Günsberg-Formation

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Darstellung, Status

Index
i5-6G
CMYK-Farbe
45 / 20 / 30 / 5
RGB-Farbe
R: 165 G: 200 B: 195
Rang
lithostratigraphische Formation
Gebrauch
Element ist in Gebrauch
Status
gültiger formeller Begriff
SKS-Notiz
-
SKS-Datum
-
Kommentar
Gygi 1969 stellt die Günsberg-Schichten in die Balsthal-Formation. Hingegen schliessen Bolliger & Burri (1970) die Günsberg-Schichten in die Vellerat-Formation ein.

Nomenklatur

Deutsch

Günsberg-Formation

Französisch

Formation de Günsberg

Italienisch

Formazione di Günsberg

Englisch

Günsberg Formation

Herkunft des Namens

Günsberg (SO)

Historische Varianten
Günsberger Schichten (Gygi 1969), Günsberg-Schichten (Bolliger & Burri 1970 S.73), Formation de Günsberg (Aufranc et al. 2017)
Nomenklatorischer Kommentar
-

Synonyme

Synonyme
Nicht-Synonyme
Verwechslungsgefahr

Beschreibung

Beschreibung

"Die Günsberg-Schichten setzen über den im natürlichen Aufschluss meist etwas zurückwitternden Effinger Schichten mit einer hervortretenden mergeligen Kalkpartie ein (biodetritische und oolitische Wacke- und Packstones) - untere Günsberg-Schichten (ca. 25 m). Eine dünne Zone von Korallen-Biostromen und Mergelzwischenlagen schaltet sich zwischen untere und obere Günsberg-Schichten des Typprofils (= Moutier-Korallenkalke). Die oberen Günsberg-Schichten sind ca. 35 m mächtig und bestehen aus sandigen Mergeln mit dazwischengeschalteten feingeschichteten Kalkbänkchen (Quarz-Pellet-Packstones, charakteristischer Fossilgehalt: Spongienrhaxen)." [Bolliger & Burri 1970 S.73]

Geomorphologischer Ausdruck
kaum je natürlich aufgeschlossen
Mächtigkeit
15-20 m bis ca. 60 m

Komponenten

Lithologien
  • Kalkstein
  • Mergelstein
Mineralien
-
Fossilien
  • Korallen
  • Crinoideen
  • Brachiopoden
  • Echinoideen
  • Bivalven

Hierarchie und Abfolge

Laterales Äquivalent
Obergrenze
-
Untergrenze
"Die Untergrenze der Günsberger Schichten wird da gezogen, wo über den Effinger Schichten erstmals Korallenkalk oder stark quarzsandiger, glaukonitführender Kalkarenit einsetzt." (Gygi 1969 S.83)
Stratigraphische Diskussion
Die Obergrenze der Günsberg-Formation wird im vorliegenden Kartengebiet, anders auf dem östlich anschliessenden Atlasblatt Moutier (PFIRTER et al. 1996, PFIRTER 1997, s. a. GYGI 2000a, b, 2012), an der Basis der Grünen Mumienbank gezogen, da der darüber folgende stratigraphische Abschnitt faziell dem Röschenz-Member der Vellerat-Formation (s. u.) entspricht (vgl. ALLENBACH 2001, GRUNER et al. 2013).

Alter

Alter Top
spätes Oxfordien
Bermerkungen zu Top
Hypselum-Subzone
Alter Basis
mittleres Oxfordien
Bermerkungen zu Basis
Bifurcatus-Zone
Datierungsmethode

Biostratigraphie: Ammoniten der Bifurcatus-Zone bis Hypselum-Subzone.

