Untere Meeresmolasse (UMM)

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Darstellung, Status

Index
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RGB-Farbe
R: 230 G: 170 B: 130
Rang
lithostratigraphische Gruppe
Gebrauch
Element ist in Gebrauch
Status
informeller Begriff
SKS-Notiz
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SKS-Datum
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Kommentar
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Nomenklatur

Deutsch

Untere Meeresmolasse (UMM)

Französisch

Molasse marine inférieure (UMM)

Italienisch

Molassa marina inferiore (UMM)

Englisch

Lower Marine Molasse (UMM)

Herkunft des Namens

Unterster, mariner Teil der Molasseabfolge.

Historische Varianten
Untere Meeresmolasse - UMM (Kaufmann 1872), Molasse marine inférieure - MMI (Boegli 1972), «Molasse rupélienne»
Nomenklatorischer Kommentar
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Synonyme

Synonyme
Nicht-Synonyme
Verwechslungsgefahr

Beschreibung

Beschreibung

Mächtige Abfolge von flachmeerischen Tonschiefern, mit zwischenlagernden «flyschartigen» Sandsteinbänken.

Der untere Teil der UMM besteht vorwiegend aus Turbiditablagerungen, welche vom Abhang der sich hebenden Alpen im Süden her geschüttet wurden. Eine Ton-Mergel-Abfolge stellt die mächtigste Einheit der UMM dar. Der obere Teil der UMM besteht aus küstendominierten Sandsteinabfolgen (Diem 1986) (O.A. Pfiffner, Geologie der Alpen, 3. Auflage 2015). 

Mit der sukzessiven Nordwärtsverlagerung der Trogachse nimmt die Subsidenzrate und damit die Mächtigkeit mehr und mehr ab. Deshalb keilt die UMM bereits im südlichen Teil der Mittelländische Molasse aus, was durch Erdölbohrungen bewiesen ist. Am Ende der Meeresbedeckung setzen marine, sandige Fazies ein, die schlussendlich die Schweiz diachron nach NE bzw. nach SW verlassen. Keine Nagelfluh-Schüttungen, sondern noch Flyschablagerungen, deren Abgrenzung mit der Molasse etwa arbiträr gesetzt werden muss.

Geomorphologischer Ausdruck
-
Mächtigkeit
0 - 150 m ; ca. 20 m in der Tiefbohrung St.Gallen (Schlancke 2015).

Komponenten

Lithologien
  • Sandstein (Psammit, Arenit) : grains 1/16 mm - 2 mm
  • Mergelstein
  • Ton : grains < 2 um (soft feel ; rock = claystone)
Eher feine Sandsteine ; keine Nagelfluh.
Mineralien
-
Fossilien
-

Hierarchie und Abfolge

Übergeordnete Einheit
Untergeordnete Einheiten
Laterales Äquivalent
Obergrenze
-
Untergrenze
-
Stratigraphische Diskussion
-

Alter

Alter Top
spätes Rupélien
Bermerkungen zu Top

MP23/24

Alter Basis
frühes Rupélien
Bermerkungen zu Basis

NN23 bei Rietbad-Schichten, ev. schon Priabonien (MP20).

Datierungsmethode

Magnetostratigraphie (Kempf et al. 1997, 1999): datiert zwischen 31.5 - 30 Ma. Aufgrund palynologischer Resultate (Hochuli 1978) liegt die Rupélien/Chattien-Grenze weit über der UMM/USM-Grenze.

Geografie

Paläogeografie
Subalpine Molasse (sonst nur in Bohrungen in proximaler Lage unterhalb des Mittellandes). Die Subsidenzrate und damit die Mächtigkeit nimmt gegen NW ab, so dass die UMM bereits im südlichen Teil der autochthonen Molasse entlang einer Linie Annecy-Yvoire-Lausanne-Fribourg auskeilt.
Typusregion
-
Typlokalität
-
Typusprofil
-
Referenzprofile
-
Point of interest
-

Paläogeografie und Tektonik

Paläogeografie
Nordalpine Vorlandbecken,
Herkunftstyp
  • sedimentäre
Bildungsbedingungen
Flaches, seichtes Meer unter warmen klimatischen Bedingungen.
Sequenz
-
Tektonische Einheit (bzw. Überbegriff)
GeoMol Schweiz Molassebecken
  • Oberrhein-Graben
  • Molasse du Jura
  • Mittelländische Molasse
  • Subalpine Molasse
  • Molasse Schüttungen
Metamorphose
unmetamorph
Metamorphosefazies
-
Bemerkung zur Metamorphose
-

Referenzen

Material und Varia

Anwendungen
-
  • UMM-III Detailanzeige

    Herkunft des Namens
    -
    Rang
    lithostratigraphische Subgruppe
    Status
    informeller Begriff
    Gültiger Name
    Kurzbeschreibung
    Oberer, meist sandiger Teil der UMM.
    Alter
    Rupélien - spätes Rupélien
    Mächtigkeit
    -
    Geografische Verbreitung
    Subalpine Molasse (sonst nur in Bohrungen).
    Typusregion
    -
    Kommentar
    -
    • Horw-Sandstein Detailanzeige

