Erzegg-Formation

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Darstellung, Status

Index
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CMYK-Farbe
-
RGB-Farbe
R: 240 G: 210 B: 170
Rang
lithostratigraphische Formation
Gebrauch
Element ist in Gebrauch
Status
gültiger formeller Begriff
SKS-Notiz
Angenommen.
SKS-Datum
17.05.2002
Kommentar
Siehe auch Windgällen- und Seeztal-Member der Schilt-Formation.

Nomenklatur

Deutsch

Erzegg-Formation

Französisch
Formation de l'Erzegg
Italienisch
Formazione dell'Erzegg
Englisch

Erzegg Formation

Herkunft des Namens

Ärzegg = Erzegg (BE), Hasliberg (Grat zwischen Gental und Tannen-Plateau im oberen Melchtal)

Historische Varianten
Erzegg-Serie (Tröhler 1966), Erzegg-Schiefer, Erzegg-Formation (Pilloud 1990)
Nomenklatorischer Kommentar
-

Synonyme

Synonyme
Nicht-Synonyme
Verwechslungsgefahr

Beschreibung

Beschreibung
In den Mergeln treten bis faustgrosse Phosphoritknollen und Kalkkonkretionen auf, sowie bis 0.5 mm grosse Quarzkörner. Vereinzelt treten darin Linsen von rot verwitterten Eisenoolithen auf. An der Basis können die Mergeln sandig und glimmerreich sein, ein geringer Glimmergehalt ist bis gegen das Dach der Einheit vorhanden. Dort treten auch Kalklinsen auf.
Geomorphologischer Ausdruck
Weiche und wellige Landschaft, mit Gras bewachsen. Starke alpine Verfaltung (Schmiermittel und Füllmass zwischen Hochstollen- und Quinten-Fm.). Vires de teinte jaunâtre entre les calcaires du Bajocien et les escarpements du Malm (Bonnard 1926).
Mächtigkeit
Die Mächtigkeit nimmt gegen Süden generell zu (teilweise sprunghaft an Längsstörungen). 40 -50 m an der Erzegg, über 60 m am Hochstollen (Arbenz 1907). Maximale Mächtigkeit nördlich des Gentals.

Komponenten

Lithologien
  • Tonstein : karbonatfrei
  • Eisenoolith
Tonschiefer, Eisenoolith
Mineralien
  • Glimmer
Fossilien
  • Ammoniten
  • Belemniten

Hierarchie und Abfolge

Übergeordnete Einheit
Untergeordnete Einheiten
Laterales Äquivalent
Obergrenze
-
Untergrenze
Scharfe Grenze, lokal mit Kondensationshorizont («Grenzschicht»), über einer spätigen Echinodermenbrekzienbank der Hochstollen-Formation.
Stratigraphische Diskussion
-

Alter

Alter Top
frühes Oxfordien
Bermerkungen zu Top
-
Alter Basis
spätes Bajocien
Bermerkungen zu Basis
oder spätes Bathonien ?
Datierungsmethode
Biostratigraphie: Ammoniten und einzelne Belemniten im oberen Teil (Rod 1937, Tröhler 1966). Bonnard 1926: zone à Macrocephalus, zone à Anceps et zone à Athleta.

Geografie

Paläogeografie
Axen-Decke westlich des Jochpasses. Westlich der Aare nur südlich der Aabeberg-Störung (nördlich davon durch den Blegi-Oolith ersetzt). Auch in der Doldenhorn-Decke westlich der Gemmi. + Pont de Derbon (Renevier), Col de la Forclaz (Bonnard 1926)
Typusregion
Typlokalität
-
Typusprofil
-
Referenzprofile
-
Point of interest
-

Paläogeografie und Tektonik

Paläogeografie
North Tethyan Shelf (Helv.) :
marge continentale européenne ,
Herkunftstyp
  • sedimentäre
Bildungsbedingungen
In relativ tiefen, hemipelagischen Becken abgelagert.
Sequenz
-
Metamorphose
-
Metamorphosefazies
-
Bemerkung zur Metamorphose
-

Referenzen

Erstdefinition
Troehler B. (1966): Geologie der Glockhausgruppe, mit besonderer Berücksichtigung des Eisenoolithes der Erzegg-Planplatte. , Beitr. Geol. Schweiz. Natf. Ges. 79/1, 192 S.
Neubearbeitung
Hänni R. (1999): Der geologische Bau des Helvetikums im Berner Oberland. , Diss. Univ. Bern, 148 S.

