Weggis-Formation

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Darstellung, Status

Index
o3W
CMYK-Farbe
-
RGB-Farbe
R: 195 G: 155 B: 110
Rang
lithostratigraphische Formation
Gebrauch
Element ist in Gebrauch
Status
gültiger formeller Begriff
SKS-Notiz
-
SKS-Datum
-
Kommentar
Seitlich verzahnt sich die Weggis-Formation mit der Molasse rouge.

Nomenklatur

Deutsch
Weggis-Formation
Französisch
Formation de Weggis
Italienisch
Formazione di Weggis
Englisch
Weggis Formation
Herkunft des Namens

Weggis (LU)

Historische Varianten
Kalknagelfluh (Studer 1825, 1853), Kalk-Nagelfluh (Kaufmann 1860 p.p.), Weggiser-Nagelfuh (Habicht 1945, Mueller 1971), couches de Weggis supérieures (Schroeder & Ducloz 1955), Weggiserschichten (Hantke 1967), Konglomeratische Fazies der Weggiser Serie s.l. = Weggiser Serie s.str. (Stürm 1973), Weggiserserie s.str. (Frei 1979), Weggis Formation (Schlunegger 1995 S.43), Weggis-Formation (Hantke 2006), Weggiser Kalknagelfluh (Hantke 2006).
Nomenklatorischer Kommentar
-

Synonyme

Synonyme
Nicht-Synonyme
Verwechslungsgefahr

Beschreibung

Beschreibung

Geröllspektrum: Kieselkalk, helle Kalke, Dolomit, Sandstein gleichverteilt. Schwerminerale: Zirkon, Spinell, Rutil und etwas Turmalin (Stürm 1973).

"Die Weggis-Formation (SCHLUNEGGER 1995) ist eine Wechsellagerung von 5 bis 20 m mächtigen flyschgeröllreichen Kalk-Dolomit-Nagelfluhbänken mit Sandsteinen und gelbgrau gefleckten Mergeln. Unter den Geröllen der Nagelfluh dominieren mit einem Anteil von 40% dichte, blaugraue Kalke und dolomit-arenitische Sandkalke bis Kalksandsteine. Ob diese direkt aus süd­penninischen bis ostalpinen Ablagerungsräumen stammen oder als Umlagerungsprodukte präalpiner Flysche aus dem subalpinen Flysch zu beziehen sind, steht noch offen. Die mit über 10% vertretenen gerundeten Gerölle aus teils zuckerkörnigen Dolomit sind überwiegend ostalpiner Herkunft (Cadisch 1923, Speck 1953).“ [Hantke 2006 S.21]

 

Geomorphologischer Ausdruck
-
Mächtigkeit
Bis max. ca. 1'100 m (Greber et al. 1994, Schlunegger 1995, Hantke 2006). Die Mächtigkeit nimmt gegen E ab und wird östlich des Rossbergs vollständig von der Molasse Rouge abgelöst.

Komponenten

Lithologien
  • Kalknagelfluh
  • Sandstein (Psammit, Arenit) : grains 1/16 mm - 2 mm
  • Mergelstein
Mineralien
  • Turmalin
  • Granat
  • Spinell
Das Schwermineralspektrum der Weggis-Formation beinhaltet neben Granat vorwiegend Zirkon, Spinell, Rutil und etwas Turmalin.
Fossilien
  • Gastropoden
  • Blätter
  • Pflanzen : Plantae
  • Säugetiere

Hierarchie und Abfolge

Übergeordnete Einheit
Untergeordnete Einheiten
Hangendes
    -
Liegendes
Laterales Äquivalent
Obergrenze
-
Untergrenze
Unscharfe Grenze mit der Molasse Rouge (z.T. mit lateraler Verzahnung). Die Untergrenze wird da gezogen, wo erste mehr als 5 m mächtige Konglomeratbänke anstehen und von wo aus mindestens alle 50 m eine 5-10 m mächtige Konglomeratbank folgt (Schlunegger 1995).
Stratigraphische Diskussion
Petrographische und sedimentologische Vergleiche lassen erkennen, dass die Molasse rouge des Rigi-Gebietes, die Weggis-Formation und die Rigi-Formation von einem einzigen progradierenden Flusssystem, nämlich der Rigi-Schüttung, geschüttet wurden (Stürm 1973). Im Gebiet des Blattes 116 Rigi verlegte die weitergehende Progradation des Rigi-Schuttfächers die fluviatilen Faziesbereiche nach Norden, sodass die Weggis-Formation mit nordostwärts gerichteter Konglomeratschüttung zur Ablagerung gelangte. Ob die Gerölle aus Kalk und Sandkalk bis Kalksandstein direkt aus südpenninischen bis ostalpinen Ablagerungsräumen stammen oder als Umlagerungsprodukte präalpiner Flysche aus dem subalpinen Flysch zu beziehen sind, steht noch offen. Die Gerölle aus teils zuckerkörnigem Dolomit sind überwiegend ostalpiner Herkunft (Cadisch 1923, Speck 1953). Der Spinellreichtum der Weggis-Formation deutet auf süd- bis ultrapenninische Liefergebiete. Die rasche Vermergelung der Weggis-Formation gegen NE deutet darauf hin, dass die Geröllschübe des Rigi-Rossberg-Fächers an der Rigi am weitesten nach Westen gelangt sind. Die in der Weggis-Formation beobachtete Pflanzenvergesellschaftung belegt ein subtropisch-warmgemässigtes Klima mit einer durchschnittlichen Jahrestemperatur um 17° C.

