Mönchalp-Augengneis

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Darstellung, Status

Index
GOMö
CMYK-Farbe
-
RGB-Farbe
R: 220 G: 160 B: 180
Rang
lithostratigraphische Formation
Gebrauch
Element ist in Gebrauch
Status
informeller Begriff
SKS-Notiz
-
SKS-Datum
-
Kommentar
-

Nomenklatur

Deutsch
Mönchalp-Augengneis
Französisch
Gneiss oeillé de la Mönchalp
Italienisch
Gneiss occhiadino della Mönchalp
Englisch
Mönchalp Augengneiss
Herkunft des Namens

Mönchalp (GR), SE Klosters-Serneus

Historische Varianten
Mönchalpgranit und -granitgneise (Streckeisen 1928, 1986), Gneiss oeillé type Mönchalp (Brugger 1992), Gneis "Typ Mönchalp", Mönchalp-type metagranite = Mönchalp-type augengneiss (Maggetti & Flisch 1993), Mönchalpgneis (Poller 1994), Mönchalp granitoid suite (Biino 1996), Mönchalp granite (Schaltegger & Gebauer 1999), Mönchalp-Augengneis (Meyer 2017)
Nomenklatorischer Kommentar
-

Synonyme

Synonyme
Nicht-Synonyme
Verwechslungsgefahr

Beschreibung

Beschreibung

Granit (I- bis S-Typ, Granitgneis, mylonitischer Streifengneis) ; enthält «Fleckengesteine» (nodular schists) als Einschlüsse.

Geomorphologischer Ausdruck
-
Mächtigkeit
Bis 350 m mächtig (Streckeisen in Rutsch et al. 1966).

Komponenten

Lithologien
  • gneiss (splitting in cm- or dm sized plates)
Mineralien
  • Alkalifeldspat
  • Biotit
  • Quarz
  • Cordierit
Fossilien
-

Hierarchie und Abfolge

Übergeordnete Einheit
Metamagmatite des (Prä-) Kambriums
Untergeordnete Einheiten
Hangendes
    -
Liegendes
Laterales Äquivalent
Obergrenze
-
Untergrenze
-
Stratigraphische Diskussion
-

Alter

Alter Top
Kambrium
Bermerkungen zu Top
-
Alter Basis
Präkambrium
Bermerkungen zu Basis
-
Datierungsmethode
1,69-1,63 Ga (Poller 1994), 527-460 Ma (Poller 1997, Poller et al. 1997b)

Geografie

Paläogeografie
Pischagruppe SE Klosters, zwischen Mönchalptal und Vereinatal.
Typusregion
-
Typlokalität
-
Typusprofil
-
Referenzprofile
-
Point of interest
-

Paläogeografie und Tektonik

Paläogeografie
-
Herkunftstyp
-
Bildungsbedingungen
-
Sequenz
-
Tektonische Einheit (bzw. Überbegriff)
Silvretta
  • S-chanf :
    inkl. Suvsilvrettide Linsen
Metamorphose
-
Metamorphosefazies
-
Bemerkung zur Metamorphose
-

Referenzen

Erstdefinition
Streckeisen Albert (1928): Geologie und Petrographie der Flüelagruppe (Graubünden). , Schweiz. Min. petr. Mitt. 8, 87-239

Mittelkörniger Pinit-Granit mit bläulichem Quarz und schwarzbraunem Biotit, anschliessend Granitgneise und Streifengneise. Viele Schiefereinschlüsse.

Neubearbeitung
Rutsch R. F., ... (1966): Alpes suisses et Tessin méridional. , Lexique stratigraphique international, vol. 1 Europe, fasc. 7c

