Horw-Sandstein

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Darstellung, Status

Index
o2H (o2O)
CMYK-Farbe
-
RGB-Farbe
R: 225 G: 165 B: 145
Rang
lithostratigraphisches Member
Gebrauch
Element ist in Gebrauch
Status
gültiger formeller Begriff
SKS-Notiz
-
SKS-Datum
-
Kommentar
-

Nomenklatur

Deutsch

Horw-Sandstein

Französisch

Grès d'Horw

Italienisch

Arenaria di Horw

Englisch

Horw Sandstone

Herkunft des Namens

Horw (LU)

Historische Varianten
Horwer Platten (Kaufmann 1872, Hantke 2006), Horwer Sandstein auct. (Renz 1937), Horwerplatten (Habicht 1945a), Horwerplatten = Bausteinschichten (Büchi & Trümpy 1976), Horw sandstones (Trümpy et al. 1980).
Nomenklatorischer Kommentar
-

Synonyme

Synonyme
Verwechslungsgefahr

Beschreibung

Beschreibung

Harter, gebankter (z.T. plattiger), blaugrauer Kalksandstein (gut sortiert, fein- bis mittelkörnig, parallel oder subhorizontal laminiert) mit Mergelzwischenlagen.

„Die Schichtfolge der mittleren und oberen UMM beginnt mit regelmässig geschichtetem Tonmergel mit vereinzelten millimeter- bis zentimeterdicken Siltsteinbänken (Grisigen-Mergel oder Marnes de Vaulruz). Gegen oben nehmen Häufigkeit und Mächtigkeit der Siltsteinlagen zu, und es treten auch glimmerreiche Sandsteinbänke auf, die zum Teil Pflanzenhäcksel führen. Überlagert werden die vorwiegend feinkörnigen Sedimente durch eine nur wenige Meter mächtige, vorwiegend parallel laminierte Sandsteinabfolge (Horw-Sandstein oder Grès de Vaulruz), mit der die marine Sedimentation endet (Diem 1986).“ [Jordi 2012 S.23]

„Die Horwer Platten an der Ostseite des Zugersees umfassen dunkelgraue, mergelige Kalk­sandsteine; sie zeigen schwermineralogisch eine Granat-Apatit-Zirkon-Turmalin-Rutil-Kombi­nation (Rissi 1968).“ [Hantke 2006 S. 20]

Geomorphologischer Ausdruck
-
Mächtigkeit
10 - 25 m im Gebiet Farnere-Beichlen (Holliger 1955), 21 - 50 m im Gebiet Beichlen-Lochsitenberg (Fröhlicher 1933).

Komponenten

Lithologien
  • Sandstein (Psammit, Arenit) : grains 1/16 mm - 2 mm
  • Mergelstein
Mineralien
  • Turmalin
  • Glimmer
  • Granat
Der Horw-Sandstein zeigt schwermineralogisch eine Granat-Apatit-Zirkon-Turmalin-Rutil-Kombination (Rissi 1968).
Fossilien
  • Blätter
  • Cyreniden
  • Gräser
  • Pflanzen : Plantae
  • Bivalven

Hierarchie und Abfolge

Übergeordnete Einheit
Formation de Vaulruz UMM-III
Untergeordnete Einheiten
Hangendes
    -
Liegendes
Grisigen-Mergel
Laterales Äquivalent
Obergrenze
-
Untergrenze
-
Stratigraphische Diskussion
Mit der Ablagerung der Horw-Sandstein-Abfolge, die im Hangenden des vorwiegend feinkörnigen Grisigen-Mergels liegt, endet die marine Sedimentation (Diem 1986). Der Horw-Sandstein wird als regressive Abfolge einer wellendominierten Küste interpretiert (Diem 1986, Schlunegger et al. 2007). Die im küstennahen Horw-Sandstein enthaltene Pflanzengesellschaft belegt eine durchschnittliche Jahrestemperatur um über 18° C in Meeresnähe (Rissi 1968).

Alter

Alter Top
spätes Rupélien
Bermerkungen zu Top
-
Alter Basis
mittleres Rupélien
Bermerkungen zu Basis

Aufgrund palynologischer Resultate konnte Hochuli (1978) zeigen, dass ein Grossteil der bisher als Chattien bezeichneten unteren USM Rupélien-Alter aufweist. Damit ist die Obergrenze der ostschweizerischen UMM im Liegenden noch weit innerhalb des Rupélien.

Datierungsmethode

Das Alter des Grisigen-Mergels und des Horw-Sandsteins wurde mittels Magnetostratigraphie auf 31 - 30 Ma bestimmt (Schlunegger et al. 1996, Mägert 1998).

Geografie

Paläogeografie
Zentral- und Westschweiz (regional als Vaulruz-Sandstein bezeichnet).
Typusregion
Typlokalität
-
Typusprofil
-
Referenzprofile
Point of interest
-

Paläogeografie und Tektonik

Paläogeografie
Nordalpine Vorlandbecken,
Herkunftstyp
  • sedimentäre
Bildungsbedingungen
Küstennaher (Pflanzenreste-führender) Strandsand ; durchschnittliche Jahrestemperatur um 18°C (Hantke 2006).
Sequenz
-
Tektonische Einheit (bzw. Überbegriff)
Subalpine Molasse
Metamorphose
unmetamorph
Metamorphosefazies
-
Bemerkung zur Metamorphose
-

Referenzen

Erstdefinition
Kaufmann F. J. (1886): Emmen- und Schlierengegenden nebst Umgebungen bis zur Brünigstrasse und Linie Lungern-Grafenort. , Beitr. geol. Karte Schweiz 24/1

“Horwerplatten. Die Brüche bei Winkel (Waldbruder, Fondlen, Haitiwaid) liefern auffallend dünne, feinkörnige, graublaue Platten, die sich durch grosse Festigkeit auszeichnen ... Die Schichtflächen sind meist mit Sandsteinknöllchen besetzt und von anhaftenden Glimmerblättchen glänzend." Die ersten zwei erwähnten Lokalitäten befinden sich auf der Westseite der südlichen Biregg-Halbinsel (LK-B1.1150 Luzern: Waldbruder Koord. ca. 667.220/206.250), Haitiwald auf der Westseite der Horwer Bucht, LK-B1.1170 Alpnach, nahe nördlichem Blattrand. STUDER (1953) erwähnt einen Steinbruch S von Winkel: "sub-alpine Molasse ... man gewinnt 2 Decimeter dicke, sehr feste Platten jeder Grosse, die Schichtflächen sind mit weissem Glimmer, zum Theil auch mit Kohlenstaub bedeckt." KAUFMANN (1860): "Das Grisiger Flühli besteht aus festen, feinkörnigen, bläulichen Sandsteinen ... dünne Plättchen liefernd, auf denen häufig Glimmer, verkohlte Pflanzenreste und Steinknollen von Mandelgrösse (Fisch-Coprolithen, MAY.) vorkommen."

Material und Varia

Anwendungen
-