Alter

Alter Top
frühes Chattien
Bermerkungen zu Top
-
Alter Basis
spätes Rupélien
Bermerkungen zu Basis
-
Datierungsmethode

Die artenreiche Säugetierfauna (Fundstelle Rigi 2, Schlun­egger 1995), die lithostratigraphisch ca. 650 m über der Basis der Weggis-Formation und ca. 450 m unterhalb der Rigi-Formation liegt, ist biostratigraphisch in den tieferen Teil der Europäischen Säugetier-Einheit MP 26 einzustufen und weist nach Schlunegger (1995) ein magnetostratigraphisch ermitteltes Alter von ca. 28.5 Ma auf, welches etwa dem Übergang Rupélien-frühes Chattien entspricht.

Geografie

Paläogeografie
Rasche Vermergelung gegen NE.
Typusregion
Typlokalität
-
Typusprofil
  • Fischchrattengraben an der Rigi (LU)
    Merkmale des Ortes
    • upper boundary
    • lower boundary
    • typical facies
    Zugänglichkeit des Ortes
    • river bed
    Koordinaten
    • (2679325 / 1214050)
    Notizen
    • Schlunegger 1995 Fig. 2.14: 1100 m zwischen Molasse Rouge (unten) und Rigi-Formation (oben).
Referenzprofile
Point of interest
-

Paläogeografie und Tektonik

Paläogeografie
Nordalpines Vorlandbecken,
Herkunftstyp
  • sedimentär
Bildungsbedingungen
Progradierende Rigi-Schüttung mit nordostwärts gerichteter Konglomeratschüttung. Herkunft: hauptsächlich penninische und ostalpine Sedimentdecken (Müller 1971, Stürm 1973).
Sequenz
Die Weggis-Formation verzahnt sich seitlich mit der Molasse rouge.
Tektonische Einheit (bzw. Überbegriff)
Subalpine Molasse
Metamorphose
unmetamorph
Metamorphosefazies
-
Bemerkung zur Metamorphose
-

Referenzen

Erstdefinition
Kaufmann F. J. (1860): Untersuchungen über die mittel- und ostschweizerische subalpine Molasse. , N. Denkschr. Schweiz. Ges. Natw. 17, Stämpfli (Bern) / Schultess (Zürich)
Neubearbeitung
Schlunegger Fritz (1995): Magnetostratigraphie und fazielle Entwicklung der Unteren Süsswassermolasse zwischen Aare und Limmat. , Inauguraldissertation Universität Bern, 185 S.

Die Weggis-Formation besteht aus einer Wechsellagerung von Konglomeraten mit ausschliesslich sedimentärem Detritus und gelb-grau gefleckten Mergeln. Sie entspricht der Weggiser Serie s.str. von Stürm (1973).

Wichtige Publikationen
-

Material und Varia

Anwendungen
-
  • Kännelegg-Kalknagelfluh Detailanzeige

    Herkunft des Namens

    Kännelegg ?= Krienzeregg?, WNW Hergiswil (NW)

    Rang
    lithostratigraphische Bank
    Status
    lokaler Begriff (informell)
    Gültiger Name
    Kurzbeschreibung
    Kalknagelfluh der Weggis-Formation.
    Alter
    spätes Rupélien - frühes Chattien
    Mächtigkeit
    -
    Geografische Verbreitung
    -
    Typusregion
    -
    Kommentar
    -
  • Fossilhorizont Rigi-2 Detailanzeige

    Herkunft des Namens
    -
    Rang
    biostratigraphischer Horizont
    Status
    gültig
    Gültiger Name
    Kurzbeschreibung
    Säugetierfundstelle in der Weggis-Fm.
    Alter
    Rupélien - Rupélien
    Mächtigkeit
    -
    Geografische Verbreitung
    -
    Typusregion
    -
    Kommentar
    -