"Tröhler (1966) definierte die „Erzegg-Serie“ im Sinne einer Formation im Gebiet NE Hasliberg. Als Synonyme dafür wurden von älteren Autoren Bezeichnungen wie „Oxfordschiefer s.l.“ (Arbenz 1907), „Oberer Dogger“ (Arbenz 1911), „Malmmergel“ (Günzler-Seiffert 1924), „Argovien-Callovien“(Günzler-Seiffert 1934a), „Callovo- Oxfordien“ (Rod 1937) verwendet. Die Erzegg-Fm. tritt in der Axen-Decke erst westlich des Jochpasses auf, wo sie nördlich des Gentals ihre maximale Mächtigkeit erreicht. Westlich der Aare finden wir sie nur südlich der Aabeberg-Störung, nördlich davon wird sie, wie in der Ostschweiz, durch den Blegi-Oolith vertreten (Pilloud 1990). Ihre Mächtigkeit nimmt gegen Süden generell zu, teilweise sprunghaft an Längsstörungen. Westlich der Gemmi tritt sie auch in der Doldenhorn-Decke auf (Furrer 1938)." S11
Wichtige Publikationen
  • Hänni R. (1999): Der geologische Bau des Helvetikums im Berner Oberland. , Diss. Univ. Bern, 148 S.
  • Troehler B. (1966): Geologie der Glockhausgruppe, mit besonderer Berücksichtigung des Eisenoolithes der Erzegg-Planplatte. , Beitr. Geol. Schweiz. Natf. Ges. 79/1, 192 S.
  • Pilloud C. (1990): Bau und jurassische präorogene Tektonik der helvetischen Hauptschubmasse im Berner Oberland. , Diss. Univ. Bern

Material und Varia

Anwendungen
-
  • Planplatte-Eisenoolith Detailanzeige

    Herkunft des Namens

    Planplatten (BE), Hasliberg

    Rang
    lithostratigraphische Bank
    Status
    lokaler Begriff (informell)
    Gültiger Name
    Kurzbeschreibung
    Rostig verwitternde, eisenoolithische Bänke, die stark zu den feinen Mergelschiefern der einrahmenden Erzegg-Formation kontrastieren.
    Alter
    frühes Callovian - mittleres Callovien
    Mächtigkeit
    -
    Geografische Verbreitung
    Balmeregghorn, Erzegg, Planplatte im Hasliberg. Reliktisch am Spiggengrund. Roter Herd (Schilthorngebiet). Auch oberhalb der Chalets du Boret bekannt (Haute-Savoie, France).
    Typusregion
    Hasliberg (BE)
    Kommentar
    -
  • «Grenzschicht» (der Erzegg-Fm.)

    Herkunft des Namens
    -
    Rang
    lithostratigraphische Einheit
    Status
    inkorrekter Begriff (jedoch informell gebraucht)
    Gültiger Name
    Kurzbeschreibung
    Kondensationshorizont mit stark wechselnder Lithologie an der Basis der Erzegg-Formation (bzw. im Dach der «Oberen Echinodermenbrekzie»).
    Alter
    spätes Bajocien - frühes Callovian
    Mächtigkeit
    0,60 - 1 m (Günzler-Seiffert 1934)
    Geografische Verbreitung
    -
    Typusregion
    -
    Kommentar
    Siehe Blegi-Eisenoolith ?