Tenniken-Muschelagglomerat

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Darstellung, Status

Index
m3T
CMYK-Farbe
-
RGB-Farbe
R: 225 G: 210 B: 145
Rang
lithostratigraphische Formation
Gebrauch
Element ist in Gebrauch
Status
lokaler Begriff (informell)
SKS-Notiz
-
SKS-Datum
-
Kommentar
Weiteste OMM-Transgression.

Nomenklatur

Deutsch
Tenniken-Muschelagglomerat
Französisch
Poudingue coquillier de Tenniken
Italienisch
Conglomerato a conchiglia di Tenniken
Englisch
Tenniken Shell Agglomerate
Herkunft des Namens

Tenniker Fluh = Tennikerflue (BL), oberhalb Tenniken

Historische Varianten
Oberer Muschelsandstein = Muschelsandsteinconglomerat auf der Tennikerfluh (Moesch 1874), Muschelagglomerat (Tobler 1905 Tab.2b), Muschelagglomerat von Tenniken und Seewen (Disler 1941), Tenniker Muschelagglomerat = Helvétien (Waibel & Burri 1961, Bartholet 1964), Tenniker Muschelagglomerat = Muschelagglomerat der Tenniker Flue (Geyer et al. 2003), Grobkalk, Muschelagglomerat der Tenniker Fluh (Baier 2013), Tenniken-Muschelagglomerat (Bläsi et al. 2018, Bl. Sissach-Rheinfelden),
Nomenklatorischer Kommentar
-

Synonyme

Synonyme
Nicht-Synonyme
Verwechslungsgefahr

Beschreibung

Beschreibung
... mit marinen Gastropoden, Austern, Schalentrümmer von Lamellibranchiern, Bryozoen, jurassische Gerölle und Grobsande. Schwermineralien (von Moos 1935, Büchi & Hofmann 1960): ca. 85% Granat, 6% Staurotid, 4% Zirkon, 2% Epidot, 2% Apatit
Geomorphologischer Ausdruck
-
Mächtigkeit
6–8 m (Geyer et al. 2003, Baier 2013).

Komponenten

Lithologien
  • Konglomerat (Psephite, Rudit) : grain > 2 mm (psephite / rudite: elements = gravel, boulder, block)
  • Kalksandstein
  • Muschelsandstein
Mineralien
  • Quarz
Fossilien
  • Gastropoden
  • Ostreideen
  • Bivalven
  • Bryozoan

Hierarchie und Abfolge

Übergeordnete Einheit
Untergeordnete Einheiten
Hangendes
    -
Liegendes
Laterales Äquivalent
Obergrenze
-
Untergrenze
Transgressionsfläche über den Hauptrogenstein (Dach mit Bohrmuscheln angebohrt), die Ifenthal-Fm. oder den Effingen-Mb.
Stratigraphische Diskussion
-

Alter

Alter Top
Burdigalien
Bermerkungen zu Top
-
Alter Basis
Burdigalien
Bermerkungen zu Basis
-
Datierungsmethode
Ottnangien (Woltersdorf in Stumm 1964 und Baier 2013)

Geografie

Paläogeografie
Nur als lokale, reliktische Vorkommen: Tenniker Fluh, Rüti (N Wittinsburg), Hübstel (NW Herznach), SW des Prinzenhofes bei Lampenberg, Nebelberg (N Nunningen). Etwas kalkigere Fazies am Mettenberg (E Rümlingen ; Stumm 1964).
Typusregion
Typlokalität
  • Tennikerfluh (BL)
    Merkmale des Ortes
    • upper boundary
    • lower boundary
    • typical facies
    Zugänglichkeit des Ortes
    • mountain ridge
    • quarry
    Koordinaten
    • (2628550 / 1254580)
    Notizen
    • Aufgelassener Steinbruch : Buxtorf 1901, Müller et al. 1984, Baier 2013)
Typusprofil
-
Referenzprofile
-
Point of interest
  • Gisiberg (BL)
    Merkmale des Ortes
    • upper boundary
    • lower boundary
    • typical facies
    Zugänglichkeit des Ortes
    • quarry
    Koordinaten
    • (2629200 / 1254460)
    Notizen
    • Aufgelassener Steinbruch : Hofmann 1961