Geografie

Paläogeografie
8 - 15 km breiter Streifen von Péry (BE) bis Hochwald (BL)
Typusregion
-
Typlokalität
Typusprofil
Referenzprofile
-
Point of interest
  • Burgbuel (SO)
    Koordinaten
    • (2599800 / 1231275)
    Notizen
    • Allenbach 2001, Wetzel & Strasser 2001

Paläogeografie und Tektonik

Paläogeografie
Northern Tethyan Carbonate Platform (Jura > Helv.) :
Plateforme de Bourgogne, ... = Northern Tethyan Carbonate Platform (NTCP) ,
Herkunftstyp
  • sedimentäre
Bildungsbedingungen
Die Günsberg-Formation, eine Bildung des Plattformrandes, wuchs mit mergeligen Korallenkalken und oolithischen Pack-Grainstone-Barren beckenwärts über das Effingen-Member hinweg. Höckerige Verhärtungsfläche mit Kohle belegen kurzzeitige Emersionen. - Zu Beginn des oberen Oxfordiens setzte eine erneute terrigene, quarzreiche Schüttung aus NW ein und hinterliess im proximalen Teil der Plattform die lagunären bis brackischen Vorbourg-Member (vorwiegend kalkig) und Röschenz-Member (vorwiegend mergelig, mit Emersionen) der Vellerat-Formation. Die grossen Tonmassen wurden jedoch über den Plattformrand hinausverfrachtet und füllten in verhältnismässig kurzer Zeit den durch eine hypothetische Abschiebung im Grundgebirge noch vertieften Trog der Effinger Schichten auf (Verschiebung eines Depotzentrums, ALLENBACH 2001, Fig 17, p. 280). Auf dem Plattformrand wuchsen weiterhin Korallen; es sind die mergeldurchsetzten Korallenrasen und -riffe der Günsberg-Formation, die sich über das von spätigen Sturmlagen gekennzeichnete Dach des Effingen-Members hinwegschoben.
Sequenz
-
Tektonische Einheit (bzw. Überbegriff)
Jura
  • Süddeutschland
  • Schwarzwald
Metamorphose
unmetamorph
Metamorphosefazies
-
Bemerkung zur Metamorphose
-

Referenzen

Erstdefinition
Gygi R. A. (1969): Geologische Beschreibung des Aargauer-Jura und der nördlichen Gebiete des Kantons Zürich. , Beitr. geol. Karte Schweiz N.F. 136

"M. A. ZIEGLER (1962) hat anhand der Hauptmumienbank und eines Horizontes mit Characeen und limnischen Ostracoden gezeigt (z. B. Taf. III), dass der Vorbourg-Kalk und die Naticamergel nach S in einen heterogenen Komplex von Korallenkalken, feinkörnigen Bankkalken, Mergeln und «Calcarenit » übergehen. Dieser bildete sich in der Zeit, als nach dem Absterben des «Rauracien»-Riffgürtels das Korallenwachstum sich rasch flächenhaft südwärts ausbreitete. Der Schichtkomplex kann von Hägendorf (W von Olten) zwischen dem Südrand des « Rauracien »-Riffgürtels und dem Südfuss des Kettenjura nach W bis über den Chasserai hinaus verfolgt werden. Er bildet eine kartierbare Einheit, obschon diese im Einzelnen sehr wechselvoll ausgebildet ist. Der vollständigste Aufschluss dieser Einheit zwischen den Effinger Schichten unten und der Hauptmumienbank oben befindet sich im Gschlief oberhalb von Günsberg, Kt. Solothurn (Profil 14). Es wird deshalb vorgeschlagen, die Schichten 14/128-189 Günsberger Schichten zu nennen und Profil 14 zur Typuslokalität zu erklären (Beschreibung siehe S. 80f. )." S.83

Neubearbeitung
Bolliger W., Burri P. (1970): Sedimentologie von Schelf-Carbonaten und Beckenablagerungen im Oxfordien des zentralen Schweizer Jura. , Beitr. Geol. Karte der Schweiz N.F. 140, 112 S.

