«Hundschüpfen-Schichten»

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Darstellung, Status

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Rang
lithostratigraphisches Member
Gebrauch
Element ist in Gebrauch
Status
informeller Begriff
SKS-Notiz
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SKS-Datum
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Kommentar
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Nomenklatur

Deutsch
«Hundschüpfen-Schichten»
Französisch
«Couches de Hundschüpfen»
Italienisch
«Strati di Hundschüpfen»
Englisch
«Hundschüpfen Beds»
Herkunft des Namens

Underi Hundschüpfe (BE), auf der Ostseite der Blaseflue

Historische Varianten
Hundschüpfenschichten (della Valle 1965), Hundschüpfen-Schichten (Habicht 1987)
Nomenklatorischer Kommentar
-

Synonyme

Synonyme
Nicht-Synonyme
Verwechslungsgefahr

Beschreibung

Beschreibung

„Unmittelbar östlich an das Kartengebiet anschlies­send, auf der Ostseite der Blasenflue, hat della Valle (1965) den untersten Teil der Napf-Schichten untersucht und als Hundschüpfen-Schichten bezeichnet. Die Hundschüpfen-Schichten werden hier als informelle Untereinheit der Napf-Schichten aufgefasst.“ [Gruner 2001 S.23]

„Die fluvioterrestrischen und untergeordnet limnischen Napf- bzw. Hundschüpfen-Schich­ten zeichnen sich aus durch eine Wechsellagerung von polymik­ten Konglomeraten mit Sandsteinen und Arkosen, in welche Mergel- bzw. Schlamm­steinschichten und ‑linsen eingelagert sind. Die Sandsteine sind glimmerreich, mehr oder weniger grobkörnig und von grünlich-gelber bis blaugrauer Farbe. Die Mergel sind grün, grau oder gelb, z.T. mit bläulichen oder weinroten Flecken.

Die Konglomeratvorkommen können lateral rasch auskeilen. Typisch sind kleinräumige Wechsel mit Sandsteinen, was auf eine Ablagerung als Rinnenfüllungen schliessen lässt. Zudem finden sich häufig aufgearbeitetes Mergelmaterial in Form von Klasten und Gallen sowie vereinzelte Kalkkonkretionen.

Süsswasserkalke konnten z.B. südöstlich von Schwanden bei der Häusergruppe Schleifschür an der Abrisskante einer Rutschung gefunden werden (Koord. 619.930/203.290). Der dichte Kalk ist hell- bis graubeige gefärbt und führt weis­se Schalenreste von Planorben.“ [Gruner 2001 S.24]

Geomorphologischer Ausdruck
-
Mächtigkeit
118 m

Komponenten

Lithologien
  • Konglomerat (Psephite, Rudit) : grain > 2 mm (psephite / rudite: elements = gravel, boulder, block)
  • Sandstein (Psammit, Arenit) : grains 1/16 mm - 2 mm
  • Arkose
  • Mergelstein
  • Schlammstein : Tonstein/Mergelstein der Molasse
Mineralien
  • Glimmer
Fossilien
  • Gastropoden
  • Helicideen

Hierarchie und Abfolge

Übergeordnete Einheit
Untergeordnete Einheiten
Hangendes
    -
Liegendes
Laterales Äquivalent
Obergrenze
-
Untergrenze
Die Untergrenze der Hundschüpfen-Schichten wird im Gebiet der Blasenflue gemäss della Valle (1965) durch einen fossilreichen, allerdings nur ca. 0.3 m mächtigen, braun-violetten Mergelhorizont gebildet, welcher die Faziesgrenze OMM/OSM darstellt. Wo eine solche Grenzschicht fehlt, kann die Grenze aufgrund von Fossilfunden (Süsswassergastropoden) oder des Auftretens von terrestrischen und limnischen Bildungen (Caliche, Süsswasserkalke) festgelegt werden.
Stratigraphische Diskussion
Die typischen kleinräumigen Wechsel von Konglomeratvorkommen mit Sandsteinen deuten auf eine Ablagerung als Rinnenfüllungen hin. Dies, zusammen mit Fossilfunden (Süsswassergastropoden) und dem Auftreten von Kalkkonkretionen (Caliche) und Süsswasserkalken, lässt auf fluvioterrestrische und untergeordnet limnische Ablagerungsverhältnisse zur Zeit der Ablagerung der Napf- bzw. Hundschüpfen-Schichten schliessen.

Alter

Alter Top
Burdigalien
Bermerkungen zu Top
-
Alter Basis
Burdigalien
Bermerkungen zu Basis
-
Datierungsmethode
-

Geografie

Paläogeografie
In der Gegend des Napfs (BE/LU), im Gebiet der Blasenflue (BE), im Schwändigraben (BE) südlich der Blasenflue, im hinteren und östlichen Talgraben (BE), südlich von Goldbach (BE), im Goldbachtal (BE), Schwanden (BE), Landiswil (BE).
Typusregion
-
Typlokalität
  • Underi Hundschüpfe (BE)
    Merkmale des Ortes
    • lower boundary
    • typical facies
    Zugänglichkeit des Ortes
    • road cut
    Koordinaten
    • (2620380 / 1198745)
    Notizen
    • Habicht 1987
Typusprofil
  • Underi Hundschüpfe (BE)
    Merkmale des Ortes
    • lower boundary
    • typical facies
    Zugänglichkeit des Ortes
    • road cut
    Koordinaten
    • (2620750 / 1198730)
    Notizen
    • della Valle 1965, Habicht 1987 (bis 2620265 / 1198780)
Referenzprofile
-
Point of interest
-

