büren a. A. die Bezeichnung Chnebelburg -Schichten verwendet. Der von SCHÄR (1967) eingeführte informelle, prinzipiell aber korrekte Begriff entspricht den Sense-Schichten (Luzern -Formation), welche für den mächtigen, marinen Sandsteinkomplex in der weiteren Umgebung von Bern stehen. Der Name geht zurück auf die Chnebelburg auf dem Jäissberg, unmittelbar südlich des Gebiets von Blatt Büren a. A. (Koord. ca. 2587.000/1217.330). In der Literatur erhielt diese Sandsteinabfolge im Gebiet von Blatt Büren a. A. unterschiedliche Namen, so zum Beispiel Molasse grise (GERBER 1913), Graue Molasse (ANTENEN 1936, BURRI 1951), Burdigalien-Sande (OERTLI 1951) oder Serie massiger, grauer Sandsteine (SCHWAB 1960). Die mächtige Sandsteinabfolge der Chnebelburg-Schichten bildet im Gebiet von Blatt Büren a. A. unter anderem den Dotzigenberg, den südlichen Teil des Büttenbergs sowie die nördliche Partie des Bucheggbergs. Eine Gliederung der Sandsteinabfolge ist, im Gegensatz beispielsweise zum Gebiet von Blatt Burgdorf (GERBER 1950 b), nicht möglich. Die Untergrenze wird durch die Basis der Brüttelen-Muschelnagelfluh («unterer Muschelsandstein» sensu GERBER 1913) beziehungsweise durch das Aussetzen von buntem Mergel der Zinshölzli-Schichten gebildet (s. o.). Die Obergrenze der Chnebelburg-Schichten wird im Dach des Meinisberg-Muschelsandsteins (R.F. Rutsch in HABICHT 1987; «oberer Muschelsandstein» sensu GERBER 1913) gezogen. Die Chnebelburg-Schichten weisen eine Mächtigkeit zwischen ca. 80 m am Büttenberg und 170 m am Jäissberg und am Bucheggberg auf.
  • Meinisberg-Muschelsandstein

    Name Origin

    Meinisberg (BE), am Südfuss des Bütterberges

    Rank
    lithostratigraphic Member (Subformation)
    Status
    valid formal name
    In short
    Leithorizont im Dach der Sandsteinabfolge der Chnebelburg-Schichten (bzw. der Sense-Formation), bestehend aus (hell)grünlichem glaukonithaltigem Kalksandstein mit vielen Schalentrümmern. Die Muscheltrümmer sind an einzelnen Stellen nestartig im Muschelsandstein angereichert. Gelegentlich beginnt der Meinisberg-Muschelsandstein unten mit einer ca. 0.5 m mächtigen Muschelbank.
    Age
    Burdigalian
  • Brüttelen-Muschelnagelfluh

    Name Origin

    Brüttelen (BE), ca. 10 km westlich Aarberg

    Rank
    lithostratigraphic Member (Subformation)
    Status
    valid formal name
    Nomenclatorial Remarks
    Um Verwechslungen mit dem weit jüngeren «Unteren Muschelsandstein» nach Gerber (1926), der im Gebiet von Atlasblatt Worb die Obergrenze der Sense-Schichten (OMM I) bildet, zu vermeiden, wurde der Seeländer «Untere Muschelsandstein» deshalb von R. Rutsch (in Habicht 1987) nach einem guten Aufschluss bei Brüttelen (BE) formal als Brüttelen-Muschelnagelfluh definiert.
    In short
    Leithorizont an der Basis der Sandsteinabfolge der Chnebelburg-Schichten (bzw. der Sense-Formation), bestehend aus Geröll-führendem Kalksandstein mit Schalentrümmern und Steinkernen von Mollusken. Die Gerölle bestehen hauptsächlich aus verschiedenfarbigen Quarziten, Graniten, Gneisen und Hornsteinen, während Kalkgerölle eher selten auftreten.
    Age
    Burdigalian
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