f) Günsberg-Schichten Beschreibung: GYGI (1969). Typlokalität: Profil N Günsberg, Koord. 609600/235500. Bemerkung: Gygi betrachtet die Günsberg-Schichten als Teil seiner Balsthaler Formation, während wir sie als südöstlichen Ausbildungstyp der Vellerat-Formation behandeln. Die Günsberg-Schichten setzen über den im natürlichen Aufschluss meist etwas zurückwitternden Effinger Schichten mit einer hervortretenden mergeligen Kalkpartie ein (biodetritische und oolitische Wacke- und Packstones) - untere Günsberg-Schichten (ca. 25 m). Eine dünne Zone von Korallen-Biostromen und Mergelzwischenlagen schaltet sich zwischen untere und obere Günsberg-Schichten des Typprofils (= Moutier-Korallenkalke). Die oberen Günsberg-Schichten sind ca. 35 m mächtig und bestehen aus sandigen Mergeln mit dazwischengeschalteten feingeschichteten Kalkbänkchen (Quarz-Pellet-Packstones; charakteristischer Fossilgehalt: Spongienrhaxen).
Wichtige Publikationen
  • Allenbach R. P. (2000): Synsedimentary tectonics during the Oxfordian of northern Switzerland. , Diss. Geol.-Pal. Inst. Univ. Basel 20, 91 p.

Material und Varia

Anwendungen
-
  • «Obere Günsberg-Schichten»

    Herkunft des Namens
    Günsberg (SO)
    Rang
    undefiniert
    Status
    inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)
    Gültiger Name
    Kurzbeschreibung
    Sandige Mergel mit zwischengeschalteten feingeschichteten Kalkbänkchen im oberen Teil der Günsberg-Formation.
    Alter
    -
    Mächtigkeit
    ca. 35 m
    Geografische Verbreitung
    -
    Typusregion
    -
    Kommentar
    -
  • «Grüne Mumienbank» Detailanzeige

    Herkunft des Namens
    Etwas grüner als die Hauptmumienbank.
    Rang
    lithostratigraphische Bank
    Status
    informeller Begriff
    Gültiger Name
    Kurzbeschreibung
    Leithorizont aus olivgrünem, hartem Onkomikrit an der Basis des Röschenz-Members mit 1 - 5 cm grossen, rundlichen oder gelappten, hellbeigen Mumien. Dieser Horizont trennt auch lokal die Günsberg-Formation in einen unteren und einen oberen Teil.
    Alter
    spätes Oxfordien - spätes Oxfordien
    Mächtigkeit
    Ca. 5-6 m (Rondchâtel, La Tscharner ; Aufranc et al 2017).
    Geografische Verbreitung
    Nur lokal/diskontinuierlich aufgeschlossen.
    Typusregion
    -
    Kommentar
    -
  • «Untere Günsberg-Schichten»

    Herkunft des Namens
    Günsberg (SO)
    Rang
    undefiniert
    Status
    inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)
    Gültiger Name
    Kurzbeschreibung
    Mergeliger, biodetritischer und oolithischer Kalk im unteren Teil der Günsberg-Formation. Lokal mit koralligenen Biohermen (Moutier-Korallenkalk).
    Alter
    -
    Mächtigkeit
    ca. 25 m
    Geografische Verbreitung
    -
    Typusregion
    -
    Kommentar
    -
    • Calcaire à coraux de Moutier Detailanzeige

      Herkunft des Namens

      Cluse de Moutier (BE)

      Rang
      petrographische Fazies
      Status
      informeller Begriff
      Gültiger Name
      Kurzbeschreibung
      Faciès corraligène (biostromes et biohermes locaux), avec influence terrigène sensible et fortes variations d'épaisseurs, de la Formation de Günsberg. Des intercalations de ce faciès sont également présentes à divers niveaux stratigraphiques de la Formation de Vellerat.
      Alter
      mittleres Oxfordien - spätes Oxfordien
      Mächtigkeit
      wenige Meter bis über 25 m, max. 35 m in Rondchâtel (Aufranc ----)
      Geografische Verbreitung
      -
      Typusregion
      -
      Kommentar
      -