Guggisberg-Schüttung

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Darstellung, Status

Index
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R: 232 G: 234 B: 236
Rang
Paläogeographie
Gebrauch
Element ist in Gebrauch
Status
informeller Begriff
SKS-Notiz
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SKS-Datum
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Kommentar
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Nomenklatur

Deutsch
Guggisberg-Schüttung
Französisch
épandage du Guggisberg
Italienisch
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Englisch
Guggisberg alluvial fan
Herkunft des Namens

Guggisberg (BE)

Historische Varianten
Gruppe von Guggisberg = Guggisberg-Nagelfluh (Studer 1825), Delta de la Singine (Guggisberg) et Delta de la Gürbe (Mettlen) (de Girard 1901), Guggisberger Schuttfächer (Rutsch 1955), Guggisberg-Delta (Hofmann 1959b), Guggisberg-Schuttfächer (Schmid 1970)
Nomenklatorischer Kommentar
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Synonyme

Synonyme
Nicht-Synonyme
Verwechslungsgefahr

Beschreibung

Beschreibung
Studer's «Gruppen», die nach ihrer geographischen Verbreitung gegliedert wurden, entsprechen die heutigen Nagelfluh-Schuttfächer (Fazies-Einheiten).
Geomorphologischer Ausdruck
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Mächtigkeit
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Komponenten

Lithologien
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Mineralien
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Fossilien
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Hierarchie und Abfolge

Hangendes
    -
Liegendes
Laterales Äquivalent
Obergrenze
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Untergrenze
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Stratigraphische Diskussion
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Alter

Alter Top
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Bermerkungen zu Top
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Alter Basis
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Bermerkungen zu Basis
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Datierungsmethode
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Geografie

Paläogeografie
Bildet vor allem das Guggisberg-Massiv und dringt im Höhepunkt seiner Schüttungsperiode weit nach Osten vor.
Typusregion
Typlokalität
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Typusprofil
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Referenzprofile
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Point of interest
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Paläogeografie und Tektonik

Paläogeografie
Nordalpine Vorlandbecken,
Herkunftstyp
  • sedimentäre
Bildungsbedingungen
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Sequenz
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Tektonische Einheit (bzw. Überbegriff)
Molasse Schüttungen
Metamorphose
unmetamorph
Metamorphosefazies
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Bemerkung zur Metamorphose
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Referenzen

Erstdefinition
Studer B. (1825): Beyträge zu einer Monographie der Molasse. , Jenni (Bern), 131 S.
Neubearbeitung
Habicht J. K. A. (1987): Schweizerisches Mittelland (Molasse). , Internationales Stratigraphisches Lexikon Vol.1 Fasc.7b

GUGGISBERG-NAGELFLUH (OMM («Helvétien») bis OSM) Studer, B. (1825): Beyträge zu einer Monographie der Molasse. - Jenni, Bern, p.111. Die Guggisberg-Nagelfluh war bereits im letzten Jahrhundert Gegenstand wiederholter Erörterungen. Studer (1825: 111 ff.) widmet ihr in seiner «Monographie der Molasse» einen ausführlichen Abschnitt und erkennt bereits die Unterschiede in der Geröllführung gegenüber der Napf-Nagelfluh. Er nennt auch fazielle Charakteristika der Guggisberg-Nagelfluh wie schlechte Sortierung, Vorkommen von sehr grossen Geröllen, identifiziert Gerölle mit Gurnigel-Sandstein, vermutet, dass auch weitere Gerölle der Guggisberg-Nagelfluh vom Flysch herzuleiten sind, beschreibt Auskeilungstendenzen nach W und hält die Gibelegg für die mögliche östliche Fortsetzung dieser Schüttung. Gilliéron (1885) hebt hervor, dass die Gerölle in der Mehrzahl aus Flyschsandsteinen bestehen. Die seltenen Granite mit den grünen und roten Feldspäten erinnern ihn stark an die Brekzien der Berra. Nach Kurberg (1919) enthält die Guggisberg-Nagelfluh auch Molassegerölle, was später von Frasson (1947) und Schmid (1970) bestätigt wurde, und zu interessanten paläogeographischen Schlüssen Anlass gibt. Die Guggisberg-Nagelfluh besitzt nicht jene Mannigfaltigkeit der Geröllarten, wie sie beispielsweise aus dem Napf-Schuttfächer bekannt ist. Sie besteht ganz überwiegend aus Flyschsandkalken und Flyschsandsteinen. Als Ausnahmen finden sich Nagelfluhbänke mit viel Quarzitgeröllen, was auf gelegentliches Eindringen der Napfschüttung zurückgeführt wird. Nach Staub (1934) ist der Guggisberg-Schuttfächer nur ein Teil eines (hypothetischen) grossen Freiburger Schuttfächers, der von der Urrhone aus der Wildstrubelsenke heraus geschüttet wurde und von welchem nur die Spitzen, also die Nagelfluhen des Gibloux, von La Feyla und von Guggisberg noch sichtbar sind. Gegen dieses Konzept eines einheitlichen miozänen Freiburger Schuttfächers ist allerdings einzuwenden, dass 1. die Nagelfluh des Gibloux sich durch ihren Reichtum an Quarzitgeröllen (Mornod 1949, Emmenegger 1962), Teile derjenigen von La Feyla durch ihren Reichtum an Kristallingeröllen deutlich von der Guggisberg-Nagelfluh abheben; 2. alle diese Nagelfluhen sich durch die z.T. ungewöhnliche Grösse der Gerölle und schlechte Sortierung auszeichnen, was langen Transport auszuschliessen scheint; 3. es sich bei den grossen Geröllen um Flyschsandsteine und -kalke handelt, für welche (sowie möglicherweise auch für die Kristallingerölle der Nagelfluh von La Feyla) nach Emmenegger (1962) eine Herkunft aus dem Flysch und Wildflysch des benachbarten Ultrahelvetikums (Berra-Cousimbert) sehr wahrscheinlich ist; 4. die Gerölle in den jüngsten Lagen dieser Nagelfluhen ihre maximale Grösse (bis 1,2 m) erreichen, was aufzunehmende tektonische Heraushebung und Abtragung dieser Flyschrandkette gegen das Ende der OMM-Zeit schliessen lässt. Es ist deshalb viel wahrscheinlicher, dass diese freiburgisch>>> westbernischen» miozänen Nagelfluhen individuelle Schüttungen darstellen, deren Einzugsgebiet grösstenteils in der ultrahelvetischen Randkette lag, welche in der jüngeren OMM («Helvétien») und besonders um die Wende OMM/OSM tektonisch aktiv war. Die grösste dieser Schüttungen ist der Guggisberg-Schuttfächer, der nach NE weit ins bernische Mittelland vorstösst (>>> Sädel-Nagelfluh). Aufgrund dieser Verhältnisse ist man versucht anzunehmen, dass ein Freiburger Schuttfächer im Sinne Staub's wohl in der frühen USM bestanden haben mag, dass dieser aber schon während der späteren USM im Zusammenhang mit der Überschiebung der Préalpes angegriffen und schliesslich völlig abgetragen wurde. Auf Erosionsvorgänge von älterer Molasse während des «Helvétien» weist das Vorkommen von Molassesandsteingeröllen hin (falls es sich wirklich um solche handelt), wie es von Kurberg (1919) für die Gibloux-Nagelfluh, von Emmenegger (1962) für die Nagelfluh von La Feyla, und von Kurberg (1919), Frasson (1947) und Schmid (1970) für die Guggisberg-Nagelfluh erwähnt wird. (vgl. >>> Kalchstätten-Formation und >>> Guggershorn-Formation). Literatur: Vgl. Artikel >>> Kalchstätten-Formation, >>> Guggisberg-Formation, >>>Sä-del-Nagelfluh, >>> Couches du Gibloux, >>> Poudingue de Châtelard, >>> Poudingue de la Sapallaz, >>> Poudingue de Pont-la-Ville, >>>• Poudingue de la Feyla; ferner Buess 1921: 18; Frasson 1947:6,31 ff.; Früh 1890:107-110; Gilliéron 1885:399-408; Hofmann 1959b; Rutsch 1947: 12, 13, 21, 23, 26, 29, 33, 81; Staub 1934: 61, 62, 68, 73.
Wichtige Publikationen
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Material und Varia