      Herkunft des Namens

      Horw (LU)

      Rang
      lithostratigraphisches Member
      Status
      gültiger formeller Begriff
      Gültiger Name
      Kurzbeschreibung
      Harte, gebankte bis z.T. plattige Abfolge aus blau- oder dunkelgrauem, gut sortiertem, parallel laminiertem, fein- bis mittelkörnigem Glimmer-führendem Kalksandstein mit Einschaltungen von grauem und buntem Mergel. An manchen Aufschlüssen können Wellenrippeln beobachtet werden. Weiter finden sich im unteren Teil Pflanzenreste und dm-dicke Kohleschmitze.
      Alter
      mittleres Rupélien - spätes Rupélien
      Mächtigkeit
      10 - 25 m im Gebiet Farnere-Beichlen (Holliger 1955), 21 - 50 m im Gebiet Beichlen-Lochsitenberg (Fröhlicher 1933).
      Geografische Verbreitung
      Zentral- und Westschweiz (regional als Vaulruz-Sandstein bezeichnet).
      Typusregion
      Um Horw (LU), im Westen zwischen Steinibach und Widenbach, im Osten auf der Biregg-Halbinsel.
      Kommentar
      -
  • UMM-II Detailanzeige

    Herkunft des Namens
    -
    Rang
    lithostratigraphische Subgruppe
    Status
    informeller Begriff
    Gültiger Name
    Kurzbeschreibung
    Mittlerer, meist mergeliger Teil der UMM.
    Alter
    Rupélien - Rupélien
    Mächtigkeit
    -
    Geografische Verbreitung
    Subalpine Molasse (sonst nur in Bohrungen).
    Typusregion
    -
    Kommentar
    -
    • Grisigen-Mergel Detailanzeige

      Herkunft des Namens

      Grisige (LU), Horw

      Rang
      lithostratigraphisches Member
      Status
      gültiger formeller Begriff
      Gültiger Name
      Kurzbeschreibung
      Rauchgrauer bis olivgrauer, Ostrakoden-führender, schiefriger Mergel mit muscheligem Bruch. Im obersten Teil setzen dünnplattige, glimmerreiche Kalksandsteinbänke, z.T. mit Pflanzenresten und Fischschuppen («Meletta»), ein.
      Alter
      frühes Rupélien - mittleres Rupélien
      Mächtigkeit
      400 - 600 m
      Geografische Verbreitung
      Ganze Subalpine Molasse von Genfersee bis Bodensee (sonst nur in Bohrungen nachgewiesen).
      Typusregion
      Umgebung von Horw (LU), im Westen zwischen Steinibach und Widenbach, im Osten auf der Biregg-Halbinsel.
      Kommentar
      Gilt als inkompetenter Abscherungshorizont für die Schuppen der Subalpine Molasse.
  • UMM-I Detailanzeige

    Herkunft des Namens
    -
    Rang
    lithostratigraphische Subgruppe
    Status
    informeller Begriff
    Gültiger Name
    Kurzbeschreibung
    Unterer, flyschartiger Teil der Unteren Meeresmolasse (UMM), der aus Turbiditfächer in einem tieferen Trog bestehen.
    Alter
    frühes Rupélien - frühes Rupélien
    Mächtigkeit
    ca. 1500 m
    Geografische Verbreitung
    Subalpine Molasse (sonst nur in Bohrungen): Val d'Illiez, Voirons und Region zwischen Montreux und Semsales (Cucloz-Fm.), Gurnigel-Gebiet (Jorisboden-Mergel), nördliche Thunersee-Region (Hilfern-Fm.) und Ostschweiz (Rietbad-Fm.).
    Typusregion
    -
    Kommentar
    -
    • Hilfern-Formation Detailanzeige

      Herkunft des Namens

      Tal der Hilfere (LU), ENE Marbach

      Rang
      tektonisch-begrenzte lithostratigrafische Einheit
      Status
      informeller Begriff
      Gültiger Name
      Kurzbeschreibung
      Flyschartige Wechsellagerung von tonigem Mergel (unten sehr prädominant) mit turbiditischen Silt- bis Sandsteinbänken. Die Mächtigkeit und interne Korngrösse der Turbiditbänken nimmt nach oben zu.
      Alter
      Rupélien - Rupélien
      Mächtigkeit
      -
      Geografische Verbreitung
      -
      Typusregion
      Tal der Hilfere (LU).
      Kommentar
      Die Hilfere-Formation ist auf die Schichten der UMM-I beschränkt. Sie entspricht deshalb nur teilweise den Hilfern-Schichten s.l. (sensu Kaufmann 1886).
      • Flühli-Nagelfluh Detailanzeige

        Herkunft des Namens

        Flühli (LU)