MÖNCHALPGRANIT UND -GRANITGNEISE (Ante-permisch ; Ostalpin) A. Streckeisen, Geologie und Petrographie der Flüelagruppe (Graubünden): 168-185, 231. Der typische Mönchalpgranit «ist ein grobkörniges, richtungslos struiertes Gestein, das aus schwarzen, dicken Biotitflasern, bläulich schimmernden Quarzkörnern, einer dichten, rein weissen Masse (Plagioklas) und zuweilen auch grossen Kalifeldspatkristallen besteht; er enthält sehr oft graugrüne Pinithäufchen. Der Plagioklas ist stets und vollsändig, der Kalifeldspat häufig und in wechselndem Ausmass einer Granulierung in Haufwerke kleinster Körnchen unterworfen. Der Biotit ist sehr oft limonitisch zersetzt, Chloritisierung ist selten; die Gesteine zeigen daher ein rostiges Aussehen, das sich auch ins Innere fortsetzt.» (S. 168). Mönchalpgranitgneise: " Der Mönchalpgranit geht allmählich in Gesteine über, die noch sehr ähnlich sehen, aber deutlich geschiefert sind. Der Hauptbruch zeigt lange, breite Flatschen von schwarzem, rostig angewittertem Biotit und reichlich Schuppen von Muskovit. Der Querbruch ist flaserig und lässt die typischen runden, bläulichen Quarzkörner erkennen. Feldspäte kommen manchmal in grossen, mattweissen, gerundeten Augen vor grössere Quarzaugen werden zuweilen angetroffen. Stets findet sich dichte weisse Feldspatsubstanz in wechselnder Menge. Pinit fehlt. " (S. 174). Streifengneise: " An die Granitgneise schliessen sich die Streifengneise an, die mit ihnen durch alle Uebergänge verbunden sind. Sie sind durch eine auffallend starke Schieferung gekennzeichnet. Augen und Flasern treten nur untergeordnet auf und sind dann stets stark gestreckt. Den Hauptbruch markieren breite, langgestreckte, rostrot verwitternde Biotitflatschen und dünne Häute von Muskovitschuppen. Die hellen Lagen, nur durch die dünnen Glimmerzüge getrennt, sind sehr schmal (1/2-2 mm) und halten lange an (oft über 10 cm); sie sind häufig zusammengesetzt, indem ein zentrales Quarzband beidseits von Feldspatbändern flankiert wird". (Mineralzeilenbau!). "Pinit fehlt. Der Mineralbestand ist derselbe wie bei den Granitgneisen ". (S. 175). "Granit und Granitgneise enthalten sehr reichlich Schiefereinschlüsse, der Granit überdies kleine basische Anreicherungen (Putzen». (S 169). A. Streckeisen betrachtete die mönchalpgranitischen Gesteine als Bildungen einer etwas älteren Intrusion im Vergleich zu den Flüelagranitgneisen (>>>); doch werden beide dem gleichen magmatischen Zyklus zugewiesen. Bei der Intrusion hat Aufschmelzung von Paramaterial in grösserem Ausmass stattgefunden. E. Wenk (1934a: 207-217) nimmt eine gleichzeitige Entstehung der mönchalp- und der flüelagranitischen Gesteine an. Er interpretiert die mönchalpgranitische Serie als Mischgesteine, die durch Assimilation von Paramaterial aus den Augengneisen der Silvretta hervorgegangen sind. Die Mischung erfolgte nicht nur primär durch Intrusion verbunden mit Assimilation, sondern auch sekundär durch orogenetische Durchbewegung (Umrührwirkung bei Differentialbewegungen). Bei den " Mönchalpgranitgneisen mit schwach ausgebildeter Paralleltextur" (= Mönchalpgranitgneise Streckeisen) erfolgte die Verformung bei höherer Temperatur unter Mitwirkung von gerichtetem Druck, aber ohne Differentialbewegungen vorsieh ging. Bei den "Mönchalpgranitgneisen mit ausgeprägter Paralleltextur" (= Streifengneise Streckeisen) erfolgte die Deformation unter der Wirkung intensiver Differentialbewegungen. Die mönchalpgranitischen Gesteine bilden eine tektonische Gesteinsfazies von voralpinem (d.h. sehr wahrscheinlich ante-permischem) Alter, die bei höherer Temperatur in grösserer Tiefe entstand. E. Wenk beanstandet im übrigen die Bezeichnung "Pinit" für die graugrünen feinschuppigen glimmerigen Aggregate, da Cordierit als Ausgangsmaterial nicht sicher nachgewiesen ist; doch äussert er sich nicht weiter über Natur und Ursprung dieser pinitartigen Aggregate. In Boesch-Cadisch-Wenk (1953: 9 f.) werden die Mönchalp-Granite und Granitgneise wie folgt charakterisiert: "Massige bis schiefrige Mischgesteine mit grossen, oft rechtwinkligen Kalifeldspatkristallen und vielen Schiefereinschlüssen. Diese markante, rostig anwitternde Serie von nahezu massigen bis ausgezeichnet parallelstruierten Mischgesteinen tritt in schmalen Zonen und Linsen in Paragneisen und am Rand von Orthogneisen auf. Charakteristisch für diese Mischgesteine sind die bis 15 cm grossen Kalifeldspate, die tiefschwarzen Biotitflatschen, die vielen Einschlüsse von feinkörnigem Biotit-Plagioklasschiefergneis. Kalifeldspat und Plagioklas sind sowohl in den massigen wie in den gneisigen Varietäten fast durchwegs granuliert, wobei aber die Kalifeldspate grösstenteils ihre rechtwinkligen Umrisse bewahren. Auch der Biotit bildet feinschuppige Nester. Die mönchalpgranitischen Gesteine bilden in der Pischagruppe SE Klosters (mit den eingeschalteten Paragesteinen) einen bis 350m mächtigen Gesteinszug, der sich aus dem obersten Mönchalptal durch die Nordhänge des Pischahorns bis ins Vereinatal verfolgen lässt und auch im Nordhang des P. Fless (5 km NW Susch/Süs) wieder angetroffen wird. In der Nuna-Gruppe finden sie sich am P. Arpiglias und Munt Baselgia (3 km NE Zernez), aber nur auf hervorragenden Gleithorizonten, auf wichtigen tektonischen Linen. Typ-Lokalität: 1 km N Mönchalp Innersäss (4,5km SE Klosters, NLK Bl. 248, Koord. 788700/189700). Aehnliche Gesteine hat W. Hammer (1925: 67; 1929: 28) aus dem Altkristallin der Oetztaler Alpen beschrieben (Winnebachgranit, Sulztaler Granite, Cordieritgranit der Rosskogelgruppe). Literatur: Boesch-Cadisch-Hegwein-Spaenhauer-Wenk (1948, Legende), Boesch-Cadisch-Wenk (1953), Hammer (1925, 1929), Streckeisen (1928), Wenk (1934a).

Wichtige Publikationen
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Material und Varia

Anwendungen
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