Sense-Formation

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Darstellung, Status

Index
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CMYK-Farbe
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RGB-Farbe
R: 200 G: 205 B: 135
Rang
lithostratigraphische Formation
Gebrauch
Element ist in Gebrauch
Status
lokaler Begriff (informell)
SKS-Notiz
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SKS-Datum
-
Kommentar
Der Übergang zwischen Sense- und Luzern-Formation findet um die Aare/Emme statt.

Nomenklatur

Deutsch
Sense-Formation
Französisch
Formation de la Singine
Italienisch
Formazione della Sense
Englisch
Sense Formation
Herkunft des Namens

Fluss Sense = Singine (BE)/(FR)

Historische Varianten
«Burdigalien» auct., Berner Sandstein (Kaufmann 1872), Molasse de la Singine = Molasse jaune (de Girard 1901), Senseschichten (Rutsch 1966 und 1967a, Rutsch & Schlüchter 1973), Sandstein-Formation (Schmid 1970), Emme-Schichten (Gerber 1982), Senseschichten = unterer Teil der OMM (Pfister & Wegmüller 1994), Sense-Schichten, Formation de la Singine (Weidmann 2006)
Nomenklatorischer Kommentar
-

Synonyme

Synonyme
Nicht-Synonyme
Verwechslungsgefahr

Beschreibung

Beschreibung

„In den Sense-Schichten dominieren homogene, trogförmig kreuz- und gross­massstäblich schräg geschichtete Fein- und Mittelsandsteine. Diese führen im unteren Abschnitt weniger, im oberen vermehrt Glaukonit, der meist in Fossilhorizonten angereichert ist. Die Sandsteine haben, je nach Glaukonitgehalt und Verwitterungsgrad, eine gelb-, oliv- oder bläulich graue Farbe. Zwischen dem un­te­ren Teil der Sense-Schichten, z.B. im Grauholz, und dem oberen Teil, z.B. an der Stockeren und am Bantiger, schalten sich im Gebiet der Lutzeren Mergelhorizonte in die Sandsteine ein (z.B. im Joggelisgraben und an den Hängen nördlich von Geristein).

Im oberen Abschnitt der Sense-Schichten treten häufig geringmächtige Mer­gel­brek­zien­horizonte und dünne Mergellagen auf. Die Mergellagen sind meist als Schichtfugen in schwach wellig geschichteten Sandsteinen ausgebildet oder liegen in Linsen- und Flaserschichtung vor (z.B. in Stettlen und am Bollhölzli östlich der RBS-Station Boll-Utzigen). Konglomerate sind selten und nur an gering­mächtige, rinnenförmige, lateral rasch auskeilende Geröllhorizonte gebunden.“ [Gruner 2001 S.11]

„Sense-Schichten: Es handelt sich überwiegend um grün-, blau- bis olivgraue, mehr oder weniger glaukonitische, massig-bankige Sandsteine (so genannte Bausandsteine), die von oft ausgesprochen dünnplattigen, z. T. auch feinschichtigen Sand- und Siltsteinen mit seltenen Einschaltungen von grau­blauen bis gelbgrauen Mergeln überlagert werden.“ [Isler 2005 S.12]

Monotone Abfolge von weichen und harten, überwiegend olivgrünen, grauen bis beigen, Glaukonit führenden Sandsteinen.

Geomorphologischer Ausdruck
-
Mächtigkeit
Ca. 320 - 450 m, ist jedoch grösseren Schwankungen unterworfen. Generell nimmt die Mächtigkeit von Norden nach Süden zu.

Komponenten

Lithologien
  • Konglomerat (Psephite, Rudit) : grain > 2 mm (psephite / rudite: elements = gravel, boulder, block)
  • Sandstein (Psammit, Arenit) : grains 1/16 mm - 2 mm
  • Mergelstein
  • Nagelfluh
Mineralien
  • Glaukonit
Fossilien
  • Holz
  • Ostreideen
  • Mollusken
  • Pflanzen : Plantae
  • Haizähne
  • Pectiniden
  • Bivalven
  • Bryozoan
  • Arthropoden

Hierarchie und Abfolge

Hangendes
    -
Liegendes
Gümmenen-Formation
Laterales Äquivalent
Obergrenze
-
Untergrenze
Die Grenzziehung zwischen den Gümmenen-Schichten und den Sense-Schichten (Grenze USM/OMM) kann vielerorts längs mehr oder weniger markanter Grenzhorizonte erfolgen. Die Grenze wird im Süden des Gebietes von Atlasblatt Bern durch die Basis der Scherli-Nagelfluh (Rutsch 1933), im Westen durch deren Äquivalente und im Osten durch das Basiskonglomerat bzw. den so genannten «Leithorizont 1» (Gerber 1950) markiert. Im nördlichen Teil des Gebietes von Blatt Bern wie auch im Seeland bildet die Basis des «Unteren Muschelsandsteins» (Gerber 1913) bzw. der Brüttelen-Muschelnagelfluh (Habicht 1987) die Basis der überlagernden Sense-Schichten. Wo eindeutige Basisbildungen fehlen, wird die Grenze generell mit dem Aussetzen der in den Gümmenen-Schichten häufigen bunten Mergeleinschaltungen oder mit dem Einsetzen von glaukonithaltigen (marinen) Sandsteinen der OMM festgelegt.
Stratigraphische Diskussion
Die Sense-Schichten umfassen eine mächtige Serie mariner Sandsteine. Die Führung von Glaukonit ist ein Indiz für marine Ablagerungsbedingungen. Die Sense-Schichten wurden im litoralen Milieu bzw. im seichten Küstenbereich des Molassemeeres unter wechselnder Beeinflussung durch Wellen und Gezeitenströmungen abgelagert (Van der Linden 1963, Gerber 1982, Keller 1989, Schoepfer 1989).

