«Meilen-Schichten»

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Darstellung, Status

Index
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CMYK-Farbe
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RGB-Farbe
R: 250 G: 225 B: 190
Rang
lithostratigraphische Formation
Gebrauch
Element ist in Gebrauch
Status
lokaler Begriff (informell)
SKS-Notiz
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SKS-Datum
-
Kommentar
Bestandteil der mergeligen Überschwemmungsfazies der äusseren Teile des Hörnli-Schuttfächers.

Nomenklatur

Deutsch
«Meilen-Schichten»
Französisch
«Couches de Meilen»
Italienisch
«Strati di Meilen»
Englisch
«Meilen Beds»
Herkunft des Namens

Meilen (ZH)

Historische Varianten
Meilener Schichten = Meilener Phasen (Pavoni 1957)
Nomenklatorischer Kommentar
-

Synonyme

Synonyme
Nicht-Synonyme
Verwechslungsgefahr

Beschreibung

Beschreibung
Zuoberst enthalten die Meilen-Schichten den Küsnacht-Bentonit, gefolgt vom Meilener Kalk. Die Meilen-Schichten bestehen weiter aus Mergel, Knauersandstein und Glimmersandstein mit mehreren limnischen Horizonten (heller Knollenkalk und dunkler, bituminöser Mergel).
Geomorphologischer Ausdruck
-
Mächtigkeit
180 m bei Zürich.

Komponenten

Lithologien
  • Kalkstein
  • Mergelstein
  • Glimmersandstein
Mineralien
-
Fossilien
-

Hierarchie und Abfolge

Hangendes
Liegendes
Laterales Äquivalent
Obergrenze
-
Untergrenze
-
Stratigraphische Diskussion
-

Alter

Alter Top
Langhien
Bermerkungen zu Top
-
Alter Basis
Langhien
Bermerkungen zu Basis
-
Datierungsmethode
16.0 - 14.91 Ma

Geografie

Paläogeografie
Umgebung von Zürich (zwischen Napf- und Hörnli-Schüttung).
Typusregion
-
Typlokalität
-
Typusprofil
-
Referenzprofile
-
Point of interest
-

Paläogeografie und Tektonik

Paläogeografie
Nordalpine Vorlandbecken,
Herkunftstyp
  • sedimentäre
Bildungsbedingungen
-
Sequenz
-
Tektonische Einheit (bzw. Überbegriff)
Mittelländische Molasse
Metamorphose
unmetamorph
Metamorphosefazies
-
Bemerkung zur Metamorphose
-

Referenzen

Erstdefinition
Pavoni Nazario (1957): Geologie der Zürcher Molasse zwischen Albiskamm und Pfannenstiel. , Vjschr. natf. Ges. Zürich 102, 117

Mit dem Meilener Kalk beginnen die sogenannten Meilener Schichten, die im Gebiet von Meilen ca. 150 m mächtig sind. Zuoberst enthalten die Meilener Schichten noch den vulkanischen Horizont des Küsnachter Bentonits.

Neubearbeitung
Habicht J. K. A. (1987): Schweizerisches Mittelland (Molasse). , Internationales Stratigraphisches Lexikon Vol.1 Fasc.7b

