«Limnischer Horizont»

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Darstellung, Status

Index
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CMYK-Farbe
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RGB-Farbe
R: 235 G: 220 B: 145
Rang
lithostratigraphische Bank
Gebrauch
Element ist in Gebrauch
Status
informeller Begriff
SKS-Notiz
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SKS-Datum
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Kommentar
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Nomenklatur

Deutsch
«Limnischer Horizont»
Französisch
«Horizon limnique»
Italienisch
«Orizzonte lacustre»
Englisch
«Limnic Horizon»
Herkunft des Namens
-
Historische Varianten
Fluvioterrestrisches Helvétien (Büchi 1955)
Nomenklatorischer Kommentar
-

Synonyme

Synonyme
Nicht-Synonyme
Verwechslungsgefahr

Beschreibung

Beschreibung

„Ein limnischer Horizont ist an verschiedenen Orten im Gebiet von Blatt Schöftland aufgeschlossen, jedoch stets in vergleichbarer stratigraphischer Posi­tion. Es treten sehr starke Unterschiede in der lithologischen und faziellen Ausprägung auf. An der Referenzlokalität Mauensee (Atlasblatt 83 Sursee; Rei­chenbacher et al. 2005, Jost et al. 2006) liegen die Sedimente stark mergelig bis kalkig vor. Im Gebiet von Atlasblatt Schöftland ist der Einschub bei Schmied­rued (Fig.5; Koord. 650.720/235.410, 600mü.M.) und Gontenschwil (Koord. 653.025/235.800, 545mü.M.) als rein limnischer, mergelig-feindetritischer Hori­zont mit reicher Otolithenfauna ausgebildet. Bei den meisten Lokalitäten handelt es sich jedoch um Auf­arbeitungslagen z.T. mit alpinen Geröllen sowie sehr vielen Schlammsteingeröllen. Gelegentlich präsente Calicheknöllchen deuten auf zeitweilige Bodenbildung. Die Sedimente des limnischen Horizonts sind meist leicht marin beeinflusst.“ [Graf et al. 2012 S.24]

Geomorphologischer Ausdruck
-
Mächtigkeit
Wenige Meter mächtig.

Komponenten

Lithologien
  • Kalkstein
  • Mergelstein
  • Schlammstein : Tonstein/Mergelstein der Molasse
Mineralien
-
Fossilien
  • Ostreideen
  • Fische
  • Haizähne
  • Reptilien
  • Säugetiere

Hierarchie und Abfolge

Übergeordnete Einheit
Untergeordnete Einheiten
Hangendes
    -
Liegendes
Laterales Äquivalent
Obergrenze
-
Untergrenze
-
Stratigraphische Diskussion
Die Sedimente des limnischen Horizonts sind meist leicht marin beeinflusst. Es handelt sich hierbei um einen lithologisch variablen limnischen Einschub in die marinen Sedimente der St.-Gallen-Formation. Der limnische Einschub scheint eine ausgeprägt regressive Phase während der Ablagerung des marin-brackischen, Bryozoen führenden Sandsteins im höheren Teil der St.-Gallen-Formation zu repräsentieren. Zur Zeit der Bildung des limnischen Horizonts existierten lokal wahrscheinlich sehr unterschiedliche paläoökologische Verhältnisse. Während sich in manchen Gebieten kurzzeitig terrestrische Verhältnisse (zeitweilige Bodenbildung mit Calicheknöllchen) und Süsswasserseen entwickelten, herrschten andernorts weiterhin marin-brackische Verhältnisse vor. Es ist anzunehmen, dass Fundorte mit gemischter Fauna (marin-fluviatil-limnisch-terrestrisch), durch Extremereignisse, wie beispielsweise Sturmfluten, entstanden. Nach der Bildung des limnischen Horizonts führte eine letzte, schwache Transgression letztmals zu marin-brackischen Verhältnissen.

Alter

Alter Top
Burdigalien
Bermerkungen zu Top
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Alter Basis
Burdigalien
Bermerkungen zu Basis
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Datierungsmethode

Anhand von Kleinsäugerzähnen kann der limnische Horizont mit MN4b datiert werden.

Geografie

Paläogeografie
Mauensee (LU), Gontenschwil (AG), Unterkulm (AG), Schmiedrued (AG)
Typusregion
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Typlokalität
Typusprofil
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Referenzprofile
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Point of interest
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Paläogeografie und Tektonik

Paläogeografie
Nordalpine Vorlandbecken,
Herkunftstyp
  • sedimentäre
Bildungsbedingungen
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Sequenz
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Tektonische Einheit (bzw. Überbegriff)
Mittelländische Molasse
Metamorphose
unmetamorph
Metamorphosefazies
-
Bemerkung zur Metamorphose
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Referenzen

Erstdefinition
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Neubearbeitung
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Wichtige Publikationen
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Material und Varia

Anwendungen
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