Juranagelfluh des Beckens von Laufen

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Darstellung, Status

Index
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CMYK-Farbe
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RGB-Farbe
R: 240 G: 215 B: 165
Rang
lithostratigraphische Einheit
Gebrauch
Element ist in Gebrauch
Status
informeller Begriff
SKS-Notiz
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SKS-Datum
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Kommentar
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Nomenklatur

Deutsch
Juranagelfluh des Beckens von Laufen
Französisch
Gompholite du bassin de Laufon
Italienisch
Gonfolite di bacino di Laufen
Englisch
Laufen basin Juranagelfluh
Herkunft des Namens

Südöstlicher Teil des Laufen-Beckens (BL)

Historische Varianten
Bunte Nagelfluh p.p. (Studer 1853), Juranagelfluh des Laufenbeckens (Koch 1923, Waibel & Burri 1961), Juranagelfluh = Gompholite à galets jurassiens (Buxtorf & Christ 1936), Juranagelfluh des Beckens von Laufen (Kälin 1993), «Juranagelfluh des Beckens von Laufen» = Laufen Alluvial Fan (Kälin & Kempf 2009).
Nomenklatorischer Kommentar
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Synonyme

Synonyme
Nicht-Synonyme
Verwechslungsgefahr

Beschreibung

Beschreibung
Die Juranagelfluh des Laufen-Beckens besteht nicht nur aus reinen Schotterablagerungen, sondern auch aus mehr oder weniger mächtigen Sandsteinen, Tonlinsen und im obersten Teil auch aus losen Sanden. Eine besondere Erwähnung verdient ein hydrobienführender, weisser Kalk aus der Synklinale Steffen-Kastelweid. Die Gerölle sind sehr variabel und die Lage der Gerölle weist auf eine Strömung von Norden nach Süden.
Geomorphologischer Ausdruck
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Mächtigkeit
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Komponenten

Lithologien
  • Sandstein (Psammit, Arenit) : grains 1/16 mm - 2 mm
  • Mergelstein
  • Nagelfluh
  • Sand : grains: 1/16 mm - 2 mm (granular feel under the hand ; rock = arenite : sandstone)
Mineralien
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Fossilien
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Hierarchie und Abfolge

Übergeordnete Einheit
Untergeordnete Einheiten
Hangendes
    -
Liegendes
Laterales Äquivalent
Obergrenze
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Untergrenze
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Stratigraphische Diskussion
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Alter

Alter Top
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Bermerkungen zu Top
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Alter Basis
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Bermerkungen zu Basis
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Datierungsmethode
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Geografie

Paläogeografie
Als Hauptverbreitungsgebiet kommt das Laufenbecken östlich der Lüssel, sowie die Ostumrandung des Beckens in Frage; ferner zieht sich ein langgezogener Streifen als Kern der Mulde zwischen Eichberg — Homberggewölbe und dem Kienberg — Brand von Fehren bis NW Bretzwil. Westlich der Lüssel sind nur die kleinen Vorkommen südlich von Wahlen bekannt.
Typusregion
Typlokalität
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Typusprofil
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Referenzprofile
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Point of interest

Paläogeografie und Tektonik

Paläogeografie
Nordalpines Vorlandbecken,
Herkunftstyp
  • sedimentär
Bildungsbedingungen
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Sequenz
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Tektonische Einheit (bzw. Überbegriff)
Molasse du Jura
  • Delémont-Becken
Metamorphose
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Metamorphosefazies
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Bemerkung zur Metamorphose
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Referenzen

Erstdefinition
Koch R. (1923): Geologische Beschreibung des Beckens von Laufen im Berner Jura , Beitr. Geol. Karte Schweiz (N.F.) 48/2
Neubearbeitung
Waibel A., Burri F. (1961): Jura et fossé rhénan - Juragebirge und Rheintalgraben , Internat. Strati. Lexikon - Lexique Strati. Internat. I/7a, 314

Juranagelfluh des Laufenbeckens (Miocän-Tortonien)

R. KOCH (1923): Geologische Beschreibung des Beckens von Laufen im Berner Jura. Beitr. geol. Karte Schweiz. N.F. 48, II. Abt 2:8-33.