MEILENER SCHICHTEN (OSM ; «Tortonien») Pavoni, N. (1957): Geologie der Züricher Molasse zwischen Albiskamm und Pfannenstiel. - Vjschr. natf. Ges. Zürich 102, 117. Originalzitat: Rechte Zürichseeseite (Meilen-Erlenbach): «Mit dem Meilener Kalk beginnen die sogenannten Meilener Schichten, die im Gebiet von Meilen ca. 150 m mächtig sind. Zuoberst enthalten die Meilener Schichten noch den vulkanischen Horizont des Küsnachter Bentonits.» (Pavoni 1963: 133). Synonyma: Meilener Phasen Pavoni 1957: 264; >>>Mittlerer Komplex der OSM Büchi 1957b: 38 und unterer Teil der >>> «Öhningerzone» Büchi 1957b:38. Typlokalität und Typprofil: Als Typlokalität gilt das Gebiet von Meilen (LK-Blatt 1112 Stäfa). Ein eigentliches Typprofil liess sich jedoch dort nicht aufstellen, da der Küsnachter Bentonit dort fehlt oder nicht aufgeschlossen ist. Im Übersichtsprofil (Pavoni 1963: 128) ist zwar Bentonit angegeben, doch ist seine Position ganz unsicher, da er aus über 3 km Entfernung (Erlenbach-Tobel) ins Profil hinein projiziert wurde. Aufgrund der Resultate der Bohrung Küsnacht l wäre anzunehmen, dass er in diesem Übersichtsprofil etwa 60 m über die Obergrenze der als Meilener Schichten bezeichneten Schichtfolge zu liegen käme. Auf der linken Zürichseeseite wurde am linken Hang des Sihltals bei Station Sihlbrugg (Koord. ca. 685.430/233.380, LK-Blatt 1111 Albis) folgendes Profil der Meilener Schichten aufgestellt (Pavoni 1957: 209, 264): Obere Hebeisen-Mergel 30 - 45 m (mit >>> Langnauer Kalk im unteren Teil) 20 m Schüeppenloch-Schüttung (>>>) 25 - 30 m Mittlere Hebeisen-Mergel 12 - 20 m Hebeisen-Schüttung (>>> ) 12 - 25 m Untere Hebeisen-Mergel 4 - 8 m Niveau des «Appenzeller Granites» (>>> Degersheimer Kalknagelfluh) Lithologie: Mergel, z.T. bunt (obere Hebeisen-Mergel, >>> Rotzone der Wulp), Knauersandsteine (>>> Hebeisen-Schüttung, Schüeppenloch-Sandstein), heller Knollenkalk (>>> Langnauer Kalk), Glimmersandstein und Glimmermergel, >>> Küsnachter Bentonit, bituminöse Mergel. Mächtigkeit: Nach dem Übersichtsprofil Pavoni 1963: 128 schliessen die Meilener Schichten nach oben hin etwa 30 m unter dem (ins Profil aus grösserer Entfernung hinein projizierten) >>> Wehrenbach-Niveau ab und enthalten im obersten Teil noch den ebenfalls aus grösserer Entfernung hineinprojizierten Küsnachter Bentonit. Aus diesen Gründen ist die angegebene Mächtigkeit von ca. 150 m sehr unsicher. Falls nämlich der in der Bohrung Küsnacht l angetroffene Bentonit (Büchi et al. 1965: 93, Tf.I) mit dem Küsnachter Bentonit identisch ist, wäre die Mächtigkeit der Meilener Schichten bei Meilen wahrscheinlich etwas über 200 m. Dagegen sind die Schätzungen im Sihltalgebiet nur zwischen etwa 110 und 130 m (Pavoni 1957: 209, 264, Tf.III). Da sich alle diese Mächtigkeitsschätzungen auf einen Süsswasserkalk-Horizont im Hangenden der Meilener Schichten abstützen, stellt sich die Frage, ob es sich bei diesem Kalk wirklich um einen einheitlichen Horizont (>>> Wehrenbach-Niveau) handelt, wie Pavoni (1957) dies angenommen hatte, oder ob in Wirklichkeit mehrere solche Kalkhorizonte vorhanden sind, worauf die sehr auffälligen Unterschiede in den Mächtigkeitsschätzungen deuten. Stratigraphischer Verband: Liegendes >>> Basiszone des OSM, Hangendes >>> Zürich-Schichten. Verbreitung und Fazies: Die Bezeichnung «Meilener Schichten» fand nur auf die Umgebung des Zürichseegebietes Anwendung. Sie sind Bestandteil der mergeligen Überschwemmungsfazies der äusseren Teile des >>> Hörnli-Schuttfächers. Nach S und E schalten sich mit Annäherung an die zentraleren Teile des Hörnli-Schuttfächers vermehrt in Flussrinnen abgelagerte Sandsteine ein. Das Zürichseegebiet blieb während der Ablagerung der Meilener Schichten ausserhalb des Bereiches der Schotterzufuhr des Hörnli-Schuttfächers. Zeugen entfernten vulkanischen Geschehens sind die in der nordostschweizerischen OSM vereinzelt auftretenden Bentonit-Lagen, von denen ausser dem >>> Küsnachter Bentonit noch ein weiterer den Meilener Schichten zuzurechnen ist. Es handelt sich um den stratigraphisch 85 m tieferen, bei Stollenbauten innerhalb des Stadtgebietes von Zürich aufgefundenen Bentonit (Bürgisser 1980). Fossilinhalt und Alter: Säugetierfundstelle Rümikon vgl. >>> Mittlerer Komplex der OSM. Radiometrische Altersbestimmungen wurden an Zürcher Bentoniten noch nicht vorgenommen. Seit dort mehr als ein Bentonit bekannt ist, stellt sich die Frage, welcher von diesen mit dem Bentonithorizont von Bischofzell (>>> Bentonit- und Glastuffvorkommen in der oberen Süsswassermolasse) zu korrelieren ist. Literatur: Büchi 1957b: 38; Büchi et al. 1965: 93, Tf. I; Bürgisser 1980: 31; Pavoni 1957:181,207,209,263-265, 304, 305, Tf.III, 1958a: 302, 304,1960a: 478,479,1960b: 38, 1963: 118, 128, 133; Suter & Hantke 1962: 64, 65.