Alter

Alter Top
frühes Burdigalien
Bermerkungen zu Top
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Alter Basis
spätestes Aquitanien
Bermerkungen zu Basis
-
Datierungsmethode

Die Fossilfunde in den Sense-Schichten lassen keine genaue Altersangabe zu. Die Alterszuordnung der Sense-Schichten zum unteren Burdigalien ist daher lediglich durch ihre Stellung im Schichtverband begründet (Schoepfer 1989). Doch: Berger 1985 > Grenze Aquitanien/Burdigalien.

Geografie

Paläogeografie
Mängistorfberg (BE), im Gebiet zwischen dem Scherligrabe (BE) und der Berner Altstadt, bei der Nydeggbrücke (BE), zwischen Ulmizberg (BE) und Köniz (BE), am Gurten (BE), beim Aargauerstalden (BE), westlich von Säriswil (BE), im Weidhusgrabe bei Innerberg (BE), Frieswil (BE), im Gebiet Sense–Schwarzwasser–Bütschelbach, Ostermundigen (BE), im Nordabhang des Grauholzes (BE), an der Nordseite des Bantigers (BE), am Thorberg (BE), beiderseits des Lindentals (BE), an der Stockeren (BE), im Gebiet der Lutzeren (BE), Krauchthal (BE), Stettlen (BE), Boll (BE), am Hätteberg (BE).
Typusregion
Typlokalität
-
Typusprofil
-
Referenzprofile
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Point of interest
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Paläogeografie und Tektonik

Paläogeografie
Nordalpine Vorlandbecken,
Herkunftstyp
  • sedimentäre
Bildungsbedingungen
Die Sense-Schichten wurden im litoralen Milieu bzw. im seichten Küstenbereich des Molassemeeres unter wechselnder Beeinflussung durch Wellen und Gezeitenströmungen abgelagert (Van der Linden 1963, Gerber 1982, Keller 1989, Schoepfer 1989).
Sequenz
Die Gesamtmächtigkeit der Sense-Schichten ist aus Gründen unterschiedlicher Sedimentationsbedingungen grösseren Schwankungen unterworfen (siehe Isopachenkarten in Gerber 1982).
Tektonische Einheit (bzw. Überbegriff)
Mittelländische Molasse
Metamorphose
unmetamorph
Metamorphosefazies
-
Bemerkung zur Metamorphose
-

Referenzen

Erstdefinition
Rutsch, R.F. (1967): Blatt 1186 Schwarzenburg (SA 332–335, Neuenegg–Oberbalm–Schwar¬zenburg–Rüeggisberg) , Geol. Atlas Schweiz 1:25000, Erläut. 26.
Neubearbeitung
Schoepfer Pascal (1989): Sédimentologie et stratigraphie de la Molasse marine supérieure entre le Gibloux et l'Aar. , Thèse No.965 , Université de Fribourg, 211 pages
Wichtige Publikationen
  • van der Linden Willem Jan Marie (1963): Sedimentary structures and facies interpretation of some molasse deposits - Sense-Schwarzwasser are, Canton Bern, Switzerland. , Proefschrift Rijksuniversiteit te Utrecht, 42 S.

Material und Varia

Anwendungen
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Sense-Schichten (und Liegendes)
Sense-Schichten (und Liegendes)
Grüner Sandstein der Sense-Schichten
Grüner Sandstein der Sense-Schichten
  • Meinisberg-Muschelsandstein Detailanzeige

    Herkunft des Namens

    Meinisberg (BE), am Südfuss des Bütterberges

    Rang
    lithostratigraphisches Member
    Status
    gültiger formeller Begriff
    Gültiger Name
    Kurzbeschreibung
    Leithorizont im Dach der Sandsteinabfolge der Chnebelburg-Schichten (bzw. der Sense-Formation), bestehend aus (hell)grünlichem glaukonithaltigem Kalksandstein mit vielen Schalentrümmern. Die Muscheltrümmer sind an einzelnen Stellen nestartig im Muschelsandstein angereichert. Gelegentlich beginnt der Meinisberg-Muschelsandstein unten mit einer ca. 0.5 m mächtigen Muschelbank.
    Alter
    Burdigalien - Burdigalien
    Mächtigkeit
    5-15 m (Rutsch & Schlüchter 1973, Gruner et al. 2013)
    Geografische Verbreitung
    Bei der Chnebelburg am Jäissberg (BE), auf dem Bucheggberg (SO) zwischen Balm b. Messen und Biezwil.
    Typusregion
    Berner Seeland (BE)
    Kommentar
    -
  • «Bausandstein» (der OMM-I)