Die Juranagelfluh (JN) des Beckens von Laufen und seines Ostrandes besteht nicht nur, wie man aus den Beschreibungen von A. GUTZWILLER (1910) schliessen könnte, aus reinen Schotterablagerungen, sondern es treten in und mit ihr stellenweise mehr oder weniger mächtige Sandsteine, Tonlinsen und im obersten Teile lose Sande auf; besondere Erwähnung verdient endlich ein hydrobienführender, weisser Kalk. a. Synklinale Steffen-Kastelweid. Hier tritt die JN nur als dünne Decke auf; besonders beim Hof Prinzi (Koord. 610.700 7252.250) ca. 6 km E von Laufen, an der Ostumrandung des Beckens, zählte R. KOCH: Buntsandstein 7%, Muschelkalk 42%, Feuersteine (Muschelkalk) 3%, Dogger 25%, Malm 20%, tertiäre Süsswasserkalke 3%, während kristallines Material fehlt. Die Grösse der Gerölle überschreitet nur ausnahmsweise Faustgrösse. Als Unterlage dient Ober-Sequan. b. Breitenbach - Oberes Kaltbrunnental - Fehren. Besonders instruktiv sind die Gruben von Karhollen, ca. l km E von Breitenbach. Wir finden hier Gerölle von Muschelkalk 40%, von Dogger 25%, von Malm 25%; die restlichen 10% verteilen sich der Häufigkeit nach auf Buntsandstein, Quarzite, Quarzporphyrbreccie, tertiären Süsswasserkalk, Granit und Porphyrit. In der tiefer gelegenen Grube fällt auf, dass der Anteil an kristallinen Geschieben bis 10% beträgt (Granit und Gneis), die noch recht gut erhalten sind. Nach A. GUTZWILLER (1910: 200) schwankt die Geröllgrösse zwischen Erbsen- und Kopfgrösse, im Mittel sind sie aber ei- bis faustgross. Grössere Gerölle mit 0.4 - 0.6 m als grösstem Durchmesser sind ebenfalls vorhanden, aber selten. Die Kalkgerölle zeigen häufig schöne Eindrücke. Die Lage der Gerölle weist deutlich auf eine Strömung von Norden nach Süden. Die Unterlage der JN bildet in der tieferen Grube die Molasse alsacienne (Chattien). c. Breitenbach-Fehren-Büsserach. Der beste Aufschluss liegt in der Muggmatt, ca. 1.750 km SE Breitenbach. Die Zusammensetzung der JN beträgt hier: Buntsandstein 15%, Feuersteine (Muschelkalk) 2%, Muschelkalk 35%, Lias 1%, Dogger 15%, Malm 40% und Kristallines 2%. d. Büsserach-Wahlen. Dies sind die einzigen Aufschlüsse westlich des Lüsseltales, das das Becken von Laufen in zwei Hälften teilt. In der Bachmatt, l km W von Büsserach, steht JN in derselben Ausbildung an wie östlich der Lüssel. Sandschmitzen und Sandsteine wechsellagern mit Geröllen. Die Unterlage wird hier durch die chattischen Delémontienmergel gebildet. Zu erwähnen ist noch ein Vorkommen von Süsswasserkalk mit Hydrobia trochulus SANDB. (siehe diesen), das R. KOCH (1923: 31) von der Schlismattägerten, 2 km ESE von Breitenbach beschrieben hat und das er in Verbindung mit der JN bringt. Das Alter wurde als Tortonien angegeben, sodass der JN des Laufenbeckens ein gleiches Alter zugeschrieben wird wie den aequivalenten Bildungen im Basler und Aargauer Jura. Als einziger Unterschied gegenüber dem Basler Jura wäre das allgemein reichlichere Auftreten von Muschelkalkgeröllen und lokal von kristallinen Gesteinen hervorzuheben. R. KOCH (1.c.: 32) schliesst aus dieser Differenz auf ein in der Nähe der Rheintalflexur, im badischen Oberland gelegenes Einzugsgebiet, wo infolge tektonischer Vorgänge bereits Muschelkalk in grösserer Fläche und seltener auch Buntsandstein, Rotliegendes und Kristallines der Erosion ausgesetzt waren. In Anbetracht der Vielfältigkeit der Ablagerungen der JN des Laufenbeckens kann eine Typ-Lokalität nicht angegeben werden. Als Hauptverbreitungsgebiet kommt das Laufenbecken östlich der Lüssel, sowie die Ostumrandung des Beckens in Betracht; ferner zieht sich ein langgezogener Streifen als Kern der Mulde zwischen Eichberg — Homberggewölbe und dem Kienberg — Brand von Fehren bis NW Bretzwil. Westlich der Lüssel sind nur die kleinen Vorkommen südlich von Wahlen bekannt. Im Gegensatz hiezu steht die Auffassung von E. SCHAAD (1908: 9), der die JN bei Reigoldswil aufhören lässt, während er die Ablagerungen weiter westlich, vor allem diejenigen des Laufenbeckens zur polygenen, also helvetischen Nagelfluh zählte. Literatur: A. GUTZWILLER (1910), R. KOCH (1923), E. LEHNER (1920), E. SCHAAD (1908).

Wichtige Publikationen
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Material und Varia

Anwendungen
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  • Nebelberg-Süsswasserkalk Detailanzeige

    Herkunft des Namens

    Hof Nebelberg (SO)

    Rang
    lithostratigraphische Einheit
    Status
    lokaler Begriff (informell)
    Gültiger Name
    Kurzbeschreibung
    Fossilreicher grauer Süsswasserkalk innerhalb der Juranagelfluh des Beckens von Laufen.
    Alter
    Tortonien - Tortonien
    Mächtigkeit
    Ca. 50 m (Becker 2003).
    Geografische Verbreitung
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    Typusregion
    Solothurner Jura (SO)
    Kommentar
    -
  • Tonilöchli-Juranagelfluh Detailanzeige

    Herkunft des Namens

    Käselbach nördlich von Tonilöchli (SO)

    Rang
    lithostratigraphische Einheit
    Status
    lokaler Begriff (informell)
    Gültiger Name
    Kurzbeschreibung
    Lokales Vorkommen der Juranagelfluh des Beckens von Laufen. Gilt als Typlokalität.
    Alter
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    Mächtigkeit
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    Geografische Verbreitung
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    Typusregion
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    Kommentar
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