        Rang
        lithostratigraphische Bank
        Status
        lokaler Begriff (informell)
        Gültiger Name
        Kurzbeschreibung
        Oberste, mächtigste und im Streichen nach NE am weitesten aushaltende konglomeratische Einschaltung der Hilfern-Formation (UMM-I) mit Mergel-, Sandstein- und Kalkgerölle in sandiger Matrix.
        Alter
        Rupélien - Rupélien
        Mächtigkeit
        ca. 2 m
        Geografische Verbreitung
        Diese Nagelfluhbank lässt sich vom Spirberg (LK-Bl.1189 Sörenberg) nach NE hin bis zum Steinibach (LK-Bl.1169 Schüpfheim) verfolgen. Keilt nach SW aus.
        Typusregion
        Entlebuch (LU).
        Kommentar
        Konglomeratische Lagen in vermutlich ähnlichem stratigraphischem Niveau finden sich in den Deutenhausener Schichten des Vorarlbergs (Resch 1963: 56), sowie in den Grès du Val d'Illiez (Vuagnat 1952: 49).
      • Unter-Lochsitli-Nagelfluh Detailanzeige

        Herkunft des Namens

        Under Lochsitli = Unterlochsitli (LU), 4 km E Schangnau

        Rang
        lithostratigraphische Einheit
        Status
        -
        Gültiger Name
        Kurzbeschreibung
        Kristallinfreie Nagelfluh.
        Alter
        frühes Oligozän - frühes Oligozän
        Mächtigkeit
        -
        Geografische Verbreitung
        -
        Typusregion
        -
        Kommentar
        -
      • Grès de Cucloz Detailanzeige

        Herkunft des Namens

        Ruisseau de Cucloz (VD), 2,5 km N St-Légier (cf. Pont du Cucloz de l'autoroute A12 + ferme et colline allongée)

        Rang
        lithostratigraphisches Member
        Status
        informeller Begriff
        Gültiger Name
        Kurzbeschreibung
        Grès micacés grossiers ou microbrèches polymictes, de teinte verdâtre caractéristique (débris andésitiques), du sommet de l'UMM-I.
        Alter
        Rupélien - Rupélien
        Mächtigkeit
        -
        Geografische Verbreitung
        Bande de Flysch(s) au front des Préalpes: Les Voirons [micropoudingues de l'écaille de Bellevue: Lombard 1937 et 1940], Veveyse (y compris Cucloz), Les Alpettes, Bassin de Bulle, base NW de la Berra (Corminboeuf 1959)
        Typusregion
        Rive gauche de la vallée de la Veveyse entre Châtel-St-Denis et St-Légier.
        Kommentar
        -
      • Jordisboden-Mergel Detailanzeige

        Herkunft des Namens

        Jordisboden / Jordibruch (BE), an der Ostseite des Gurnigels

        Rang
        tektonisch-begrenzte lithostratigrafische Einheit
        Status
        lokaler Begriff (informell)
        Gültiger Name
        Kurzbeschreibung
        Schiefrige, grünlichgraue, glimmerreiche Mergel mit zwischengelagerten feinkörnigen Sandsteinen der internsten Subalpinen Molasse (UMM-I) im Gurnigel-Gebiet.
        Alter
        Priabonien - Rupélien
        Mächtigkeit
        Ca. 1200 m (Gerber 1922) oder 1300 m (Blau 1966).
        Geografische Verbreitung
        -
        Typusregion
        Gurnigel-Gebiet (BE).
        Kommentar
        Gehört zum "subalpinen Flysch" = UMM-I nach Blau (1966) und nicht zur UMM-II = Vaulruz-Mergel wie früher angenommen (Gerber 1925). Ähnlichkeit mit Mergeln im Gersterngraben (Gersterngraben-Formation, Rallig-Schichten).
        • «Marnes gris-souris» Detailanzeige

          Herkunft des Namens
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          Rang
          petrographische Fazies
          Status
          inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)
          Gültiger Name
          Kurzbeschreibung
          Marne plastique finement litée, à passées silteuses, de la partie moyenne à supérieure de la Formation de Cucloz (base de la Molasse marine inférieure subalpine).
          Alter
          -
          Mächtigkeit
          130 m (Gabus 2000)
          Geografische Verbreitung
          -
          Typusregion
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          Kommentar
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        • «Schistes marno-micacés» Detailanzeige

          Herkunft des Namens
          -
          Rang
          petrographische Fazies
          Status
          inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)
          Gültiger Name
          Kurzbeschreibung
          Marne silteuse finement micacée à interlits gréseux de la base de la Molasse marine inférieure subalpine (base de la Formation de Cucloz), resp. de la Formation du Val d'Illiez = Formation d'Elm (flysch nord-helvétique).
          Alter
          frühes Oligozän - frühes Oligozän
          Mächtigkeit
          90 m (Gabus 2000)
          Geografische Verbreitung
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          Typusregion
          -
          Kommentar
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