Wichtige Publikationen
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Material und Varia

Anwendungen
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  • Küsnacht-Bentonit Detailanzeige

    Herkunft des Namens

    Küsnachter Tobel (ZH)

    Rang
    lithostratigraphische Bank
    Status
    informeller Begriff
    Gültiger Name
    Kurzbeschreibung
    Regionaler Bentonitleithorizont (Ca-Montmorillonit), ca. 175 - 180 m über dem «Appenzellergranit»-Leitniveau. Der Küsnacht-Bentonit ist auf 14.91 +/- 0.09 Ma oder 14.84 +/- 0.07 Ma datiert (Gubler et al. 1992, bzw. Nagra 2008).
    Alter
    Langhien - Langhien
    Mächtigkeit
    -
    Geografische Verbreitung
    Zürichsee-Gebiet (Küsnachtertobel ZH, Erlenbachertobel ZH), Sihltal (Chopf bei Adliswil ZH), Reusstal (Jonentobel ZH, Jonental AR, Oberwil-Lieli AG).
    Typusregion
    -
    Kommentar
    -
  • Langnau-Knollenkalk Detailanzeige

    Herkunft des Namens

    Langnau am Albis (ZH)

    Rang
    lithostratigraphische Bank
    Status
    lokaler Begriff (informell)
    Gültiger Name
    Kurzbeschreibung
    Leithorizont der OSM-II (ca. 115 m über dem «Appenzellergranit»-Leitniveau, direkt unter dem Küsnacht-Bentonit), bestehend aus Krustenkalk (Caliche, «Wetterkalk»).
    Alter
    Langhien - Langhien
    Mächtigkeit
    -
    Geografische Verbreitung
    Entlang des Sihlufers vom rechten Sihlufer bei Langnau a.A. (ZH; 683743/238080) bis zum Schlegeltobel (ZH) bei Sihlwald (684997/235579).
    Typusregion
    -
    Kommentar
    -
  • Hombrechtikon-Knollenkalk Detailanzeige

    Herkunft des Namens

    Hombrechtikon (ZH)

    Rang
    lithostratigraphische Einheit
    Status
    lokaler Begriff (informell)
    Gültiger Name
    Kurzbeschreibung
    Leithorizont der OSM-II (ca. 130 m über dem Appenzellergranit-Leithorizont), bestehend aus einer fossilfreien, rötlich bis gelben, knollig-massigen, oft sandigen Knollenkalkbank.
    Alter
    -
    Mächtigkeit
    Durchschnittlich um die 2 m mächtig (Bolliger 1999).
    Geografische Verbreitung
    Über 100 km2 nachgewiesen.
    Typusregion
    -
    Kommentar
    -
  • Urdorf-Bentonit Detailanzeige

    Herkunft des Namens

    Urdorf (ZH)

    Rang
    lithostratigraphische Bank
    Status
    informeller Begriff
    Gültiger Name
    Kurzbeschreibung
    Regionaler Bentonitleithorizont (Ca-Montmorillonit), ca. 60 - 65 m über dem «Appenzellergranit»-Leitniveau. Auf 15.27 +/- 0.12 Ma datiert (Gubler et al. 1992).
    Alter
    Langhien - Langhien
    Mächtigkeit
    -
    Geografische Verbreitung
    Sihltal (Schüepenloch, Wüesttobel, Eschtürlibach), bei Horgen ZH im Aabach, bei Herrliberg ZH im Rossbachtobel.
    Typusregion
    Sihltal (ZH).
    Kommentar
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  • Meilen-Kalk Detailanzeige

    Herkunft des Namens

    Meilen (ZH)

    Rang
    lithostratigraphische Bank
    Status
    lokaler Begriff (informell)
    Gültiger Name
    Kurzbeschreibung
    Gebankte Schicht bestehend aus graubeigem Kalksiltstein bis siltigem Kalksandstein bzw. hellgrauem, laminiertem Kalk (Kalkarenit/-lutit).
    Alter
    Langhien - Langhien
    Mächtigkeit
    0,3 - 2 m (Pavoni 1957) ; 2 - 3 m (Gubler 2009).
    Geografische Verbreitung
    Horgen (ZH), im Sihltal östlich Hausen a.A. (ZH) bei der Station Sihlbrugg, entlang dem linken Lindenbach- bzw. Wolserbachufer durch Obfelden (ZH) hindurch bis nach Wolsen (ZH), am Haselbach N Knonau (ZH), bei Mettmenstetten (ZH) entlang dem Trasse der Nationalstrasse A4.
    Typusregion
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    Kommentar
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