Paläogeografie und Tektonik

Paläogeografie
Nordalpines Vorlandbecken,
Herkunftstyp
  • sedimentär
Bildungsbedingungen
Strandbildung (Schillkalk): küstennahe, flachmarine Bedingungen mit E–W gerichteten Strömungsverhältnissen (Baier 2013)
Sequenz
-
Tektonische Einheit (bzw. Überbegriff)
Molasse du Jura
  • Delémont-Becken
Metamorphose
unmetamorph
Metamorphosefazies
-
Bemerkung zur Metamorphose
-

Referenzen

Neubearbeitung
Waibel A., Burri F. (1961): Jura et fossé rhénan - Juragebirge und Rheintalgraben , Internat. Strati. Lexikon - Lexique Strati. Internat. I/7a, 314

Tenniker Muschelagglomerat (Miocän-Helvétien)

P. MERIAN (1836): Ueber die Verbreitung einer tertiären marinischen Formation im Kanton Basel. Bericht über die Verh. der natj. Ges. in Basel 2: 45.

A. BUTXTORF (1901): Beiträge zur Kenntnis der Sedimente im Basler Tafeljura. Beitr. geol. Karte Schweiz, N.F. 9: 50-52.

Nach A. BUXTORF bestehen diese Ablagerungen auf der Tennikerfluh aus gerollten Muscheln und Schnecken, Geröllen von Quarzit und Kalk; letztere sind meist angebohrt von Pholaden. Häufig sind auch kleine, glänzende Brauneisenstückchen. Es lässt sich leicht feststellen, wie die in ihren untern Lagen grobkörnigen und geröllführenden Muschelbreccien nach oben ganz allmählich, indem die Muschelreste zurücktreten und schliesslich fehlen, in einen porösen, rötlichen Kalk übergehen, in welchem Pectunculus spec. und Nerita spec. auftreten. Diese, dem Helvétien angehörenden Ablagerungen, liegen mit kaum angedeuteter Diskordanz einer von Pholaden angebohrten Abrasionsfläche des Hauptrogensteins auf. Das sehr harte und wetterbeständige Muschelagglomerat wurde früher in zahlreichen Steinbrüchen zur Herstellung von Grenz- und Marchsteinen gebrochen, wurde aber später durch die zunehmende Verwendung von Granit gänzlich verdrängt. Das Tenniker Muschelagglomerat wurde in der altern Literatur der obern Süsswassermolasse (Tortonien) zugezählt. Nach J. LEUZE (1921) liegen die Citharellenkalke von Schwaben im gleichen stratigraphischen Niveau, während die von C. MOESCH (1867a: 225) aus dem Aargauer Jura als Mainzerstufe beschriebenen Ablagerungen, das Bindeglied darstellen dürften. Die Typ-Lokalität für das Tenniker Muschelagglomerat liegt bei P. 604.0 der Tennikerfluh (Koord. 628.500/254.575), ca. 2.7 km S von Sissach. Die Bezeichnung für diese Ablagerungen wird auch heute noch verwendet. Das Tenniker Muschelagglomerat ist ausschliesslich im Basler Tafeljura verbreitet, so bei Diegten, Tenniken, Käoierkinden, Rünenberg, Ziefen. An Fossilien sind zu erwähnen Pectunculus spec., Nerita spec. und Turritella doublieri MATH. Literatur: E. BAUMBERGER (1934), A. BUXTORF (1901), J. LEUZE (1921), P. MERIAN (1836), C. MOESCH (1857, 1867a&b).

Wichtige Publikationen
  • Stumm Friedrich (1964): Das Tertiär des Basler Tafeljura, mit besonderer Berücksichtigung der miocaenen Ablagerungen. , Verhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft in Basel 75/2, 153-217
  • Baier Johannes (2013): Das miozäne Muschelagglomerat der Tenniker Fluh (Kt. Basel-Landschaft, Schweiz). , Jber. Mitt. oberrhein. geol. Ver. (N.F.) 95, 337–346
  • Buxtorf Aug. (1901): Geologie der Umgebung von Gelterkinden im Basler Tafeljura. , Beitr. geol. Karte Schweiz (N.F.) 11, 106 Seiten
  • Hauber L. (1960): Geologie des Tafel- und Faltenjura zwischen Reigoldswil und Eptingen. , Beitr. geol. Karte Schweiz (N.F.) 112, 71 Seiten

Material und Varia

Anwendungen
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