Broccatello d'Arzo

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Darstellung, Status

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lB
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R: 140 G: 145 B: 165
Rang
lithostratigraphische Formation
Gebrauch
Element ist in Gebrauch
Status
informeller Begriff
SKS-Notiz
-
SKS-Datum
-
Kommentar
-

Nomenklatur

Deutsch

Broccatello d'Arzo

Französisch

Broccatello d'Arzo

Italienisch

Broccatello d'Arzo

Englisch

Broccatello d'Arzo

Herkunft des Namens

Arzo (TI)

Historische Varianten
Arzokalk (Studer 1872), Arzo-Kalk, Marmo d'Arzo, (Broccatello d')Arzo, Brocatello di Arzo (Renevier 1896), Broccatello limestone of Arzo (Sulser & Furrer 208)
Nomenklatorischer Kommentar
-

Synonyme

Synonyme
Nicht-Synonyme
Verwechslungsgefahr

Beschreibung

Beschreibung

Massige, ungeschichtete, meist bunte, seltener hellgraue, dichte, vorherrschend reine Kalke, die durch unregelmässige Flammung, hervorgerufen durch Schwankungen im Gehalt an Eisenoxyd-Pigment verschiedener Oxydationsstufen, gekennzeichnet sind. Der Broccatello d’Arzo ist oft in sich selbst brekziös und führt nesterweise Kalkschwämme, Korallen und deren Trümmer, Crinoiden-Trümmer, Brachiopoden, Bivalven, Gastropoden und selten Cephalopoden. Seltener sind lumachellenartige Lagen. Ökologisch sind es biohermale bis litorale Bildungen. Eigentliche Riffstrukturen fehlen, der biohermale Anteil ist vorwiegend detritisch.

Der Broccatello d’Arzo ist oft an heterogenen Brekzien beteiligt, sowohl als Komponente wie als Grundmasse, wobei jüngere Anteile als Bindemittel auftreten können: Calcare di Besazio und rote Mergel-Kalke des Domerien. Diese Anteile sind oft auch an Kluftfüllungen gebunden (der Calcare di Besazio ist eng mit Broccatello und Macchia vecchia verknüpft, in Adern, als Spaltenfüllung und Grundmasse von Brekzien). Häufig sind komplexe Brekzien mit Hauptdolomit als ältester Komponente und einer bis fünf Phasen aus Broccatello d‘Arzo und den erwähnten jüngeren Sedimenten, seltener Rhät, als Grundmasse, beziehungsweise klastischer Komponente. Zwischen einfachen 2-phasigen und 6-phasigen Brekzien, mit komplexen, mehrphasigen Trümmern, sind alle erdenklichen Varianten zu beobachten. Bei Anwesenheit von Hauptdolomit-Trümmern und Lias-Anteilen wird die Bezeichnung «Macchia vecchia» verwendet. Die Trümmer sind fast immer eckig, scharfkantig und von äusserst schwankendem Umfang. Sämtliche Brekzien-Typen treten fast ausnahmslos in Streifen auf, die zwischen NW und NNE streichen und durch scharfe, parallele Flächen begrenzt sind. Sie durchschlagen die Unterlage senkrecht oder in einem steilen Winkel zur Schichtung. Der Broccatello d'Arzo sowie die jüngeren liasischen Sedimente treten auch in senkrecht den Hauptdolomit durchschlagenden Gängen auf sowie in feineren, unregelmässigeren Adern. An einigen Stellen tritt Broccatello in Lagergängen auf, täuscht dann Zwischenlagen im Hauptdolomit oder Rhät vor. Diese Bildungen stehen aber immer in direkter Verbindung mit vertikalen Gängen und keilen bald aus.

Geomorphologischer Ausdruck
-
Mächtigkeit
Breite der Streifen von sämtlichen Brekzien-Typen: 0-150 m.

Komponenten

Lithologien
  • Brekzie : conglomerate with angular components
Mineralien
-
Fossilien
  • Ammoniten
  • Schwämme
  • Cephalopoden
  • Korallen
  • Gastropoden
  • Echinodermen
  • Crinoideen
  • Mollusken
  • Brachiopoden
  • Bivalven

Hierarchie und Abfolge

Übergeordnete Einheit
Untergeordnete Einheiten
Laterales Äquivalent
Obergrenze
-
Untergrenze
-
Stratigraphische Diskussion
Ökologisch sind die Kalke des Broccatello d’Arzo biohermale bis litorale Bildungen. Eigentliche Riffstrukturen fehlen, der biohermale Anteil ist vorwiegend detritisch. Mehrphasige Brekzien und Gänge von Broccatello d‘Arzo werden auf syngenetische, vom Rhät bis zum Domerien andauernde BruchschoIlen-Tektonik mit starken Dehnungserscheinungen zurückgeführt. Durch diese alte, alpin (Blattverschiebungen) reaktivierte Tektonik ist die ursprüngliche transgressive Auflagerung vielfach verwischt. Der Broccatello d‘Arzo darf aber als Ganzes nicht als Transgressionsfazies bezeichnet werden, vielmehr als selbständige Schwellenfazies, charakterisiert durch schwankende Kondensation und chronostratigraphisch wechselnde Schichtlücken. Diese besonderen Verhältnisse scheinen weitgehend mit der erwähnten syngenetischen Tektonik verknüpft zu sein.

Alter

Alter Top
Sinémurien
Bermerkungen zu Top
-
Alter Basis
frühes Hettangien
Bermerkungen zu Basis
-
Datierungsmethode

Ammoniten-Funde: der Broccatello d'Arzo umfasst generell den gesamten unteren Lias.

Geografie

Paläogeografie
Soglia di Lugano (Luganer Schwelle), verteilt über das gesamte Aufschluss-Gebiet zwischen Arzo, Besazio, Rancate, Cantone und Guana (S Meride), vereinzelte Aufschlüsse auf der östlichen Talseite zwischen Mendrisio und Rovio
Typusregion
-
Typlokalität
-
Typusprofil
-
Referenzprofile
-
Point of interest
-

Paläogeografie und Tektonik

Paläogeografie
-
Herkunftstyp
  • sedimentäre
Bildungsbedingungen
-
Sequenz
Aufgrund neuer Ammoniten-Funde umfasst der Broccatello d‘Arzo generell den gesamten unteren Lias. An manchen Stellen vertritt der Broccatello jedoch nur einen Abschnitt innerhalb dieser stratigraphischen Folge. Folgende Zonen konnten nachgewiesen werden: Psiloceras planorbe, Schloiheimia, angulata, Arietites bucklandi (?), Arnioceras semicostatum, Euasteroceras turneri, Asteroceras obtusum, Oxynoticeras oxynotum (?), Echioceras raricostatum. Lokale Schichtlücken sind wahrscheinlich. Der Brocatello d’Arzo wird im W scharf begrenzt durch eine Verwerfung, die mitten durch Arzo verläuft, ziemlich genau nach N dem Bach folgt und bei Punkt 707 die Costa di Prabello, Richtung Valporina, schneidet.
Tektonische Einheit (bzw. Überbegriff)
Südalpin
  • Ivrea-Verbano-Zone
  • Canavese-Zone
  • Strona-Ceneri-Zone
  • Val-Colla-Zone
  • Tonale-Zone
Metamorphose
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Metamorphosefazies
-
Bemerkung zur Metamorphose
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Referenzen

Material und Varia

Anwendungen
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Brocattello d'Arzo (Bundeshaus)
Brocattello d'Arzo (Bundeshaus)
Brocattello d'Arzo (Bundeshaus)
Brocattello d'Arzo (Bundeshaus)