    Herkunft des Namens
    Der Name leitet sich vom Gebrauch dieser Sandsteine.
    Rang
    lithostratigraphische Einheit
    Status
    inkorrekter Begriff (nicht mehr verwendet)
    Gültiger Name
    Kurzbeschreibung
    Monotone Abfolge von dickbankige, glaukonitische Sandsteine mit zahlreichen Sedimentstrukturen (Grossrippeln, Flaserschichtung).
    Alter
    -
    Mächtigkeit
    -
    Geografische Verbreitung
    Zahlreiche Steinbrüche in der Umgebung von Bern. In der Senseschlucht hervorragend aufgeschlossen.
    Typusregion
    Berner Mittelland (BE)
    Kommentar
    -
  • Grès coquillier de la Molière Detailanzeige

    Herkunft des Namens

    Tour de la Molière (FR) - Murist

    Rang
    lithostratigraphisches Member
    Status
    informeller Begriff
    Gültiger Name
    Kurzbeschreibung
    Niveaux de grès coquilliers durs à stratification entrecroisée irrégulière (dunes sous-marines), situés dans la partie inférieure de la Formation de la Singine (OMM-I).
    Alter
    Burdigalien - Burdigalien
    Mächtigkeit
    -
    Carrière de la Tour de la Molière
    Carrière de la Tour de la Molière
    Carrière de la Molière
    Carrière de la Molière
    Grès coquillier de la Molière
    Grès coquillier de la Molière
    Grès coquillier de la Molière
    Grès coquillier de la Molière
    Geografische Verbreitung
    Seiry (Tour de la Molière), Bollion, Châbles, Murist.
    Typusregion
    -
    Kommentar
    -
  • Brüttelen-Muschelnagelfluh Detailanzeige

    Herkunft des Namens

    Brüttelen (BE), ca. 10 km westlich Aarberg

    Rang
    lithostratigraphisches Member
    Status
    gültiger formeller Begriff
    Gültiger Name
    Kurzbeschreibung
    Leithorizont an der Basis der Sandsteinabfolge der Chnebelburg-Schichten (bzw. der Sense-Formation), bestehend aus Geröll-führendem Kalksandstein mit Schalentrümmern und Steinkernen von Mollusken. Die Gerölle bestehen hauptsächlich aus verschiedenfarbigen Quarziten, Graniten, Gneisen und Hornsteinen, während Kalkgerölle eher selten auftreten.
    Alter
    Burdigalien - Burdigalien
    Mächtigkeit
    1 - 10 m (Rutsch & Schlüchter 1973): 1,5 m am Jäissberg, ca. 10 m an der Strasse Balm-Lüterswil (Gruner et al. 2013).
    Geografische Verbreitung
    Berner Seeland: Brüttelen (BE), am Jäissberg (BE), an der Strasse Balm b. Messen (SO) – Lüterswil (SO), am Frienisberg (BE), Saurenhorn (BE), Schnottwil (SO), westlich von Säriswil (BE), im Weidhusgrabe bei Innerberg (BE), Frieswil (BE) + Chräjeberg (Madretsch).
    Typusregion
    -
    Kommentar
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  • Scherli-Nagelfluh Detailanzeige

    Herkunft des Namens

    Scherligrabe (BE), bei Niederscherli

    Rang
    lithostratigraphische Bank
    Status
    lokaler Begriff (informell)
    Gültiger Name
    Kurzbeschreibung
    Quarzitreiche Nagelfluhbank an der Basis der Sense-Formation. Häufig füllt dieses Konglomerat Erosionsrinnen in der Unterlage auf.
    Alter
    Burdigalien - Burdigalien
    Mächtigkeit
    0,5 - 2 m (Becker 1972) ; max. bis ca. 7 - 8 m.
    Geografische Verbreitung
    Setzt sich vom Scherligrabe (BE) bis 500 m südlich von Mengestorf (BE) fort und lässt sich in Form von Geröllschnüren östlich und nördlich davon bis in die Südflanke des Mängistorfbergs (BE) weiter verfolgen. Am Ostende der Dalmazibrücke (BE) als Geröll-führende Sandsteine (laterale Ausläufer).
    Typusregion
    Sensegebiet, Berner Mittelland (BE).
    Kommentar
    Der Scherlibach quert zwei unterschiedliche Quarzitnagelfluhe durch: bei Niederscherli wurde die Scherli-Nagelfluh (Basis der Sense-Schichten) definiert, während es sich bei Oberscherli um die Bütschelbach-Nagelfluh (Basis der Belpberg-Schichten) handelt.