Anwendungen
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  • Guggershorn-Nagelfluh Detailanzeige

    Herkunft des Namens

    Guggershorn (BE), Guggisberg

    Rang
    lithostratigraphische Formation
    Status
    informeller Begriff
    Gültiger Name
    Kurzbeschreibung
    Kalknagelfluh der Guggisberg-Schüttung, z.T. sehr grob, mit eingeschaltetem Sandstein und - lokal - buntem Mergel.
    Alter
    spätes Burdigalien - Langhien
    Mächtigkeit
    Reliktische Mächtigkeit: ca. 280 m an der Gibelegg, ca. 100 m am Guggershorn (Habicht 1987).
    Guggershorn
    Guggershorn
    Geografische Verbreitung
    Das Vorkommen der Guggershorn-Nagelfluh ist auf die beiden Erosionsrelikte Guggershorn-Schwendelberg und Gibelegg beschränkt.
    Typusregion
    Guggisberg-Gebiet (BE)
    Kommentar
    -
  • Schwendelberg-Schichten Detailanzeige

    Herkunft des Namens

    Schwendelberg (BE)

    Rang
    lithostratigraphische Einheit
    Status
    informeller Begriff
    Gültiger Name
    Kurzbeschreibung
    Gelbliche, z.T. wirr geschichtete, Geröll-führende Sandsteine, wechselnd mit gelben oder grüngrauen Mergeln und Nagelfluhbänken. Sowohl in den Sandsteinen als auch in den Konglomeratbänken tritt Crassostrea gryphoides (Schloth.) stellenweise massenhaft auf.
    Alter
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    Mächtigkeit
    Ca. 100 m (Schmid 1970).
    Geografische Verbreitung
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    Typusregion
    Guggisberg (BE)
    Kommentar
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  • Fehli-Nagelfluh Detailanzeige

    Herkunft des Namens

    Fehli (BE), an der Gibelegg

    Rang
    lithostratigraphische Bank
    Status
    lokaler Begriff (informell)
    Gültiger Name
    Kurzbeschreibung
    Kalknagelfluh der Gibelegg-Formation, die als Basis der OSM betrachtet wurde. Marine Ablagerungen (Schwendelberg-Schichten) finden sich jedoch im Hangenden.
    Alter
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    Mächtigkeit
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    Geografische Verbreitung
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    Typusregion
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    Kommentar
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  • Sädel-Kalknagelfluh Detailanzeige

    Herkunft des Namens

    Weiler Sädel (BE) auf dem Belpberg

    Rang
    lithostratigraphische Bank
    Status
    lokaler Begriff (informell)
    Gültiger Name
    Kurzbeschreibung
    Schlecht sortierte, Kristallingeröll-führende Kalknagelfluh im Dach der Belpberg-Formation, durch grobe Gerölle aus Flyschsandkalk charakterisiert (Guggisberg-Schüttung).
    Alter
    -
    Mächtigkeit
    Min. 30 m am Belpberg (Beck & Rutsch 1958), ca. 20 m am Bütschelegg (Rutsch 1947).
    Geografische Verbreitung
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    Typusregion
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    Kommentar
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