Paläogeografie und Tektonik

Paläogeografie
Nordalpine Vorlandbecken,
Herkunftstyp
  • sedimentäre
Bildungsbedingungen
Limnisch-fluvioterrestrische Fazies.
Sequenz
Die raschen lateralen und vertikalen Fazieswechsel in den Hundschüpfen-Schichten verunmöglichen eine Gliederung der Abfolge und die Korrelation zwischen einzelnen Profilen.
Tektonische Einheit (bzw. Überbegriff)
Mittelländische Molasse
Metamorphose
-
Metamorphosefazies
-
Bemerkung zur Metamorphose
-

Referenzen

Erstdefinition
della Valle Gianni (1965): Geologische Untersuchungen in der miozänen Molasse des Blasenfluhgebietes (Emmental, Kt. Bern). , Mitt. natf. Ges. Bern [N.F.] 22 (1964), 87–181.

S.97: Dabei hat sich gezeigt, dass zwei lithostratigraphische Einheiten ausgeschieden werden können, die Niedermattschichten im Liegenden und die Hundschüpfenschichten im Hangenden. S.138: Die Hundschüpfenschichten sind auf Grund ihrer Stellung im Schichtverband jünger als die Niedermattschichten (siehe Fig. 16). Sie enthalten keine marinen Faunenelemente mehr, gehören also faziell zur Oberen Süsswassermolasse.

Neubearbeitung
Habicht J. K. A. (1987): Schweizerisches Mittelland (Molasse). , Internationales Stratigraphisches Lexikon Vol.1 Fasc.7b

HUNDSCHÜPFEN-SCHICHTEN (OSM) della Valle, G. (1965): Geologische Untersuchungen in der miozänen Molasse des Blasenfluhgebietes (Emmental, Kt. Bern). - Mitt. natf. Ges. Bern [N.F.] 22, 87 ff. Originalzitat: «Dabei hat sich gezeigt, dass zwei lithostratigraphische Einheiten ausgeschieden werden können, die Niedermattschichten im Liegenden und die Hundschüpfenschichten im Hangenden.» della Valle 1965:97. «Die Hundschüpfenschichten sind auf Grund ihrer Stellung im Schichtverband jünger als die Niedermattschichten (siehe Fig. 16). Sie enthalten keine marinen Faunenelemente mehr, gehören also faziell zur Oberen Süsswassermolasse.» della Valle 1965: 138. Typlokalität: Strasse nach Hundschüpfen, ca. 6 km W von Langnau, LK-Blatt 1168 Langnau, Koord. 620.380/198.745. Typusprofil: LK-Blatt 1168 Langnau, Koord. 620.265/198.780 bis 620.750/198.730. della Valle 1965. Die Untergrenze wird durch die Dachfläche der Niedermatt-Schichten (>>> ) gebildet, die Obergrenze ist nicht festgelegt, der Begriff ist daher vorläufig informal. Lithologie: An der Basis der Hundschüpfen-Schichten ist ein fossilreicher Mergelhorizont vorhanden, der die Faziesgrenze OMM/OSM bildet. Im übrigen wechsellagern Sandsteine, polymikte Nagelfluh und Mergel, welch' letztere in den Hundschüpfen-Schichten mächtiger sind als in den Niedermatt-Schichten. Einzelheiten und sedimentpetrographische Untersuchungsergebnisse siehe della Valle 1965: 122 ff. Im Schwermineralbestand besteht zwischen Niedermatt- (>>>) und Hundschüpfen-Schichten kein Unterschied (Epidot-Vormacht). Mächtigkeit: ca. 110 m. Fazies limnisch-fluvioterrestrisch. Fossilführung und Alter nach della Valle: Gomphotherium sp.indet., Cepaea cfr. silvana Klein, Planorbina gen. indet., Lymnaeinae gen. indet., Helicidae gen. indet., Triptychia sp.indet., ? Ferrussacidae gen. indet., Klikia sp.indet., Tropidomphalus (Pseudochloritis) cfr. incrassatus (Klein). Eine genaue chronostratigraphische Zuweisung auf Grund dieser Fossilfunde ist nicht möglich, zwar tritt Tropidomphalus (Pseudochloritis) incrassatus (Klein) im Helvétien offenbar noch nicht auf, die Bestimmung der Funde aus den Hundschüpfen-Schichten (Blau 1966: 130) ist jedoch nicht völlig gesichert. Eine Korrelation 1. Ordnung mit dem Tortonien ist nicht möglich, dagegen ist an eine Korrelation mit den Silvana-Schichten Süddeutschlands zu denken. Literatur: Blau 1966: 110, 111, 127, 130, 136, 138, 141, 142; della Valle 1965: 97, 107, 122ff., 173, 174; Liechti 1928: 21; Rutsch & Schlüchter 1973: Tab.

Wichtige Publikationen
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Material und Varia

Anwendungen
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