Grisigen-Mergel

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Darstellung, Status

Index
o2G (o2u)
CMYK-Farbe
-
RGB-Farbe
R: 215 G: 140 B: 120
Rang
lithostratigraphisches Member
Gebrauch
Element ist in Gebrauch
Status
gültiger formeller Begriff
SKS-Notiz
-
SKS-Datum
-
Kommentar
Gilt als inkompetenter Abscherungshorizont für die Schuppen der Subalpine Molasse.

Nomenklatur

Deutsch

Grisigen-Mergel

Französisch

Marne de Grisigen

Italienisch
Marna di Grisigen
Englisch

Grisigen Marl

Herkunft des Namens

Grisige (LU), Horw

Historische Varianten
Schiefermergel bei Grisigen, Grisiger Mergel (Kaufmann 1860, Hantke 2006), Grisigermergel (Habicht 1945a), Grisiger-Mergel = Grisigermergel (Büchi & Trümpy 1976), Grisigen shales (Trümpy et al. 1980), Grisigen Shale (Matter et al. 1980).
Nomenklatorischer Kommentar
-

Synonyme

Nicht-Synonyme
Verwechslungsgefahr

Beschreibung

Beschreibung

„Die Schichtfolge der mittleren und oberen UMM beginnt mit regelmässig geschichtetem Tonmergel mit vereinzelten millimeter- bis zentimeterdicken Siltsteinbänken (Grisigen-Mergel oder Marnes de Vaulruz). Gegen oben nehmen Häufigkeit und Mächtigkeit der Siltsteinlagen zu, und es treten auch glimmerreiche Sandsteinbänke auf, die zum Teil Pflanzenhäcksel führen. Überlagert werden die vorwiegend feinkörnigen Sedimente durch eine nur wenige Meter mächtige, vorwiegend parallel laminierte Sandsteinabfolge (Horw-Sandstein oder Grès de Vaulruz), mit der die marine Sedimentation endet (Diem 1986).“ [Jordi 2012 S.23]

„Als rauchgraue Schiefermergel mit muscheligem Bruch sind sie am Ostufer des Küssnachtersees bei Greppen über 30 m mächtig aufgeschlossen. Im Rufibach östlich des Zugersees liegt ebenfalls eine geringmächtige Abfolge von Grisiger Mergeln vor. Im obersten Teil der Grisiger Mergel setzen dünnplattige Kalksandstein-Bänke ein; sie leiten zu den Horwer Platten über.“ [Hantke 2006 S.19]

Geomorphologischer Ausdruck
-
Mächtigkeit
400 - 600 m

Komponenten

Lithologien
  • Mergelstein
Mineralien
-
Fossilien
  • Fischschuppen
  • Pflanzen : Plantae
  • Ostrakoden

Hierarchie und Abfolge

Übergeordnete Einheit
UMM-II Formation de Vaulruz
Untergeordnete Einheiten
Hangendes
Liegendes
Laterales Äquivalent
Obergrenze
-
Untergrenze
-
Stratigraphische Diskussion
Beim Grisigen-Mergel handelt es sich um eine Prodeltasequenz; diese wurde gebildet, indem die aus den alpinen Flüssen ins UMM-Meer verfrachtete Schwebefracht im küstenfernen Bereich unterhalb der Sturm- und Schönwetterwellenbasis zur Ablagerung gelangte. Nach Fossilfunden bei Grisigen (Horw, Atlasblatt 28 Luzern, Kopp et al. 1955, Kopp 1962) sind die Grisigen-Mergel flachmarin-brackisch.

Alter

Alter Top
mittleres Rupélien
Bermerkungen zu Top
-
Alter Basis
frühes Rupélien
Bermerkungen zu Basis

Früh- oder Mittelrupélien in der Ostschweiz (Frei 1979).

Datierungsmethode

Nannofossilien Dictyococcites abisectus und Helicopontosphaera recta (Haq) der Zone NP 24 (Frei 1979). Palynologie (Hochuli 1978).

Magnetostratigraphie: 31 - 30 Ma (Schlunegger et al. 1996, Mägert 1998).

Geografie

Paläogeografie
Ganze Subalpine Molasse von Genfersee bis Bodensee (sonst nur in Bohrungen nachgewiesen).
Typusregion
Typlokalität
-
Typusprofil
Referenzprofile
Point of interest
-

Paläogeografie und Tektonik

Paläogeografie
Nordalpine Vorlandbecken,
Herkunftstyp
  • sedimentäre
Bildungsbedingungen
Flachmarin-brackischer (Ostrakoden-führender) Schelfschlick.
Sequenz
-
Tektonische Einheit (bzw. Überbegriff)
Subalpine Molasse
Metamorphose
unmetamorph
Metamorphosefazies
-
Bemerkung zur Metamorphose
-

Referenzen

Erstdefinition
Kaufmann F. J. (1860): Untersuchungen über die mittel- und ostschweizerische subalpine Molasse. , N. Denkschr. Schweiz. Ges. Natw. 17, Stämpfli (Bern) / Schultess (Zürich)

“Das Grisiger-Flühli besteht aus festen, feinkörnigen, bläulichen Sandsteinen, dünne Plättchen liefernd, auf denen häufig Glimmer, verkohlte Pflanzenreste und Steinknollen von Mandelgrösse (Fisch-Coprolithen, May.) vorkommen ... Im Liegenden erscheinen unmittelbar mergelige ... Sandsteine. Einige Schritte weiter ... gelangt man zur Grisiger-Risi, einem nach NO gerichteten langen Mergelabsturz, an dessen Fuss die Höfe von Grisigen sich ausbreiten. Sie besteht aus dem oben erwähnten dunkelgrauen, mit Kalkspatadern durchzogenen Schiefermergel.” [Kaufmann 1860]

Wichtige Publikationen

Material und Varia

Anwendungen
-
rauchgrau, mitunter olivgrau